<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Honigdachs</title>
	<atom:link href="http://www.honigdachs.com/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.honigdachs.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 29 Jul 2010 17:22:18 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Das Ego im Feuer (5)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3239</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3239#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 17:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tour de Wolga]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3239</guid>
		<description><![CDATA[Die letzte Pruefung an diesem Tag: um einen ruhigen Schlafplatz zu finden, muss ich noch einen Berg hoch, der ist steil, liegt in der Abendsonne, d.h. das kalt gekaufte Bier wird sich erwaermen. Die Steigung schaetze ich auf 12 &#8211; 15%, ich fahre in Serpentinen, absteigen will ich nicht. 170 km am heutigen Tag, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzte Pruefung an diesem Tag: um einen ruhigen Schlafplatz zu finden, muss ich noch einen Berg hoch, der ist steil, liegt in der Abendsonne, d.h. das kalt gekaufte Bier wird sich erwaermen. Die Steigung schaetze ich auf 12 &#8211; 15%, ich fahre in Serpentinen, absteigen will ich nicht. 170 km am heutigen Tag, so werde ich morgen wohl zu einer freundlichen Zeit am Don eintreffen und mich bei Fjodor und Sina in der kuehlen Stube auf die Couch legen koennen.<span id="more-3239"></span><br />
Auf dem Berg nur kahle Flaechen, kein Waeldchen, und ich bin nicht einmal sicher, ob ich hier oder erst spaeter ueber die Felder rechts abbiegen sollte, obwohl die Beschreibung der Verkaeuferin im letzten Geschaeft ziemlich genau war. Die Frau konnte sich tatsaechlich, was ziemlich selten ist, in mich als Radfahrer hineindenken &#8211; &#8220;Wenn Sie nach Bugutshar und ueber die Trasse wollen, koennen Sie eine Abkuerzung ueber den Berg nehmen, dort ist die Strasse zwar nicht asphaltiert, Sie muessen etwa 8 Kilometer ueber die Felder fahren, aber Sie brauchen keine Angst haben, wenn Sie so weit schon gefahren sind, werden Sie das schaffen&#8221; &#8230; waehrend ich sonst manchmal seltsame Auskuenfte erhalte, wie etwa: &#8220;In diesem Staedtchen (20 km weiter) bin ich noch nie gewesen&#8221;.</p>
<p>Eine Baeuerin huetet die Kuehe, sie haelt die Hand gegen die Sonne, um mich zu sehen. Wenn ich rufen wuerde, wuerde sie sicher kommen und mir den Weg erklaeren. Ohne den Grund zu kennen, fahre ich weiter. Am Horizont ist schon ein Wald zu sehen; dort erfreuen sich Muecken an meinem schmackhaften Blut. Zelt aufbauen, duschen, Bierchen trinken, Notizen machen &#8230;</p>
<p>Den naechsten Tag radle ich doch im Koma &#8211; alles Gegenstaendliche verschwindet im Moment der Betrachtung; der Asphalt brennt wieder, ich hoere mein Keuchen, die Zunge schwillt. Gerade so noch schaffe ich es bis Podkonovka, ich reiche Sina und Fjodor eine Tuete mit Eis, lege mich in den Schatten und schlafe, und Volodja, der zehnjaehrige Enkel, begruesst mich nach dem Aufwachen, waehrend die Sonne untergeht, mit einem herzlichen &#8220;Guten Morgen!&#8221;.</p>
<p>Es wird noch ein langer Abend. Sina, die ehemalige Lehrerin, fragt Vokabeln ab; ich berichte von meiner neuen Liebe (Wie alt ist sie? Russinen sind die besten Frauen!&#8221;). Fjodor verbluefft mich mit einzelnen deutschen Formulierungen, die er vor mehr als 40 Jahren in der Schule gelernt hat &#8211; &#8220;Kommt Zeit, kommt Rat. Was Hans nicht lernt &#8230;&#8221; Und nach seinen Erklaerungen verstehe ich auch, weshalb man in mir doch immer wieder den Deutschen erkennt, weshalb der Akzent eben nicht von einem Franzosen oder Englaender stammen kann &#8211; man hat zu oft westliche Filme gesehen und kann die Feinheiten gut unterscheiden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3239</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schicksal</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3286</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3286#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 07:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3286</guid>
