oder Das System zerstört sich selbst (6)
„Du kannst nicht mehr gegen mich gewinnen. Du bist zu müde. Die Kondition lässt nach im Alter.“
„Ich biete dir in meiner Spezialdisziplin Revanche an. Drei Minuten?“
„Wenn du unbedingt verlieren willst. Das ist meine Spezialdisziplin, darin bin ich der Meister.“
„Eins null zwei null drei null, merkst du etwas?“ weiterlesen »
Honigdachs am 11. März 2010 in Literatur, Schach
oder Das System zerstört sich selbst* (5)
„Das heutige Schönheitsideal“, sagt Gregor, „widerspricht dem Willen der Natur. Frauen haben von Natur aus breitere Becken als Männer.“
„Die Öffentlichkeit feiert Magermodelle, deren schmale Becken sind Symbol der Unfruchtbarkeit und der Impotenz.“
„Was man heimlich liebt. Die Alte als Püppchen.“ weiterlesen »
Honigdachs am 09. März 2010 in FINANZKRISE, Schach
oder Das System betrügt sich selber (4)
Gregor stellt die Schachfiguren aufs Brett, ich zünde mir eine Zigarette an. Auf dem Boden liegen Bücher, Notenblätter und behördliche Schreiben. Gregor plant mal wieder das Aufräumen.
In einem Brief wird ihm mitgeteilt, dass seine Miete vier Euro zu hoch sei, er solle sich eine preiswertere Wohnung suchen oder den Betrag selber bezahlen. Er will nun jeden Monat eine Schachtel Zigaretten weniger rauchen, damit er nicht umziehen muss. weiterlesen »
Honigdachs am 09. März 2010 in FINANZKRISE, Schach
Heute war bei der Berliner Seniorenmeisterschaft allgemeines Kopfschütteln angesagt. Am Spitzenbrett saßen sich gegenüber: Turnierfavorit W.R. (Elo 2280) und der überraschende Vorjahressieger G.S. (Elo 2163), über dessen Schlafstörungen wir gestern berichteten. weiterlesen »
Honigdachs am 18. Februar 2009 in Schach
Bei der Berliner Seniorenmeisterschaft im Schach zuzusehen, ist beinahe so berauschend wie nächtliches Fahrradfahren durchs liebliche Russland.* Der sagenhafte Held G.S. spielt noch immer nur mit halbem Tempo – er schlief schon am Brett ein, rauchte im Turniersaal, und heute bemerkte er nicht, dass er eine Figur mehr als der Gegner hatte – das musste der ihm erst sagen. weiterlesen »
Honigdachs am 18. Februar 2009 in Schach
Seltsam, ich bin wirklich zufrieden mit mir, zum ersten Mal seit August letzten Jahres, und dieses Gefühl hält seit Tagen an. Gründe gibt es ausreichend: Das Buch wird bald erscheinen. Außerdem schenkte N. (5 Jahre) mir einen kleinen blauen Elefanten aus einem Überraschungs-Ei, ich trage das daumengroße Spiel- zeug als Maskottchen nun in meiner Jackentasche. Räder hat es auch - vier. weiterlesen »
Honigdachs am 16. Februar 2009 in Schach
Fies ist wahrscheinlich mein Lieblingswort im Deutschen. Es ist ein humanes, ehrliches Wort, denn es sagt, was es sein will. weiterlesen »
Honigdachs am 15. Februar 2009 in Schach
S. schreibt mir: „ … habe nun die beiden Einträge bei Dir gelesen - sehr anregend! Viel Stoff für mehr. Beim Dostojewski-Text verstehe ich folgenden Satz nicht: ‚Mit der Freiheit wächst auch die Menschenverach- tung, weil auch die Moral den Regeln der Arbeitsteilung unterworfen wird.’ Was meinst Du mit Freiheit? Und weshalb folgt die Arbeitsteilung daraus, und warum wird die Moral deren Regeln unterworfen? weiterlesen »
Honigdachs am 09. Februar 2009 in Literatur, Schach
Nachts mit G. telefoniert. Niemand versteht mich so schnell wie er. Ich erzähle ihm von den Zumutungen einer gewissen Behörde, lese ihm einige Absätze aus “Nietzsche und Dostojevskij” vor, er antwortet: „Die Summe aller Widerwärtigkeiten bleibt stets gleich.“ Richtig. Als Schüler soll man Lenins Materiedefinition auswendig lernen, um einen Ausbildungsplatz als Straßenbahnfahrer zu erhalten, der Mann im mittleren Alter verzweifelt am Finanzrecht. weiterlesen »
Honigdachs am 09. Februar 2009 in Schach
Jetzt habe ich die Antwort: Die letzten Künstler, die ich kenne, sind die Mo- saikleger in der Ukraine und in Russland, außerdem - Schachspieler. Genau, so ist es. Beide kämpfen für die Schönheit des Ausdrucks in einer selbstlosen Weise. Sie können sich nicht verkaufen, weil zahlungsbereites Publikum fehlt. weiterlesen »
Honigdachs am 23. Januar 2009 in Bushaltestellen, Schach