Philosophie für Kinder (6)
Am Beispiel der griechischen Philosophen kann Kindern das gelehrt werden, was sie ohnehin tun: Staunen, Zweifeln, Fragen. Neugierig sein, etwas wissen wollen im Sinne von, sein Wesen erfassen, es begrifflich zum Leuchten zu bringen.
Heraklit hat Kinderweisheiten verfasst: „Das Wesen liebt es, sich zu verbergen.“, „Unsichtbare Harmonie ist stärker als sichtbare.“
Gefühle werden nur selten offen ausgesprochen. Im Gefühl ist jeder zunächst mit sich allein. Das Wesen zeigt sich im Gefühl, wenn auch in konturloser Gestalt. Das Gefühl kokettiert in der Art und Weise, wie es sich ausdrückt, es zeigt sich indirekt, es lässt sich nicht immer anmerken, da zu sein.
Jedes Kind weiß was Trotz ist, deshalb versteht es, dass sein Wesen verkleidet auftritt.
Oder, Heraklit in Hinsicht auf die Pythagoreer sagt: „Sie verstehen nicht, wie es (das All), zwieträchtig, mit sich selbst im Logos übereinstimmt: gegenstrebige Führung (Harmonie) wie von Bogen und Leier.“
Das Schöne kann nicht unmittelbar sinnlich erfasst werden. Der Anblick des Schönen (einer ukrainischen Bushaltestelle) muss mit der Idee oder dem inneren Bild des Schönen verknüpft werden.
Deshalb sagt Heiner Müller: „Der Rang eines Kunstwerks bemisst sich daran, wie weit es uns ermöglicht, uns von ihm zu entfernen, ohne es zu verlassen.“
Der Anblick des Schönen führt den Betrachter von sich weg und zu sich hin, in gegenstrebiger Führung.