Die Anatomie des Scheins (1989)

Auch für den Sozialismus gilt, daß in der Geschichte Wille und Resultat zwei verschiedene Dinge und daß die List der Zerstörung herrschsüchtiger ist als die Ideologie glaubt. Die Eule der Minerva erscheint in der Dunkelheit, vor der Morgenröte des Kapitals.

Die Anatomie des Scheins
oder
Weshalb der Sozialismus nicht reformierbar ist

Berlin, April – Dezember 1989
183 Seiten (Auszüge)

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Die vollkommenste Diktatur ist die sich selbst organisierende, in der ein direktes Eingreifen des Staates möglichst selten notwenig ist. Gelingt es, ein System zu schaffen, in dem der Eingreifende (der Staat) nicht als Eingreifender (als Staat) auftritt, so ist die angestrebte Perfektion erreicht.
Der Sozialismus darf sich zugute halten, dieser Perfektion nahe gekommen zu sein.

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In den Floskeln der Ideologie stellt der Sozialismus sich allerdings anders dar: der Sozialismus gilt als Gesellschaftsordnung, in der keine unüberwindbaren sozialökonomischen Schranken bestehen (die erste unüberwindbaren sozialökonomischen Schranken ist die, daß keine unüberwindbaren sozialökonomischen Schranken bestehen dürfen). Die Genialität dieser Annahme aber besteht darin, daß die Ursachen für die antagonistischer Klassen verschwunden sind, weil sie unterdrückt werden. Man begrenze den Gewinn, reglementiere die Einkommen, “vernachlässige” vierzig Jahre das Leistungsprinzip, man unterdrücke als die produktionsnotwendigen Differenzierungen, und sage: die Ursachen für die Existenz antagonistischer Klassen sind verschwunden.

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… die bewusste und planmäßige Verteilung der Arbeit im Sozialismus aber erzwingt ihre spontane und zufällige Anwendung (das Dauerproblem der Ausnutzung der Arbeitszeit). So erfolgt die Verteilung zwar bewusst, doch die Wirkungen der Verteilung bleiben unbekannt.
Das Ziel, dessen der Plan sich am meisten rühmt – der bewusst herbeigeführten Vergesellschaftung der Produktion – wird nicht dort erreicht, wo es angestrebt wird, sondern da, wo es sich spontan, zufällig und elementar aus dem Produktionsprozeß ergibt, als eine technische Notwendigkeit: im Kapital.
Nur folgerichtig ist, daß die Anarchie des Kapitals immer mehr zum Plan wird, und der Plan im Sozialismus immer mehr zur Anarchie.
Auch für den Sozialismus gilt, daß in der Geschichte Wille und Resultat zwei verschiedene Dinge, und daß die List der Zerstörung herrschsüchtiger ist als die Ideologie glaubt. Die Eule der Minerva erscheint in der Dunkelheit, vor der Morgenröte des Kapitals.

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Die Anarchie aber tritt in der sozialistischen Produktion in drei Varianten auf:
- als Plan selbst;
- als Preis, Gewinn und Statistik (Bilanz);
- als Korruption und Störfall.

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Die sozialistische Produktion gleitet sehr schnell in ihr Monopolstadium, das heißt in den historischen Entwicklunsgabschnitt, den Lenin für den Kapitalismus als sterbend, faulend und parasitär beschrieben hat. Kein Kombinat konkurriert gegen ein anderes Kombinat, man konkurriert nur mit und gegen sich selbst, das heißt mit und gegen die vom Plan als notwendig berechneten Leistungsparameter, Kostenvorgaben, Schrottaufkommen usw.

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Das Rätsel, auf welche Weise die Staatliche Plankommission von den Bedürfnissen der Bevölkerung erfährt, ist nicht lösbar, und es braucht nicht gelöst zu werden, weil mit der Planung des Absatzes die Planung der Produktion zur Tautologie degradiert ist, zum Spiel ohne Ende, zum Erfolg ohne Beifall; zur Unzufriedenheit aller am Produktionsprozeß Beteiligten.
Der Kauf ist nicht die Sanktionierung des Planes, da dem Käufer nichts bleibt, als den Plan zu sanktionieren, das heißt das Angebot anzunehmen; der Plan sanktioniert sich selbst. Die einzige Wahl des Konsumenten besteht in ökonomischer Hinsicht in der Verweigerung. Das Bedürfnis nach dem Nicht-Vorhandenen kann er nicht artikulieren, oder nur durch Ausreise in den Westen.

