Die DDR sei „kein totaler Unrechtsstaat“ gewesen, meint Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident, und auch die überregionalen Zeitungen diskutieren ernsthaft über diese Formulierung. Was soll das sein, ein totaler Unrechtsstaat? Ein totaler Unrechtsstaat ist auch ein totaler Rechtsstaat; in der Totalität wird das Unterscheidungsvermögen aufgehoben. War das DDR-Verkehrsrecht totales Unrecht? Das Familien- recht? Sind DDR-Bürger auf den Händen gelaufen? Wieviel Unrecht gibt es heute? Welches sind die Maßstäbe? Kann das Recht quantifiziert werden? (1) weiterlesen »
Ich bin natürlich bestens vorbereitet: die Reisekasse ist noch halbleer, das Rad ist reparaturbedürftig, mein Rücken ist auch nicht in der besten Verfassung. Aber der mausgraue Himmel in Berlin, diese Enge hier, überall Straßen mit weißen Streifen an den Rändern —- nur fort!
5000 km in einem Monat, rechnen, rechnen, das sind … weiterlesen »
Vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr, bis an die Ostgrenze Europas zu fahren, also bis an den Ural? Wie viele Kilometer sind es, ich muss nachsehen, wohl von Saratov noch 1500 (?). Dann hätte ich in Russland knapp 5000 km zu fahren, innerhalb eines Monats. Das ist unter günstigen Bedingungen zu schaffen. weiterlesen »
Gespräch mit X. Sie arbeitet für eine Bundestagsabgeordnete. Wir reden gut zwei Stunden, und sind uns grundsätzlich in nahezu allen wichtigen Fragen einig. Sie ergänzt meine Perspektive von unten durch den Seitenblick aus den Korridoren der Macht. weiterlesen »
Drei Tage intensive Oberflächlichkeit. Leicht zu erklären, weshalb die Sinne sich verwirren – die Luft in den Messehallen ist trocken, die Gänge sind fast immer zu eng für die vielen Besucher, es bilden sich Staus, Leser schlurfen wie Schlafwandler an den Buchboxen vorbei – doch manche braucht man bloß antippen, und sie sagen Gedichte auf weiterlesen »
Noch hat die Vernunft eine gefühlte Mehrheit. Genaueres weiß man nicht, die Wirklichkeit ist zu wenig bekannt und im Parlament hat die Vernunft nur wenige Stimmen. Hätte die Wirklichkeit noch Gestalt, würden längst Massendemonstrationen stattfinden, Volksredner würden Balkonreden halten, fantasievolle Köpfe würden eine sozialistische Republik ausrufen. weiterlesen »
Gestern im Fernsehen: Podiumsdiskussion in Nordrhein-Westfalen. Ein Wirtschafts- boss spricht, über das Pult gebeugt, mit der Faust in der Luft, begeistert von sich selber, beinahe wie ein Fußballer nach dem Torschrei. Seine Rede kommt gut an, das Publikum (Meinungsmacher und Entscheider) applaudiert, auch nach dem Satz des Mannes: „Es gibt genug Menschen, die darauf warten, kanalisiert zu werden!“.
Mündige Staatsbürger im Sinne Immanuel Kants kann er nicht gemeint haben.