		<description><![CDATA[Mein Leben ist so beispielhaft, dass ich nur kichern kann, wenn ich darueber nachdenke. Die Welt der Erwachsenen habe ich frueh schon als feige und verlogen kennengelernt (&#8220;Mich erzog der Wohllaut des saeuselnden Hains / Und lieben lernt ich unter den Blumen&#8220;). Der Klassenlehrer, ein Verraeter aus dem Westen, der gegen Verrat predigte, polterte, schimpfte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Leben ist so beispielhaft, dass ich nur kichern kann, wenn ich darueber nachdenke. Die Welt der Erwachsenen habe ich frueh schon als feige und verlogen kennengelernt (&#8220;<a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabId=3946&amp;alias=wzo&amp;cob=460505">Mich erzog der Wohllaut des saeuselnden Hains / Und lieben lernt ich unter den Blumen</a>&#8220;). Der Klassenlehrer, ein Verraeter aus dem Westen,<span id="more-3286"></span> der gegen Verrat predigte, polterte, schimpfte, der puterrot gegen uns Kinder speite, die wir, heimlich, wie er behauptete, &#8220;Westfernsehen&#8221; guckten, aber der in einer Pause, nachdem <a href="http://www.fcbayern.t-home.de/de/aktuell/start/index.php">Bayern Muenchen</a> einen grandiosen Sieg eingefahren hatte, laessig im Voruebergehen meinte: &#8220;Na, gestern Bayern geguckt?&#8221;, waehrend der Mathematiklehrer, den alle Schueler liebten, weil er nicht nur geduldig und plastisch auch die schwierigsten Sachverhalte erklaeren konnte, sondern ganz nebenbei auch kein Denunziant war, sondern Gitarre spielen und sich auf eine Schneeballschlacht einlassen konnte, also Humor besass und sich nicht als Retter und Fanatiker gebaerdete, ob der Spaltungen, der Luegen, die er nicht aushielt, zum Alkoholiker wurde, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte. Mein Spitzname &#8211; Kaiser Franz, oder, fuer Freunde, Franz &#8211; war ebenfalls dem Fussballjargon entsprungen, der Klassenlehrer nutzte ihn ebenfalls; dass dieser Name etwas ueber eine spaetere Liebe aussagen sollte, wusste ich noch nicht. Geboren an einem Tag mit vier Einsen, am gleichen &#8211; gehts noch schlimmer? &#8211; Tag wie Fjodor Michailovitsh, an einem Sonntag zumal, in einem Dorf mit einem sprechenden Namen, der schon die weitere Richtung wies, und das an der NAHTSTELLE  ZWEIER WELTSYSTEME lag; ausgestattet mit einem Namen, dessen <a href="http://www.honigdachs.com/?p=1387">Etymologie</a> weit ins Indische zurueckreicht; unter Verhaeltnissen, die man niemandem wuenschen mag und die jede spaetere <a href="http://www.bionity.com/news/d/10368/">Entgleisung </a>rechtfertigen sollten, und auch noch mit Talent ausgestattet, was sich, bei aller Bescheidenheit, nicht leugnen laesst &#8230;<br />
Wem da nicht schwindlig wird, der muss dauerhaft besoffen sein.</p>
<p>Und wie habe ich diese grandiosen Voraussetzungen genutzt? Schlecht, sehr, sehr schlecht. Immerhin, ich habe es bis nach Blisnjuki geschafft, wo ich eben jetzt dies notiere, in der Wohnung des Serganten Jura, und wo ich zum Ehrenmitglied der ukrainischen Miliz ernannt wurde; ich habe zwei drei Gedanken formuliert, die kein anderer haette sagen koennen.<br />
Aber ich war nicht konsequent, nicht aufmerksam genug. <a href="http://www.glanzundelend.de/konstanteseiten/kafkatext.htm">&#8220;Wegen der Ungeduld sind die Menschen aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der Laessigkeit kehren sie nicht zurueck.&#8221;</a></p>
<p><span style="font-family: Verdana; font-size: x-small;"><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3286</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>EKEL EKEL EKEL</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3267</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3267#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 06:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3267</guid>
		<description><![CDATA[Wenn ich Artikel wie den ueber die &#8220;Futterkrise in den Weltmeeren&#8221; lese, wird mir einfach nur uebel, ich koennte kotzen, ich ueberlege (hilflos, ja klar) fuer Momente, ob es nicht wenigstens rechtliche Moeglichkeiten gibt, all diese Industrieminister, Wachstumsanfeuerer, Konsumideologen, zu verklagen &#8230; wie bloed und deutsch das ist, weiss ich ja selbst.