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Indem die Anarchie, als das Sich-Ergebende, als das Bestimmende gesetzt ist, findet eine allgemeine Nivellierung statt, welche nicht nur die Einzelinteressen der Wirtschaftseinheiten eliminiert (oder koordiniert – in der Erwartung der daraus hervorgehenden höheren Produktivität), sondern die vor allem die Funktionsweise der Ware-Geld-Beziehungen außer Kraft setzt.
Der Plan als Maß (Menge und Qualität der Waren; Bilanz: Preis, Gewinn und Statistik) ist von dem zu messenden Gegenstand (der materiell-stofflichen Seite der Produktion) getrennt, er figuriert in einer von ihm getrennten Sphäre, weil die Produktion durch den Plan nur gelenkt und der Plan nur Plan sein kann, wenn die Ware-Geld-Beziehungen als eigenständige, wirkliche Bewegungen unschädlich gemacht sind, und der Plan sowohl die Ware als auch ihren Preis, sowohl die Produktion als auch den Gewinn, sowohl die Leistung als auch den Lohn festgelegt hat.

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Der Preis, als der Geldausdruck des Werts, hat in der sozialistischen Produktion die Spaltung der Körper- schaft der Anarchie, oder das Auseinanderdriften von Plan und Anarchie, von Bilanz und materiell-stofflicher Seite der Produktion aufrechtzuerhalten.
Die Anarchie, ursprünglich das Sich-Ergebende, ist, sofern sie als das Bestimmende gesetzt ist, als das Sich-Ergebende unschädlich gemacht, als Seismograph der Produktion, und sie entzieht sich in ihrer neuen Form der Kenntnis des Planes.
Die Produktion, in der alles daran gesetzt werden muß, den Plan zu erfüllen, ist das Reagierende, doch reagiert die Produktion nicht.
Bahro fordert: “… die Planung soll in der Berechnung ihrer Kosten und Ziele nicht mehr von meist fiktiven Geld- und Preisrechnungen ausgehen.” (J.Moneta, Antworten auf Bahros Herausforderung, Berlin 1978, S. 18) Genau das ist nicht anders möglich. Die Preise sind entweder fiktiv oder sie überführen das System in Kapitalstrukturen.

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Im Kapital ist eine genaue Statistik unerlässliche Voraussetzung der Produktion. Die überzeugendste Korrektur der Statistik ist der Bankrott. Zudem garantieren Interessenkollisionen unterschiedliche Statistiken (Gewerkschaften, Unternehmer, Verbraucherschutzverbände, Parteien, wissenschaftliche Institute). Die Statistiken messen die in der Produktion sich vollziehenden Bewegungen relativ emotionslos und neutral.
In der sozialistischen Produktion misst die Statistik nicht die Bewegung, sondern sie soll die Bewegung sein. Indem die Statistik vergegenständlicht wurde, existiert für die Statistik selbst keine Statistik. Das Außer-Kraft-Setzen der funktionierenden Ware-Geld-Bewegungen hat die Produktion als Selbstregulativ zerstört; so erfasst die Statistik nur die Seite des Erfolgs, die Seite des Planes, die Ironisierung des Erfolgs jedoch, die Anarchie als Korruption und Störfall, vermag die Anarchie nicht zu erfassen – sowohl weil die Anarchie verdrängt wird als auch weil der Plan die Anarchie sich als produktionsnotwendig einverleibt.

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Demokratie in der Produktion
Dabei soll der Plan bewahrt, die Demokratie in der Produktion aber verbessert und der Plan selbst demokratisch werden. Ein Ensemble der Ideen von Tausenden und Millionen wird gesucht, die freie, bewusste Tätigkeit, wirkliche Mitbestimmung, offene Diskussionen, kollektive Entscheidungen. Auch der Wettbewerb soll kein Wettbewerb des Akkords mehr sein, sondern auf demokratischen Voraussetzungen beruhn. Gesellschaftliche Räte oder das Primat des Geisteslebens bestimmen die Produktion (die Vernunft tritt auf in ihrem zerschlissenen und blutbefleckten Gewand), und ‚das hierzulande stillgelegte Unternehmen Aufklärung’ beginnt ‚die innere Kultur des Menschen zu entwickeln und den bisher naturwüchsig wirkenden Zwang des Haben-Wollens zu brechen’. (R.Henrich, Der vormundschaftliche Staat, Hamburg 1989, S. 287)
Was bisher ‚naturwüchsig’ wirkte (wenn es denn so war), ist ‚zu brechen’. Das ist von seltener Deutlichkeit. Und – die Deutlichkeit ist kein Zufall oder dem Schreibvermögen des Autors geschuldet, sie ist nur konsequent, weil zu Ende gedacht ist, was anders nicht erreichbar ist.

