Zur Industrialisierung des Bewusstseins (1)

Das böse Erwachen nach der vollzogenen Ehe von Mensch und Maschine soll in 34 Jahren stattfinden, dann „Überholen uns die Maschinen“ („Cicero“).
Der Knecht Gottes wird Homo digitalis, er vervielfältigt sich – „das Gehirn wird man als bloßes Softwareprogramm im Internet downloaden und damit Superman-Avatare lenken, die an unserer Stelle durch die Welt laufen“. Und er materialisiert sein Denken, er gibt es zur Verwertung frei: „Zu steuern werden die dienstbaren Hightechzwerge zunehmend durch bloße Gedankenkraft sein: Ich denke, also bin ich – schwups! – im Netz.“

Wird dieses Wesen noch Sinn für Schönheit haben? Wird es Kunst und Transzendenz wollen? Was ist mit den Träumen, werden sie automatisch ins Süssliche transformiert? Wird Angst ein statistischer Wert werden und ein Verbrechen ein Programmierungsfehler? So etwas wie Intimität werden die Maschinen wohl nicht mehr zulassen.

Trost bleibt: Es kommt immer anders als gedacht, „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile„. Man muss den Prozess nicht oder nur bis zu einem gewissen Grade mitmachen. Alt und neu bestehen oft nebeneinander, wie Neandertaler und Homo sapiens kann letzterer auch mit dem Homo digitalis eine Zeitlang in Gesellschaft leben.
Siehe hier ein Beispiel aus Rumänien – „Und ewig grunzt das Hausschwein„. (Leider nicht mehr online.)

Themen: Politik und Gesellschaft

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