KRISE

Ende des Rationalismus – Skizzen (1)

Hier muss der Teufel seine Hand im Spiel haben: Gesellschaften, in denen sich “Volkes Wille” seit Jahrzehnten frei äußern kann, sehen sich in ausweglosen Situationen, obwohl sie von keinen äußeren Mächten bedroht werden; existenzgefährdende Entscheidungen gelten als alternativlos, obwohl die Bedrohungen so abstrakt sind, dass sie sich den Erklärungen entziehen; die gewählten Regierungen sollen etwas verantworten, was sie nicht verantworten können – die Folgen der Fehler der Vergangenheit. …weiterlesen »

Die Hütte brennt

Der britische Außenminister hat die Einführung des Euro als kollektiven Wahnsinn bezeichnet, über den man noch jahrhundertelang als solchen sprechen wird. Großbittanien hat allerdings ohne Euro ebenfalls ganz ordentliche Schulden angehäuft – nach BIP etwa in gleicher Höhe wie Deutschland, das seit 1969 nur einmal  einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt hat.

Unheimliche Rede

Verdienstvolle Diagnose einer Rede der deutschen Bundeskanzlerin:
Lesetipp: FAZ, http://www.faz.net/artikel/C30717/merkels-mittwochsrede-nur-immer-weiter-im-text-30498878.html
(“Selten zuvor dürften in einer Kanzlerrede die Behauptung, alles sei auf gutem Weg, und die entgegengesetzte, es drohe, wenn nicht grundsätzlich umgedacht werde, Schlimmstes, sich so oft abgewechselt haben wie in dieser.”)

Dostojewskij und die Krise des Westens*

„Wenn wirklich einmal die Formel für all unser Wollen und für all unsere Launen gefunden sein wird, dann wird der Mensch vielleicht sofort aufhören zu wollen. Was ist das für ein Vergnügen, nach der Tabelle zu wollen? Und damit nicht genug: er verwandelt sich sogleich aus einem Menschen in den Stift eines Leierkastens oder etwas Ähnliches.
Denn wenn erst einmal das Wollen mit der Vernunft vollständig in Einklang sein wird, …weiterlesen »

Weniger oder mehr Staat?

Die Frage, wie viel Macht der Staat insbesondere gegenüber den Märkten ausüben sollte, ist gerade in Schwellensituationen, während großer wirtschaftlicher Krisen, brisant. Ein Zuviel kann in Tugendterror ausarten, ein Zuwenig den Staat zur Geisel der Finanzwirtschaft und der Oligarchen degradieren und im De-facto-Staatsbankrott enden (Beispiel Ukraine). …weiterlesen »

Das Fiasko des Westens – Europas Chancen im Osten

Der Westen steckt in der Scheiße, obwohl er noch immer und wohl noch für lange Zeit vielen Menschen aus dem Süden und aus dem Osten als Paradies auf Erden erscheinen wird. In die Scheiße geritten haben “uns” nicht bloß, wie Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt in der ZEIT schrieb, die Investmentbanker und Fondsmanager, oder etwa “die politischen Eliten”, in die Scheiße geritten hat sich der Westen selbst durch jahrzehntelange Überheblichkeit, Blindheit, Faulheit und Feigheit. …weiterlesen »

Bis es weh tut: Staatspleite

Wie schön, die Rufer in der Wüste zu hören. Bei Telepolis erklärt Alexander Dill das Einmaleins zum Thema Staatspleite. Die Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Staaten ist auch deshalb so schwierig, weil der Staat über außerökonomische Macht verfügt, über das Gewaltmonopol gar.
Im Stadium des absoluten Selbstbewusstseins, in dem sich die westlichen Industrienationen noch immer befinden, wird diese Spaltung des Subjekts selten reflektiert – die Professoren Nationalökonomen kleben wie in jedem epochalen Wandel an ihren Posten, die bürgerlichen verteidigen das Bürgertum (1880), die sozialistischen die Planwirtschaft (1989), die heutigen die Diktatur des Scheins. …weiterlesen »

Euro: Farce ohne Ende

Beweis für die prognostischen Möglichkeiten der Literatur:
“Kanzlerin Merkel steckt tief in der Euro-Falle”, Welt-Online, 11.05.2011 – “Glückwunsch dem Finanzminister”, Honigdachs, März 2007

Deutschland ist de facto pleite

2 Billionen Euro Schulden hat Deutschland jetzt. Allein im letzten Jahr stieg die Schuldenlast von 73,5 auf 83,2 % des BIP, der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ab 80 % ist ein Staat de facto pleite. Politische Macht kann die Erklärung des Bankrotts noch ein historisches Weilchen hinauszögern. Aber unter seriösen Vorzeichen ist eine Entschuldung nicht denkbar. …weiterlesen »

Nachtnotizen: Mit Friedenstauben gegen elektronische Bienen

Politische Entwicklungen vorherzusagen ist oftmals möglich. Beispiel: Der Steppenreiter Malaparte hat bereits 1929 beschrieben, dass und weshalb Adolf Hitler legal an die Macht gelangen wird. Der Italiener kannte die Deutschen besser als die sich selbst. – In Russland wettet jeder Zweite seit mindestens zehn Jahren auf das Auseinanderfallen der USA in baldiger Zukunft. …weiterlesen »

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