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Was in der Produktion Plan und Bilanz, ist in der Gesellschaft der Schein.
Ebenso wie der Plan ist der Schein existent aber nicht vorhanden. Er ist die Bewertungsinstanz des Systems und dessen Krankheitsgrund. Er ist ein gnadenloser Richter, der lakonisch Haltungen anerkennt, die er vorgibt abzulehnen, und der Ideen tyrannisiert, die er behauptet zu erstreben: er fördert Anpassung, schafft Verweigerung und eliminiert Selbständigkeit, und in keinem dieser Akte kann von Willen oder Bewusstheit gesprochen werden.

Die Differenz zwischen Schein und Realität, zwischen propagiertem und verdrängtem Zustand, zwischen den Werten des Systems und dem Zwang, diese Werte zu unterdrücken, ist unüberwindbar. Die Differenz wird von dem System ständig neu produziert; Konfliktbegrenzung, das ist der zynische Geheimcode der Macht.
Die Gegensätze in der Gesellschaft werden ausgelöscht und nivelliert, das in den Augen der freigelassenen Humanitas bornierte Sozialgefüge des Kapitals zerstört. Die verdienten Mörder des Volkes feiern den Sieg des Sozialismus.

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Stalin
Selten dürfte der Charakter eines Herrschers ein so genauer Ausdruck des von ihm repräsentierten Systems gewesen sein. Denn selbstverständlich sind die Lagerverwalter, Wirtschaftsleiter, Rechnungs-führer, Sekretäre usw., diejenigen, die für die Getreidebeschaffung, für die Planerhöhung, für den Sozialismus sind, Feinde des Systems – weil das System sich selbst feind ist, weil es Personen für ein Verhalten verantwortlich macht, das es selbst verlangt.
Wenn Stalin paranoid war, so weil das System paranoid ist. Wenn Wahnvorstellungen Regierungspolitik sind, so weil das System den Wahn hervortreibt. Nicht Stalin oder der Stalinismus haben den Sozialismus entstellt, sondern die Entstellung ist die einzige Form, in der der Sozialismus existieren kann. Die Schizophrenie des Systems, die Gleichzeitigkeit der Repräsentanz des Scheins und des blutigen Handwerks der Macht, die bewährte (R)Einheit von Wort und Tat, findet in Stalin nur einen zeitgemäßen und konsequenten Ausdruck.

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‚Die Hauptgefahr stellt diejenige Abweichung dar, gegen die man zu kämpfen aufgehört und die man dadurch zu einer staatsgefährdenden Erscheinung hat anwachsen lassen.’ (Stalin, Werke, Bd. 13, S. 321)
Die Hauptgefahr ist das Nachlassen des Kampfes und das Wichtigste ist der Kampf gegen sich selbst. Der Feind ist überall, und es ist nicht nur objektiv verkehrt, was subjektiv richtig ist, und subjektiv falsch was objektiv richtig ist, sondern es ist auch heute richtig was gestern falsch war und morgen falsch was heute richtig ist.
Die These von der Verschärfung des Klassenkampfes – in der dieser Wirrwarr in den Köpfen am schärfsten zum Ausdruck kommt – beruht nicht auf einer Fehleinschätzung Stalins, sondern hat ihren rationalen Kern in dem System selbst.
Das System kommt im Kampf gegen seine Feinde nicht zur Ruhe, weil es für die Produzenten schwer ist, die Grenzen der Produktivität nicht zu überschreiten. Der permanente Mangel, die Versorgungsengpässe, die Stockungen im Produktionsrhythmus – nach der gewaltsamen Unterdrückung der Funktionsweise des Kapitals unausweichlich – werden den jeweiligen Verwaltern angelastet; die Vorschläge aber, die Mängel zu beheben, setzen voraus, das System zu kritisieren, die historische Legitimation desselben in Frage zu stellen, zudem die Instrumentarien, die Mängel abzustellen, latent kapitalistische sind: bürgerliche Ideologie.

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Der wahre Zustand der Gesellschaft darf nicht enthüllt werden, über das Unkenntliche darf nicht reflektiert werden; das System legitimiert sich durch das Nicht-Vorhandene, das Unerreichbare, und jede Öffentlichkeit, Demokratie, Selbständigkeit zerstört seine Legitimation.
Zu seiner Existenz muß ein Grad von (R)Einheit suggeriert werden, dessen Differenz zum tatsächlichen Zustand des Systems Ideologie und Propaganda zu überbrücken haben. Wenig Chancen, den Nachklängen der französischen Revolution zu lauschen, sich mit den Spätfarben des Darwinismus zu drapieren, die Zukunft zu belasten und Träume zu beschwören.

