Wie schreibt man einen Roman?

Man benötigt zunächst eine Perspektive. Perspektive: Ein Subjekt blickt auf etwas. Diese Beziehung muss geklärt sein, und zwar bildlich, mit Hilfe der Vorstellungskraft. Die Perspektive ist nicht statisch, nicht materiell fassbar.
Das Subjekt sollte zunächst nur wenige vage skizzierte Eigenschaften haben. Vielleicht ist es aus Glas, vielleicht eine Qualle. Es ist aber mit allen bekannten Sinnen ausgestattet.
Paul Celan hat die Perspektive als den „Neigungswinkel der Existenz“ bezeichnet.
Die Perspektive muss zumindest interessant sein, sie sollte nicht auf Vorurteilen beruhen und sich nicht rechtfertigen. Ihre Einmaligkeit muss (aus)gehalten werden
Ihre Objektivierung ist zumeist harte Arbeit. Sie ist nötig für die Darstellung der Komplexität einer menschlichen Persönlichkeit und der stets fantastischen Wirklichkeit.
Der Autor ist der Erfinder des Subjekts und des Erzählten. Er ist der Zensor, er programmiert das Gehirn jeder Figur. Jede Figur, die etwas sagt, hinterlässt den Schlüssel zu ihrer Seele. Ein Halbsatz genügt und das Ich ist durchschaut.

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Honigdachs am 05. Mai 2010 in Literatur

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