Soll man Aufrufe starten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich Artikel wie den ueber die <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,708882-2,00.html">&#8220;Futterkrise in den Weltmeeren&#8221;</a> lese, wird mir einfach nur uebel, ich koennte kotzen, ich ueberlege (hilflos, ja klar) fuer Momente, ob es nicht wenigstens rechtliche Moeglichkeiten gibt, all diese Industrieminister, Wachstumsanfeuerer, Konsumideologen, zu verklagen &#8230; wie bloed und deutsch das ist, weiss ich ja selbst.<span id="more-3267"></span><br />
Soll man Aufrufe starten und Manifeste verfassen &#8211; STUERMT DIE PARLAMNTE! VERSCHROTTET ALLE AUTOS! LEBT OHNE STROM!? Soll man zum <a href="http://mi3ch.livejournal.com/1693787.html">Unabomber</a> werden? HILFT MILITANZ? Nichts hilft, ich koennte es in 1000 Varianten begruenden, objektivistisch, soziologisch, oekonomisch, phanomenologisch, psychologisch, literarisch &#8211; der Untergang kann nicht verhindert, nur gefeiert werden. Der alte Satz des weisen Spinoza, dass sich das Leben, vor allem das menschliche, unendlich fortsetzt, gilt nicht mehr, denn Spinoza war dieser Auffassung nur, weil er keinen Kuehlschrank besessen hat.</p>
<p>Wie dumm diese Menschheit ist. In welche Welt wachsen die Kinder hinein &#8211; Kinder, die Tierschuetzer werden wollen, die deshalb mutig und stark werden wollen? Dieses Verbrechen zumindest habe ich noch nicht begangen, Vater zu werden. Man macht dennoch weiter, ich auch, ich lebe und bin gluecklich, auch wenn die Worte zu Asche werden im Mund.</p>
<p>Neuchtern gesprochen: das 21. Jahrhundert ist endgueltig das apokalyptische, die Menschheit wird nicht verschwinden, aber FUER ALLE REICHT ES NICHT.</p>
<p>Baeh, man muss die aktuelle Politik (<a href="http://www.pendlerrechner.de/">Pendlerpauschale</a>, <a href="http://www.geldseligkeiten.de/Steuerprogression.html">Steuerprogression</a>, <a href="http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/5383">Mindestlohn</a>, <a href="http://blog.greenpeace.de/aberwitziges-cdu-papier-zum-atomausstieg/">Atomausstieg</a>) bloss an diesen Erwartungen messen, um das moralische Recht fuer sich in Anspruch zu nehmen, nur eine <a href="http://www.sieglindegeisel.ch/index.php/literatur/articles/im-sperrgebiet.html">Haltung des Ressentiments</a> als edel zu bezeichnen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3267</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hephaistos, Notizen (3)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3244</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3244#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 05:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3244</guid>
		<description><![CDATA[Spannung und Harmonie sind wesensverwandte Attribute. Gelungene Harmonie ist gelungene Spannung und umgekehrt. Wenn der Vorhang sich oeffnet und mit dem ersten Satz der Reigen beginnt, tritt die Erwartung ins Spiel, die gnadenlos bedient werden will.
Bsp.: Aischylos, Der gefesselte Prometheus: 
&#8220;KRATOS: Wir stehn am fernsten Saum der Welt, dem skythischen
Gelände jetzt, in unbetretner Einsamkeit.&#8221;
Was kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spannung und Harmonie sind wesensverwandte Attribute. Gelungene Harmonie ist gelungene Spannung und umgekehrt. Wenn der Vorhang sich oeffnet und mit dem ersten Satz der <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/Reigen">Reigen</a> beginnt, tritt die Erwartung ins Spiel, die gnadenlos bedient werden will.<span id="more-3244"></span></p>
<p>Bsp.: <a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&amp;xid=12&amp;kapitel=2&amp;cHash=1&amp;hilite=Hephaistos#gb_found">Aischylos, Der gefesselte Prometheus: </a><br />
&#8220;KRATOS: Wir stehn am fernsten Saum der Welt, dem skythischen<br />
Gelände jetzt, in unbetretner Einsamkeit.&#8221;<br />
Was kann am fernsten Saum der Welt, im skythischen Gelaende, geschehen? Die Nennung des Ortes ist nicht profan. In die Nennung sind <a href="http://www.guildwiki.de/wiki/Widerhaken">Widerhaken</a> eingeschrieben. Der fernste Saum der Welt ist ein besonderer Ort, er ist niemals betreten worden.</p>