Die Produktion des Scheins erfolgt von zwei Seiten: zum einen durch die Restriktionsmaßnahmen des Staates, zum anderen durch die Selbstkontrolle und Anpassungsfähigkeit der einzelnen.
Erst die wechselseitige Abhängigkeit und Akzeptanz des Staates und der einzelnen, führt zur Unum- gänglichkeit des Scheins, zu seiner Objektivität.
Zu den Restriktionsmaßnahmen gehören in der DDR die Anwesenheit der Roten Armee, die Staats-sicherheit, das Grenzregime, die Zensur in Presse und Rundfunk, die Unterdrückung des politischen Pluralismus.
Nicht alle diese Elemente müssen genutzt aktiv genutzt werden, es genügt das Bewusstsein ihrer Anwesenheit (für die Rote Armee vor allem seit dem Juni 53), das hin und wieder vom Staat zu erneuern ist (eine Lehre der Geschichte: daß ‚das Ministerium für Staatssicherheit im Kampf gegen die feindlichen Agenturen völlig versagt’ hat. (W. Ulbricht, Werke III, S. 626)
Diese Restriktionsmaßnahmen zu verurteilen ist einfach. Doch ist der Staat im Sozialismus der Apparat der Selbsteinschnürung, ein konkurrenzloses Unternehmen, dessen Aktionen Resultat abrufbarer Verhaltens- muster sind. Die Zwänge innerhalb der Hierarchie, die Erteilung der Befehle, haben zur Bedingung die tradierte Disziplinierungsbereitschaft der einzelnen, das Bedürfnis nach Identifikation, Unterordnung, Katalogisierung.
Der Staat benutzt und ist Ergebnis erstrebenswerter Tugenden.

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Daß die DDR im Vergleich zu anderen Ländern wirtschaftlich gut dasteht (wenn es so ist), hat seinen Grund nicht zuletzt in dem Spektrum der durchsetzbaren Kontrollmaßnahmen, mit denen diese Zentralistische Produktion aufrechtzuerhalten ist.

Die Macht der Macht darf nicht angreifbar sein, die Macht muß vom Blatt ablesen, sie darf keine Fragen beantworten, sie darf kein Privatleben haben, keine Urinwerte. Ihr Gang muß inszeniert sein, ihre Sprache nichtssagend. Sie darf keine Konturen gewinnen und nicht persönlich sein, sie darf mit dem Volk nicht direkt konfrontiert werden und muß die Fragen des Volkes über Dritte beantworten. Sie ist Träger des nicht-vorhandenen Zustands und jedes Verlassen dieses Zustands, jede Hinwendung zur Realität, würde die Macht angreifbar werden lassen, kritisierbar, und somit – auswechselbar.

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Das Reich der Notwendigkeit in der Freiheit lässt die Wahl, die Notwendigkeit ist nur eine Variante, das Reich der Freiheit in der Notwendigkeit zwingt zur Wahl, die Notwendigkeit ist die einzige “Variante”. Der “zu früh gekommene Sozialismus” erzeugt nicht die freie Individualität, sondern die freiwillige Uniformität.
Als Satz aus der Farbenlehre: eine in schwarz-weiße Felder unterteilte Scheibe erzeugt bei Drehung derselben den Eindruck von Farben. Je heftiger die Scheibe gedreht wird, desto vielfältiger erscheint das Spektrum der Farben.

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Da der Gradmesser für die Bewertung von Haltungen und Ideen nicht ihre Inhalte sind, sondern ihre Loyalität zum Schein, wird der Zerfall des Systems nicht als Zerfall registriert, weil in seiner eigenen Lesart sein Zerfall seine Bestätigung ist.

Den Sozialismus zu wollen, und Diktatur, Zentralismus, Entmündigung zu beklagen, ist ungerecht gegenüber dem schweren Geschäft der Regierung: verlangt es doch revolutionäre Wachsamkeit und Treue zur großen Idee, die Monotonie als “die Überlegenheit und wahre und wahre Menschlichkeit der sozialistischen Nationalkultur über die Ausweglosigkeit der westdeutschen Kulturpolitik” (W.Ulbricht) auszuweisen, den Stacheldraht als antifaschistischen Schutzwall zu bezeichnen …

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DIE AGONIE DES SCHEINS
Vom Plan, der auszog, den Markt zu suchen
(Zum Verlauf der sozialistischen Wirtschaftskrise)

