Die Neuapostolische Kirche (1)

Die Neuapostolische Kirche ist die drittgrößte christliche Religionsgemeinschaft in Deutschland, sie hat heute 370.000 Mitglieder und ist berechtigt, Religionsunterricht an Schulen abzuhalten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie als Nachfolgerin einer aus Großbritannien stammenden Erweckungsbewegung, der „Katholisch-Apostolischen Gemeinschaft“, gegründet, und zwar von einem Herrn Krebs.
Fritz Krebs aus dem Harzdorf Elend ernannte sich selbst zum Stammapostel. Der Stammapostel, so die bis heute gültige Lehre, ist der Repräsentant Christi auf Erden und Empfänger der Offenbarungen Gottes.
Fritz Krebs lehrte, dass ihm und den zwölf Aposteln die gleiche religiöse Autorität zustehe wie den biblischen Aposteln. Jesus Christus persönlich habe sie mit der gleichen Vollmacht ausgestattet wie seinen eigenen Jüngern.
Krebs, der „Schmiedemeister der Gemeinden“, wie er in der neuapostolischen Literatur genannt wird, „verfolgte seine Ideen mit glühender Hingabe und fanatischem Eifer“.* Die Gläubigen in seiner Kirche warnte er mit den Worten: „Wenn ich die Hand zurückzöge, wäre es euer Tod auf der Stelle“. Für Krebs enthielt die Bibel „vertrocknetes Heu aus der Vergangenheit“, „altes schmutziges Grubenwasser“. Die Worte der neuapostolischen Apostel aber seien das „frische Grünfutter“ und das „frische, lebendige Quellwasser“.
Sein Nachfolger, Stammapostel Niehaus, war bekannt für seine Liebe zu aufwendigen Festen und für seinen Wahlspruch, „Erst komme ich, dann kommt der Herr“. Er regierte, wie es heißt, mit absoluter Autorität und drohte, an seiner „Dickfaust und eisernen Stirn werden die zerschellen, die sich nicht fügen“. Ob es ein Bären- oder Wolfsgesicht sei, so der Kirchenführer, „ich will sie zerreißen und nicht schonen“.
Der Stammapostel von 1933, Johann Gottfried Bischoff, predigte, dass mit Adolf Hitler der von Gott gesandte Führer gekommen sei. „Was dem Volke im Kino, Theater und Literatur als das Produkt einer jüdisch-marxistischen Klique geboten wurde, haben wir immer abgelehnt“, schrieb er.

* Krawilitzki, Die Neuapostolischen, Bad Blankenburg 1930

BIOGRAFIE FRITZ KREBS:
http://www.apostolischekritiek.nl/biografie_stamapostel_krebs.htm

HEUTE:
GLAUBENSBEKENNTNIS DER NAK
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Themen: Politik und Gesellschaft

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