<p><span>&#8220;Hephaistos</span>, du wirst eingedenk jetzt sein des Amts,<br />
Das dir der Vater übertrug, den Frevler hier<br />
In diamantner Fesseln unlösbarem Netz<br />
Hoch anzuschmieden auf den gipfelsteilen Fels.&#8221;</p>
<p>Kratos, eigentlich der Gehilfe des Hephaistos, fordert diesen auf, seines Amtes zu walten; er enthebt ihn mit dem Hinweis, dass der Vater ihm dieses Amt uebertrug, sogleich auch der Verantwortung fuer sein Tun, er bezeichnet den Taetigen insgeheim als Stellvertreter. Wuerde dieser Vorgang aus Sicht des Prometheus geschildert, wuerde die Handlung des Hephaistos feiger erscheinen. Kratos liefert die Begruendung, das moralische Motiv:</p>
<p>Prometheus &#8220;stahl einen Funken des wunderkünstlichen Feuers, gab ihn preis den Sterblichen&#8221;.<br />
Aus der Erwartung entstehen Fragen:<br />
Was wird Hepahaistos tun? Ist es ein Konflikt fuer ihn, Prometheus an den Fels zu schmieden? Bedarf es weiterer Ueberredungskuenste des Kratos? Was wird Prometheus tun, wird er widersprechen, sich wehren, klagen, stolz sein Schicksal annehmen?<br />
Waere gar ein Mensch, ein Nutzniesser von Prometheus Tat, anwesend, wuerde die Erwartung des Zuschauers sich auch auf diesen beziehen. Ein anwesender Mensch wuerde die Motivlage verwischen.</p>
<p>Der Spielort und die Handlungen sind also miteinander verknuepft, bedeutungslos ist hingegen die Zeit, in welcher sich das Drama abspielt. Etwas ist in der Vergangenheit geschehen, es ragt in die Gegenwart, die Folgen werden hier abgehandelt.</p>
<p>Was weiterhin auffaellt, ist die Dichte der Formulierungen; jede Aussage, jede &#8220;Sinneinheit&#8221;, schafft eine neue Erwartung, es gibt kein leeres Tun &#8211; womit die Erwartung sich in aeusserster Spannung befindet, die Aufmerksamkeit wird nicht abgelenkt durch ueberfluessiges Dekor.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3244</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dostojevskij zu hart fuer den Alltag?</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3201</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3201#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 15:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3201</guid>
		<description><![CDATA[Ich muss unbedingt nach Moskau (zu Fuss, auf allen Vieren, oder wie auch immer). Dort gibt es jetzt eine Metrostation, die Fjodor Michailiovitsh Dostojevskij gewidmet wurde! Und wie gewidmet! Mit, wie Kerstin Hom in der FAZ schreibt, &#8220;Steinfresken im Stil russischer Ikonenmalerei&#8221; oder, wie es etwas verschaemt am Ende des Artikels heisst, mit Mosaiken, ueber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss unbedingt nach Moskau (zu Fuss, auf allen Vieren, oder wie auch immer). Dort gibt es jetzt eine Metrostation, die Fjodor Michailiovitsh Dostojevskij gewidmet wurde! Und wie gewidmet! Mit, <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/moskauermonitor/archive/2010/07/02/dostojewski-in-der-metro-zu-depressiv-fuer-den-berufsverkehr.aspx">wie Kerstin Hom in der FAZ schreibt</a>, &#8220;Steinfresken im Stil russischer Ikonenmalerei&#8221; oder, wie es etwas verschaemt am Ende des Artikels heisst, mit Mosaiken, ueber deren Demontage der Metrodirektor Gajew bereits nachgedacht hat.<span id="more-3201"></span><br />
In der russischen Presse wird, so weit sie mir im Internet zugaenglich ist, ebenfalls von <a href="http://www.izvestia.ru/moscow/article3141796/">скандальных мозаик</a> geschrieben. Auf den Bildern (<a href="http://www.lookatme.ru/flows/moscow-news/posts/97523-dostoevski">auch hier</a>) ist zunaechst nicht klar zu erkennen, dass es sich um die klassische profanisierte Kirchenkunst handelt. Selbst die Filmaufnahmen vom <a href="http://observers.france24.com/en/content/20100719-russia-moscow-dostoyevsky-metro-station-murals-depressing-suicide-dostoevsky-dostoevskaya">&#8220;Observer&#8221;</a> sind nicht genau genug.<br />
Der Kuenstler Художник Иван Николаев arbeitete schon 20 Jahre (уже 20 лет!) an dem Projekt.<br />
В итоге мозаики появились только на двух пилонах,  расположенных по диагонали станции. Я взял те же материалы и цвета,  которые использовались архитекторами: светло-серый, голубой, белый и  черный мрамор.</p>