Für die sozialistische Wirtschaftskrise gibt es in der Produktionsgeschichte kein Vorbild. Das macht eine ihrer Schwierigkeiten aus. Es liegen keine Erfahrungen vor, kein theoretischen Konzepte, die erklären würden, wie einer solchen Krise zu begegnen ist, und sollten Konzepte vorliegen, so ist es fraglich, ob sie politisch mehrheitsfähig sein sollten.
In den ökonomischen Konzepten kommen politische Interessen zum Ausdruck, in der Krise aber werden das erste Mal in der Geschichte des Sozialismus unterschiedliche Interessen ausgetragen, so daß nicht vorherzusehen ist, welchen Konzepten wie begegnet wird.
Dennoch vertrauen wird der Kraft der Krise und glauben, daß ihr Verlauf in groben Zügen skizziert werden kann.

Ausgehend von der These, daß nach der gewaltsamen Negation des zyklischen Konflikts zwischen kapitalistischer Produktion und Konsumtion, zwischen der Überproduktion von Waren und der zahlungsfähigen Nachfrage, der dauerhafte Konflikt zwischen Konsumtion und sozialistischer Produktion zwischen zahlungsfähiger Nachfrage und Warenangebot tritt, bezeichnen wir die Krise als Unterproduktionskrise. Ihre Eckdaten sind bekannt. Der offizielle Beginn der Krise ist der Moment des politischen Eingeständnisses, daß die sozialistische Produktion sich in der Krise befindet. Als offizielles Ende der Krise darf die Ankunft im Markt gelten, ohne daß damit gesagt ist, daß der Markt nicht weitere Krisen bereithält. Doch hier interessiert der Übergang zum Markt.
Die Entscheidung, ob es sich um eine Krise handelt, ist eine politische, die zeitlich hinausgezögert (“nicht rechtzeitig erkannt”), quasi zufällig, gefällt werden kann, so nach dem Tod des Generalsekretärs der Partei oder unter dem Druck der politischen Ereignisse. An den der Öffentlichkeit zugänglichen Wirtschaftsdaten war nicht abzulesen, daß die Produktion sich krisenhaft entwickelte; die Verluste wurden konsequent als Steigerungen bilanziert.
Auslösendes Moment der Krise ist also eine politische Entscheidung …

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Im Grunde prallen drei Preisbildungsprinzipien aufeinander: das Preisbildungsprinzip des Planes, das sich konstituierende Preisbildungsprinzip in der Übergangsphase, welches, drittens, dem Preisbildungsprinzip des Außenmarktes ausgesetzt ist.
Die neuen Waren beginnen die alten zu entwerten. Das vorher nicht umsetzbare Geld kann jetzt ausgegeben werden, doch es sind weniger Waren dafür zu bekommen. Die in den alten Waren vergegenständlichte Anarchie ist ein schlechter Konkurrent der neuen Anarchie.
Fazit: “Wir befinden uns unter dem Einfluß von drei miteinander verbundenen Defiziten, dem Haushalts-, dem Waren- und dem Zahlungsbilanzdefizit.” (choz, Moskau 2/89, zit. in: Ökonomie im sozialistischen Ausland, 7/89, S. 18)

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Der Versuch der Reform des Systems ist die Fortsetzung des Zerfalls mit anderen Illusionen.
Wieder ist die Absicht das Lauteste und Uninteressanteste. Wieder kokettiert die Geschichte mit vorge-haltenem Schild.
Der Versuch der Reform resultiert aus dem Zwang dazu. Keine Macht gibt sich freiwillig auf, dafür ist Macht zu schön. Der Thron der big ten, einmal fest verankert, ist längst unterhöhlt. Was ihn zusammenhält, ist das Skelett: Gewohnheit und Disziplin. Das Ideenlose und Bezahlte: Postenjäger und Armee.
Und der Jubel: von Angst getragen und von Zuckerbrot hervorgelockt.

