Lektüren

Stimmen der Dichter

Seltsam, mir erscheint es als selbstverständlich, dass ich mit den Stimmen der Dichter sprechen kann, von denen ich Wesentliches gelernt habe.
Natürlich spreche ich nicht laut; ich ahme die Stimmen auch nicht nach, etwa den Tonfall oder das Rhythmisieren. Ich zähle keine Silben, wie es manche Kollegen tun. …weiterlesen »

Kitschbrüder unter sich

Man liest solche Empfehlungen der Fachleute – ein Roman wird als “fantastischer Fiebertraum” angepriesen, als große Kunst, die Sprache sei “geflüstert, gestöhnt und geschrien”-, man macht eine Stichprobe (Seite 7) und stößt auf diesen Satz:
“Begab man sich in die Tiefen der Zeit, ging es einem ähnlich, als stiege man zum Dorfrand hinab: Die Zeit zerbröckelte zunehmend, faulte in einem Bodensatz unscharfer Geschichten und Bilder dahin, bis sie sich endgültig auflöste im ranzigen Dunkel.” …weiterlesen »

Gogol als dritter Mann im Kreml

Es hat zwar schon schreibende Politiker gegeben, darunter auch Leute, die etwas zu sagen hatten (Trotzkij, Churchill, Gorbatschow, um drei zufällige Namen zu wählen); es hat auch schon Dichter gegeben, die politische Ämter ausübten (Goethe); aber für eine Figur wie Wladislaw Surkow, den dritten Mann im Kreml, fällt einem lange kein Vergleich ein. …weiterlesen »

Lesen: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen*

Um falsche von echten Diamanten unterscheiden zu können, bedarf es gewisser Kenntnisse, bestimmter Instrumente und eines hellen Lichts. So ist es auch in der Literatur. Auch in ihr werden Fälschungen gewerblich betrieben, jedoch oft so geschickt, dass selbst die Fälscher sich täuschen lassen und an die Echtheit ihrer Machwerke glauben. …weiterlesen »

 

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