<p>Boshe moi. Diese Neuigkeit ist eine Feier wert. Gott segne Nikolai Iwanow. Der weiss, wofuer er lebt. Raskolnikovs Mord in Stein, die Vorahnung von Auschwitz, keine &#8220;Horrorgeschichte von ideologisch gerechtfertigtem Mord und Totschlag&#8221; (Kerstin Holm, FAZ), sondern taegliche Wirklichkeit &#8211; jedes Mitglied des &#8220;Jaegerkommandos&#8221; der US-Armee ein Raskolnikov -, in einer Metrostation! Das haut den staerksten Hyperboreer um.</p>
<p>Iiiiiiiiiii, pfui, die stumpfen  Seelen beginnen gleich zu diskutieren: Es koennten doch diese Mosaike <a href="http://www.newser.com/story/93478/dostoevsky-station-may-be-suicide-lure.html">zum Freitod einladen</a>, sie seien in ihrer Wirkung doch viel zu depressiv (<a href="http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/7843557/Moscows-Dostoevsky-station-could-be-suicide-mecca.html">auch hier</a>).<br />
Und die Millionen Bildschirme in den Metrowagen wohl inzwischen aller Hauptstaedte, mit Ausnahme Kubas und Nordkoreas, auf denen die schwachsinnigen Verheissungen des schoenen Scheins sekuendlich wechseln, sollen keine Einladung sein, sich vor dieser Welt zu ekeln? Die Gespraechsverhinderungsmaschinen erzeugen Lebensfreude? Ach ja, es gibt ja so viele von ihnen.<br />
Auf Dostojevskijs Antlitz werden die Ameisen noch pinkeln, wenn kein Strom mehr fliesst und alle Raeder stillstehen, und das ist seiner wuerdig.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3201</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hephaistos, Notizen (2)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3186</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3186#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 07:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3186</guid>
		<description><![CDATA[Das Lauern beim Schreiben: Die gewaehlte Perspekive traegt, aber wie lange? Wie ergiebig ist sie, wann wird sie eintoenig? Kunst darf nicht langweilen, das ist das einzige Verbot, das immer gilt.
Die Perspektive ist eine Subjekt-Subjekt-Beziehung, auch wenn das Subjekt ein Objekt betrachtet, also einen Stein, ein Haus oder eine Landschaft. Der Sprechende / Denkende hoert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lauern beim Schreiben: Die gewaehlte Perspekive traegt, aber wie lange? Wie ergiebig ist sie, wann wird sie eintoenig? Kunst darf nicht langweilen, das ist das einzige Verbot, das immer gilt.<br />
Die Perspektive ist eine Subjekt-Subjekt-Beziehung, auch wenn das Subjekt ein Objekt betrachtet, also einen Stein, ein Haus oder eine Landschaft. Der Sprechende / Denkende hoert sich selbst.<span id="more-3186"></span><br />
Mit der Intensitaet der Selbstbetrachtung vervielfaeltigen sich die Perspektiven. Alexander Watt hat dies im Gefaengnis (in Lemberg oder in der Ljubljanka?) ausprobiert: Er hat sich beim Denken beobachtet und sich als Beobachtender beobachtet und sich als beobachtender Beobachter beobachtet &#8211; also schizophrene Faehigkeiten produktiv genutzt.<br />
Mehr als eine dreistufige Selbstbetrachtung ist wohl kaum moeglich; das Gehirn wuerde wohl platzen, der Verstand kapitulieren, der Koerper sich schuetteln, Schaum aus dem Mund fliessen.<br />
Sehr gute Schachspieler erreichen die Grenzen der Vorstellungskraft unter ZEITNOT. Sie muessen ebenfalls multipel denken, in Varianten, sie muessen die mathematischen Resultate des Denkens mit den erzeugten / gefuehlten Bildern in Uebereinstimmung bringen, muessen zudem strategische und taktische Entscheidungen sprachlich formulieren.<br />
Wie bequem hat es dagegen der Autor, er kann warten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3186</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gruess Gott, Auschwitz!</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3127</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3127#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 14:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3127</guid>