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Innerhalb der beschriebenen ökonomischen Verhältnisse findet der Übergang zu einer Demokratie statt. Dabei degradiert der Zwang, um der unberechenbaren sozialen Folgen willen das Spiel des Marktes hinauszögern zu müssen, die Handlungen der Regierung zu einem Sich-Anstemmen gegen die Unausweichlichkeit der skizzierten wirtschaftlichen Prozesse. Die Stärke des Widerstands ist abhängig von der Größe der Illusionen. Noch einmal werden in konzentrierter Form die alten Konflikte ausgetragen. Zwar soll die Wirtschaft reformiert, doch das ökonomisch Unumgängliche vermieden werden. Neue Kunststücke stehen bevor. Eine “marktorientierte sozialistische Planwirtschaft”. Produktion ohne Gewalt. Markt ohne Konkurrenz. Leistung ohne Arbeitslosigkeit. Die Produktion von Konsumgütern soll sich nun endlich nach dem Bedarf richten. Endlich soll das Grundgesetz der sozialistischen Produktion beachtet werden. Und man vergisst, daß es schwer ist, sich nach dem Bedarf zu richten, wenn man den Bedarf nicht kennt.
Nach wie vor sind das politisch Gewollte und das ökonomisch Notwendige nicht zu vereinbaren.
Gegen Sie Kapitalfreiheit, sagt das Kapital, schaffen Sie uns Rahmenbedingungen, und wir senden Ihnen unser Know-how.
Doch “stählerne Entschlossenheit (muß) gerade jetzt alle beseelen … Jetzt erst müssen sie uns wirklich kennenlernen: jene, die den Sozialismus zerstören und die DDR dem Kapital übereignen wollen.” (Sonntag, 48/49, S. 3)
Und das ist klug gesprochen. Jeder lernt jeden kennen, denn wer welchen Schritt auch tut, es ist ein Schritt zum Kapital. Man sucht, wie gewohnt, Verantwortliche, Subjekte, den Ort der Schuld. Da ist es hilfreich, daß die offenen Grenzen die hausgemachten Konflikte verschärfen. Die Inflation wird angeheizt durch die zweite Währung, und das Anheizen kann als Ursache der Inflation gelten. Daß das Kapital kommt, liegt am Kapital, nicht an eigenen Verhältnissen.
Doch radikalisiert die Erfolglosigkeit der Politik die politischen Vorstellungen. Die Idee eines demokratischen Sozialismus muß notwendigerweise scheitern (in der DDR verbunden mit dem Scheitern der staatlichen Existenz des Landes); die Linke ersetzt ihre fehlenden Visionen durch ein neues Feindbild: gegen Rechts. Ein Entweder/Oder wird aufgestellt, daß kein Entweder/Oder ist. … Die Früchte der Revolution ernten nicht die, die den Freiheitsbaum gepflanzt haben.
… In der Dialektik schien es ein Übergang von der formellen zur reellen Subsumtion zu sein, ein Übergang von der Dominanz der Formen (so ist die Diktatur nur eine Formfrage) zur Präsenz der Inhalte.
Stattdessen ist die Reform das Leichentuch des Sozialismus. Denn im Moment der Reform zerfällt ihre Voraussetzung; das Zu-Reformierende entzieht sich der Reformierbarkeit.
Auch die Vergesellschaft der Produktion erweist sich als Schein (die vergesellschafteten Betriebe haben sogar Mühe, miteinander zu telefonieren), und der Rückgriff auf Maßnahmen des Kapitalismus der freien Konkurrenz (gleichgültig, wie frei diese Konkurrenz war oder sein wird) als Notwenigkeit. Die Produktion folgt ihrer eigenen Logik, und der Zwang zur Effizienz begräbt den Sozialismus und alle seine Ikonen: das staatliche Eigentum, die Diktatur des Proletariats, die (R)Einheit aller Klassen und Schichten, die planmäßige Entwicklung der Produktion und der Gesellschaft.
Mit der Preisgabe des Scheins werden die Differenzen bewusst.
Man beginnt die Geschichte von vorn zu schreiben, an manchen Orten im Jahre 1922. Das Dazwischen: eine künstliche Atempause, die Unterdrückung der Hatz der schönen neuen Welt.

Auch die DDR ist chancenlos: die Mauer wurde gebaut, um das Ausbluten der DDR zu verhindern, und sie wird geöffnet, um das Ausbluten der DDR zu verhindern. Doch konnte vor dem Bau der Mauer angenommen oder behauptet werden, daß der Würgegriff des Westens die eigenständige Entwicklung des Sozialismus verhindere. Jetzt, da auch die Korrigierbarkeit der Interessen innerhalb des Systems die Bilanzierung seiner Krise nicht verhindern kann, da von den großen Ideen nur (Rechts-) Schutz vor diesen Ideen geblieben ist, bleibt nur der Tag der bedingungslosen ökonomischen Kapitulation abzuwarten. Ehe eine wirtschaftliche Talfahrt, vergleichbar der Länge in anderen sozialistischen Ländern, das Land in den weiteren Ruin treibt, nimmt die Sehnsucht der einzelnen nach Staat, nach Lösungen, nach geordneten Verhältnissen, die Angst vor Instabilität, in einem Maße zu, daß der Ruf Deutschland-einig-Vaterland mehrheitsfähig wird.
Wann und ob der Stempel “Wiedervereinigung” oder Bundesstaatlichkeit” dem Land aufgedrückt wird, ist demgegenüber eine Frage psychologischer Natur.

178 Defilé

Die Arbeiterklasse hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Arbeiterklasse, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle Kapitalverhältnisse zerstört. Sie hat die einförmigen Kapitalbanden, die den Menschen an seine Arbeitskraft knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übrig gelassen als die nackte Überwachung, als die gefühlvoll verschleierte Entmündigung. Sie hat das eiskalte Wasser egoistischer Berechnung verschmutzt mit den ihr heiligen Schauern der säkularisierten Schwärmerei, mit dem proletarischen Pathos, der revolutionären Romantik. Sie hat den Tauschwert in der persönlichen Erniedrigung aufgelöst und an die Stelle der einen gewissenlosen Handelsfreiheit die zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Gefängnisse gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der offenen, unverschämten, direkten Ausbeutung die mit säkularisierten und politischen Illusionen verhüllte Ausbeutung gesetzt.
Alle bisherigen Gesellschafts- und Staatsformen, alle altüberlieferten Vorstellungen wurden als unvernünftig in die Rumpelkammer geworfen; die Welt hatte sich bisher lediglich von Ausbeutung leiten lassen; alles Vergangene verdiente Mitleid und Verachtung. Jetzt erst brach das Tageslicht, das Reich der Vernunft an; von nun an sollte der Aberglaube, das Unrecht, das Privilegium und die Unterdrückung verdrängt werden durch die ewige Wahrheit, die ewige Gerechtigkeit und die unveräußerlichen Menschenrechten.
Wir wissen jetzt, daß dies Reich des Sozialismus weiter nichts war als der idealisierte Wunsch einiger Vertreter der Arbeiterklasse; daß die proletarische Gerechtigkeit ihre Verwirklichung fand in den Schauprozessen; daß die neue Freiheit hinauslief auf die neue Unfreiheit; daß die Überlegenheit der sozialistischen Nationalkultur endet in der Zensur; daß als einer der wesentlichsten Nachteile proklamiert wurde – das sozialistische Eigentum, die Marxsche Utopie der Wissenschaft, ins Leben trat und nur ins Leben treten konnte als stalinistische Diktatur.
So wenig wie all ihre Vorgänger konnten die großen Denker des 19. Jahrhunderts hinaus über die Schranken, die ihnen ihre eigene Epoche gesetzt hatte, noch vermochten sie zu ahnen, wie sehr ihre Sätze den rohen und gedankenlosen Kommunismus auf die Verwirklichung ihrer Utopie, den real existierenden Sozialismus, zutreffen würden, und in welchem Maße dieser gezwungen war, sich gegen das reichere Privateigentum durchzusetzen:
Der Kommunismus … ist in seiner ersten Gestalt nur eine Verallgemeinerung und Vollendung des allgemeinen Privateigentums, als solche zeigt er sich in doppelter Gestalt: einmal ist die Herrschaft des sachlichen Eigentums so groß ihm gegenüber, daß er alles vernichten will, was nicht fähig ist, als Privateigentum von allen besessen zu werden; er will auf gewaltsame Weise von Talent etc abstrahieren, der physische, unmittelbare Besitz gilt ihm als einziger Zweck des Lebens und Daseins; die Bestimmung des Arbeiters wird nicht aufgehoben, sondern auf alle Menschen ausgedehnt; das Verhältnis des Privateigentums bleibt das Verhältnis der Gemeinschaft zur Sachwelt.
Der allgemeine und als Macht sich konstituierende Neid ist die versteckte Form, in welcher die Habsucht sich herstellt und nur auf eine andere Weise sich befriedigt.
Der Gedanke jedes Privateigentums als eines solchen ist wenigstens gegen das reichere Privateigentum als Neid und Nivellierungssucht gekehrt, so daß diese sogar das Wesen der Konkurrenz ausmachen.
Der rohe Kommunist ist nur die Vollendung dieses Neides und dieser Nivellierung von dem vorgestellten Minimum aus. Er hat ein bestimmtes begrenztes Maß.
Wie wenig diese Aufhebung des Privateigentums eine wirkliche Aneignung ist, beweist eben die abstrakte Negation der ganzen Welt der Bildung und der Zivilisation; die Rückkehr zur unnatürlichen Einfachheit des armen und bedürfnislosen Menschen, der nicht über das Privateigentum hinaus, sondern noch nicht einmal bei demselben angelangt ist.
Die erste positive Aufhebung des Privateigentums, der rohe Kommunismus ist also nur eine Erscheinungsform von der Niedertracht des Privateigentums, das sich als das positive Gemeinwesen setzen will.
Jener noch unvollendete Kommunist sucht für sich aus einzelnen, dem Privateigentum entgegenstehenden Geschichtsgestalten einen historischen Beweis, indem er einzelne Momente aus der Bewegung herausreißt und als Beweis seiner historischen Vollblütigkeit fixiert, womit er eben dartut, daß die unverhältnismäßig größere Bewegung seinen Behauptungen widerspricht und daß, wenn er einmal gewesen ist, eben sein vergangenes Sein die Prätention des Wesens widerlegt.