		<description><![CDATA[Was soll diese Empoerung nach der Veroeffentlichung der Geheimdokumente ueber die Killeraktionen der &#8220;Spezialeinsatzkraefte&#8221; in Afghanistan? Was soll das Gerede vom &#8220;tiefen Einblick in die Aktivitäten des Jägerkommandos der US-Armee&#8221;? Man erschreckt, weil im Krieg &#8220;im Geheimen&#8221; getoetet wird? Soll man etwa vor jedem Mord im staatlichen Auftrag eine parlamentarische Sitzung einberufen? Die Opposition verlangt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll diese Empoerung nach der Veroeffentlichung der Geheimdokumente ueber die Killeraktionen der &#8220;Spezialeinsatzkraefte&#8221; in Afghanistan? Was soll das Gerede vom <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708507,00.html">&#8220;tiefen Einblick in die Aktivitäten des Jägerkommandos der US-Armee&#8221;</a>? Man erschreckt, <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/wikileaks-afghanistan-task-force-373">weil im Krieg &#8220;im Geheimen&#8221; getoetet wird</a>? Soll man etwa vor jedem Mord im staatlichen Auftrag eine parlamentarische Sitzung einberufen?<span id="more-3127"></span> Die Opposition verlangt Aufklaerung? Herr Stroebele, sind Sie einverstanden damit, dass wir gegnerische Kommandeure ohne Gerichtsurteil &#8220;ausschalten&#8221;? Der Verteidigungsminister <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708616,00.html">&#8220;bezeichnet die Praxis der gezielten Toetungen als &#8220;Ueberspitzung&#8221;</a>&#8220;?<br />
Vergessen wir nicht: <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/guttenberg-sommerreise-bundeswehr">dies alles</a> dient der Sicherung deutscher Arbeitsplaetze, es steigert das Bruttosozialprodukt. Dass der Krieg ein grosses Geschaeft ist, das vornehmlich nachts abgewickelt wird, weiss doch inzwischen jedes Kind. Dass Deutschland als drittgroesster Waffenexporteur vorne mit dabei ist, sollte einem echten Deutschen doch die Brust schwellen lassen.</p>
<p>Gehts noch scheinheiliger? Sie toeten wie sie es als Kinder am Computer gelernt haben, sie fuehlen sich unverwundbar, sie zaehlen bis eins und nicht weiter, d.h. morgen und uebermorgen werden ueber Berlin und Sassnitz die Drohnen fliegen. Selbstverstaendlich verhoehnt die Praxis des Krieges jedes freiheitliche Ideal.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3127</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hephaistos, Notizen (1)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3156</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3156#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:23:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3156</guid>
		<description><![CDATA[Der Bursche beeindruckt mich. Er verspricht das zu werden, was er werden soll &#8211; komplex. Er ist der Seher, der verkannte, der ueber das Verkanntwerden lacht. Er steht fuer die Vergeblichkeit des Schoenen in einer haesslichen Welt. Er ist wolluestig, scharfsinnig, amoralisch auf den ersten und zweiten Blick, listig selbstverstaendlich, und die Zeit ist ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bursche beeindruckt mich. Er verspricht das zu werden, was er werden soll &#8211; <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/komplex">komplex</a>. Er ist der Seher, der verkannte, der ueber das Verkanntwerden lacht. Er steht fuer die Vergeblichkeit des Schoenen in einer haesslichen Welt. Er ist <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/Wollust">wolluestig</a>, scharfsinnig, amoralisch auf den ersten und zweiten Blick,<span id="more-3156"></span> listig selbstverstaendlich, und die Zeit ist ihm kostbar, weil er um ihre Vergaenglichkeit weiss. Er weiss natuerlich mehr als Menschen wissen. Er ist furchterregend, man muss ihm standhalten koennen, wenn man ihm zuhoeren und von ihm etwas lernen will. Er muss, anders als der christliche Gott, nicht betonen, dass er Gnade gewaehrt. Er liebt die Luftgeister und steinerne Statuen, sein Element ist das Feuer, es brennt nicht nur bei der Verarbeitung von Metall. Er schockiert gern, weil er den Glutkern der Karthasis ohne Schweisserbrille zu betrachten vermag.</p>
<p>Zwei Jahre trug ich die Figur mit mir herum. Banale Fragen fuehrten zu ihr hin: Gibt es eine hoehere Gerechtigkeit? Kann es tatsaechlich sein, dass Verrat staerker belohnt wird als Selbstlosigkeit? War es schon immer so, dass das Falsche, Verlogene, Nachgemachte, Gefaelschte, heftiger beklatscht und als weiser bezeichnet wird als das Bemuehen um Substanz? Ist nur die Jetztzeit so dumpf, so bloede, so feige oder war es jede Epoche?</p>
<p>Gegenargumente habe ich genug im Kopf, aber man muss ja scharfe Schnitte setzen. &#8211; Bsp.: Kafka in Prag im Buchgeschaeft. 11 Exemplare der &#8220;Betrachtungen&#8221; seien verkauft worden, erklaert der Verkaufer. Kafka selbst hatte 10 gekauft und fragte sich, wer das 11. Exemplar wohl gekauft habe. &#8211; Zu Stendhals Beerdigung erschienen 8 Leute. &#8211; Flaubert in seinem Gartenhaus, mit dem Blick auf die Seine; die Schiffer gruessen, in die Akademie der Kuenste werden die Scharlatane gewaehlt, aber die Kollegen sammeln immerhin, um dem einzigen Meister das Ueberleben und Weiterschimpfen zu ermoeglichen. &#8211; Andrej Platonov fegt den Hof vor dem Schriftstellerrestaurant, in dem die Parteipoeten Austern verspeisen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3156</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ego im Feuer (4)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3095</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3095#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 07:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tour de Wolga]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3095</guid>
		<description><![CDATA[Vielleicht habe ich doch zwei Koepfe, in einem denkt und spricht es, der andere handelt? Schmerzhaft, wie in der Kindheit, ist dieses Gefuehl aber nicht. Damals war es schlimm: der Kopf an einem Faden ueber mir, die inneren Stimmen weit weg, nur ihr Echo in meinen Ohren. Seitdem zweifle ich, dass es so etwas wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht habe ich doch zwei Koepfe, in einem denkt und spricht es, der andere handelt? Schmerzhaft, wie in der Kindheit, ist dieses Gefuehl aber nicht. Damals war es schlimm: der Kopf an einem Faden ueber mir, die inneren Stimmen weit weg, nur ihr Echo in meinen Ohren. Seitdem zweifle ich, dass es so etwas wie ein Ich gibt; als Disziplinareinheit sicher, aber sonst?<span id="more-3095"></span><br />
Choper, ob Choper ein sprechender Name ist? Hop hop. 150 km gefahren. Das naechste Dorf liegt zwischen Kreidefelsen. Es ist kein Geschaeft zu sehen, und ich brauche Wasser. Ein Mann sitzt im Schatten vor seinem blauen Haus und einem blauen Zaun. Er raucht, ich frage nach Wasser. &#8220;Langsam, langsam&#8221;, sagt er. Er legt mir gleich die Hand auf den Arm, was in Berlin als schwule Geste gelten wuerde, hier aber zur Kultur gehoert. Wenn er meine Raspelzunge haette, wuerde er meine Ungeduld vielleicht verstehen.<br />
&#8220;Nun ja, ich komme aus Berlin, jetzt aus Saratov. Haben Sie Wasser?&#8221;<br />
&#8220;Langsam, langsam&#8221;, sagt er. &#8220;Hier leben viele Nationalitaeten, Franzosen und Deutsche.&#8221;<br />
Jetzt merke ich, dass er stottert. Ausserdem will er die Katzte streicheln, die den Schweiss an meinen Knoecheln beschnuppert. Schliesslich erhebt er sich, schlurft zur Pumpe, die hinter Bueschen steht, und die ich bisher nicht gesehen habe.<br />
Das Wasser ist etwas zu kalt, aber es schmeckt; er reicht es in die Plastikflasche. Ich kippe mir etwas davon in den Nacken und ueber den Kopf. Nun soll er erzaehlen, wer hier alles lebt, meinetwegen.<br />
Da kommt ein anderer Mann auf dem Fahrrad, fragt nach Feuer; er setzt sich zu uns auf die Bank, reicht mir ebenfalls eine Flasche, ebenfalls Wasser, denke ich, aber es ist Sammogon, braeunlicher Selbstgebrannter, den ich gleich ausspucke. Der Mann lacht, ist mir aber nicht boese, es war nur ein Scherz. Er laedt mich ein, bei ihm im Hause zu duschen, mich zu erholen, eine Suppe zu essen, aber ich will nicht; ein Stueckchen will ich noch fahren, es ist erst fuenf Uhr nachmittags.<br />
Sein Fahrrad haelt der Rost zusammen, er will gleich morgen nach Berlin aufbrechen und, womoeglich fuer immer und alle Zeiten, mein Bruder sein. Ich habe schon zu viele Brueder, einen weiteren brauche ich nicht. Er raucht noch ein Zigarettchen, hinterlaesst eine Sandwolke und radelt von dannen.<br />
Der erste Freund schenkt mir die Flasche mit Wasser, Poka, und Tschuess.<br />