181 Kommunismus

Wenig scheint heute ferner zu sein als der Kommunismus. Doch ist das Fernste oft die Nähe und das Etwas erscheint als ein anderes.
Die Effizienz schafft den Überfluß, die Nicht-Effizienz den Mangel.
Der Mangel zwingt zur Beurteilung der Produktion unter dem Blickwinkel der Effizienz. Diese Beurteilung – festigt den Mangel. Man muß das Mögliche auf das Notwendige beschränken, das Zulässige auf das Nützliche, das heißt: auf das dem Mangel Nützliche.
Der Überfluß zwingt zur Vermehrung des Überflusses, und zur Steigerung der Effizienz.
Die Effizienz ist der Narr der Produktionen.
Wer effizient produziert, muß den Überfluß ertragen. Wer nicht-effizient produziert muß mit dem Mangel leben. Jede Anstrengung hat ihren Preis.
Der Überfluß ist ohne Sinn, doch sein Konkurrent, der Mangel, soll sinnvoll sein.

Hier hebt der deutsche Philosoph den Zeigefinger.
Denn natürlich muß man unterscheiden zwischen dem Überfluß an Produkten und dem Überfluß an Ideen.
Wohl an. Die Effizienz schafft den Überfluß an Produkten, die Nicht-Effizienz den Überfluß an Ideen.
Der Überfluß an Ideen schafft die Sehnsucht nach dem Überfluß an Produkten. Die Ideen – seit Nietzsche entblößt als Teil der Macht – dienten der Festigung der Ordnung.
Die Festigung der Ordnung diente einem Ziel: dem Aufbau des Kommunismus, der Gesellschaft des Überflußes an Produkten und Ideen. Diese Ideen endlich werden nicht mehr an die Ordnung binden, sondern die Ordnung soll sich nach den Ideen richten.
Herrscht ein Überfluß an Ideen, so auch ein Überfluß an Gewalt.
Das kömt, weil Ideen Gewalt (Interessen) verkörpern und sich nur durch Gewalt (Interessen) am Leben halten.
Auch die Forderung nach Gewaltlosigkeit ist für den, der gewalttätig ist (und sein muß), eine Gewalt (ein Interesse). Denn die Forderung unterdrückt, was unumgängliche Äußerung und Produktivität ist: die Lust an der Zerstörung, am Vorwärtsschreiten also.
Doch sind Ideen hier nicht Ideen an sich, sondern an konkrete Verhältnisse gebunden. In der Gesellschaft des Überflußes an Produkten und Ideen sollen Ideen keine Gewalt verkörpern.
Herrscht ein Überfluß an Ideen, die keine Gewalt (Interessen) verkörpern, so ist der Überfluß wohl ein Überfluß, aber die Ideen sind keine Ideen.
Ideen sind wie in der Gesellschaft des Überflußes an Produkten bloße Koketterie. Sie können gedacht werden oder auch nicht, das ist beides gleich gültig. Sind alle Ideen möglich, ist keine Idee notwendig.
Die Gesellschaft des Überflußes an Produkten ermöglicht alle nur möglichen Ideen mit Ausnahme der Idee, den Überfluß zu begrenzen. (Ohnehin kann der Überfluß nicht begrenzt werden, oder nur als Mangel.)
Die Gesellschaft des Überflußes an Produkten jagt dem Ziel (dem Kommunismus) nicht nach (wie ihr Konkurrent, der Mangel), das Ziel ergibt sich von selbst.
Das Ziel ergibt sich nicht aus der Idee, sondern aus dem Ideenlosen, und indem es ideenlos bleibt.
Zwar könnte das Ideenlose auch voller Ideen sein, doch das ist nicht notwendig, und wenn es nicht notwenig ist, ist es überflüßig, und die Effizienz ist auch das Grabmal des Intellekts.
Die Idee (der Kommunismus) ist ein ideenloser Zustand.
Die Auslöschung des Bewusstseins (deren Vorstufe die Reduktion der Kunst auf einen Unterhaltungswert) ist ein kommunistischer Akt.

Themen: KRISE

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