Um ehrlich zu sein: die beiden waren nicht ganz mein Niveau. Einen Selbstwitz muss der Gegenueber schon haben, wenn ich mich auf ihn einlassen soll. Ausserdem schwirrt mir HEPHAISTOS durch den Kopf; ich habe die Pause genutzt, zwei Saetze zu notieren.<br />
Ich sage fuer mich, er sei ein deutscher Lehrer, aber deutsch ist er nur deshalb, weil er in dieser Sprache spricht. Er ist der Gott, der den universellen Blick auf die Kuenste hat; so dass die <a href="http://www.honigdachs.com/?p=2637#more-2637">Perspektive</a> es mir ermoeglicht, alles Zufaellige und alles Notwenige aufzunehmen. Er ist der objektivierte Spucker, der das Hohngelaechter auf das Dasein anstimmt.<br />
Zwei Naechte habe ich nun schon von diesem Stoff getraeumt &#8230; </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3095</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Es ist Zeit</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/?p=3101</link>
		<comments>http://www.honigdachs.com/?p=3101#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 14:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.honigdachs.com/?p=3101</guid>
		<description><![CDATA[Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Daechern, der Westen braucht Russland, und Russland braucht den Westen. Es sind zunaechst die militaerischen und die oekonomischen Interessen, die beide Seiten wieder einander naeher gebracht haben. So ist es kaum noch eine politische Sensation, dass ueber eine NATO-Mitgliedschaft Russlands oder ueber einen visafreien Verkehr zwischen Russland und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Daechern, der Westen braucht Russland, und Russland braucht den Westen. Es sind zunaechst <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/russland-nato">die militaerischen</a> und <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-07/merkel-medwedjew-modernisierung">die oekonomischen Interessen</a>, die beide Seiten wieder einander naeher gebracht haben. So ist es kaum noch eine politische Sensation, dass ueber <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/russland-und-die-nato-annaeherung-ist-das-gebot-1.975277">eine NATO-Mitgliedschaft Russlands </a>oder ueber einen <a href="http://www.russland-news.de/medwedew_visafreier_verkehr_russland_europa_muss_sein_27421.html">visafreien Verkehr zwischen Russland und der EU</a> <a href="http://forum.ukraine-nachrichten.de/diskussionen/annaherung-ist-das-gebot-soll-russland-nato-mitglied-werden-t850.html">diskutiert</a> wird.<span id="more-3101"></span></p>
<p>So weit die Oberflaeche. Ein Blick nach rechts oder links naemlich besagt: moderne Staaten sind in einer rationalen Weise nicht regierbar. Ein Beispiel:<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8539356/Amerikas-Geheimdienste-sind-unkontrollierbar.html">&#8220;In den USA existieren sage und schreibe 1271 staatliche Organisationen  plus 1931 Privatfirmen, die sich mit Terrorbekämpfung, innerer  Sicherheit und Sammeln von Geheimmaterial beschäftigen – verteilt auf  rund 10.000 verschiedene Örtlichkeiten im ganzen Land.&#8221; </a></p>
<p>Was oder wer da zueinander findet, kann sich kein Gehirn mehr vorstellen. Der Wahnwitz hat Methode.<br />
Ich sitze an einem vermuellten See in <a href="http://uamaps.com/kharkovskaya/bliznyukovskiy/bliznyuki/">Blisnjuki</a>, ein Alexander hat mich zum Bier eingeladen, er ist etwa der tausendste Mensch, der mir erklaert, dass es in Russland und der Ukraine KEINE ZIVILISATION gebe. Eine Bauer fuehrt seine Kuh an den See, in dem Kinder baden.<br />
Ich bin noch ganz beglueckt von meiner neuesten Entdeckung: dem Gossurdorstvino radio, dem Regierungsradio, im Zentrum der Siedlung. Drei Lautsprecher (russisch Grammophon) haengen an einem alten Strommast; abends schallt &#8220;La Traviata&#8221; auf den Bahnhofsvorplatz, ein Theaterstueck wird vorgetragen; niemand hoert zu, man hat ja im Lehmhaus fuenf Satelliten und 1500 Fernsehprogramme.<br />
Angeblich sollen allein in dieser 4000-Seelen-Gemeinde drei Mitarbeiter das Radioprogramm fuer die drei Lautsprecher gestalten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.honigdachs.com/?feed=rss2&amp;p=3101</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
