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		<title>Urheberrecht: Heisse Luft</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 06:57:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum entsteht eine neue revolutionäre Partei, kaum bieten neue revolutionäre Prinzipen die Chance, den Übergang von der formellen zur reellen Demokratie zu wagen, haben Künstler nichts besseres zu tun, als ihre nicht vorhandenen Rechte zu verteidigen, ihre Frühstücksbrötchen. Das Urheberrecht in seiner jetzigen Form schadet Autoren und Lesern, es behindert die Vervielfaeltigung und Verbreitung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum entsteht eine neue revolutionäre Partei, kaum bieten neue revolutionäre Prinzipen die Chance, den Übergang von der formellen zur reellen Demokratie zu wagen, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-zur-urheberrechtsdebatte-und-wir-sind-die-urheber-a-832665.html" target="_blank">haben Künstler nichts besseres zu tun, als ihre nicht vorhandenen Rechte zu verteidigen</a>, ihre Frühstücksbrötchen.<span id="more-7386"></span></p>
<p><a href="http://www.honigdachs.com/2010/08/12/fatales-recht/" target="_blank">Das Urheberrecht in seiner jetzigen Form schadet <strong>Autoren und Lesern</strong>,</a> es behindert die Vervielfaeltigung und Verbreitung des Wissens, es sorgt dafuer, dass <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html" target="_blank">Autoren heute schlechter bezahlt werden als im 30jaehrigen Krieg oder als noch vor 200 Jahren</a>.<br />
<a href="http://www.freischreiber.de/home/was-google-mit-den-verlagen-macht-machen-die-verlage-mit-ihren-autoren" target="_blank">Was Google oder Amazon mit den Autoren machen</a>, machen die Verlage bzw. Zeitungen mit den Autoren.<br />
Niemand will das Urheberrecht abschaffen, das kaum die Rechte der Urheber, vielmer die der Verwerter und Händler schützt. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kuenstler-schreiben-offenen-brief-fuer-das-urheberrecht-a-832624.html" target="_blank"></a><br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kuenstler-schreiben-offenen-brief-fuer-das-urheberrecht-a-832624.html" target="_blank">&#8220;Die fünf größten Irrtümer im Urheberrechtsstreit&#8221;</a> werden hier erläutert. Hier können <a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/" target="_blank">&#8220;Urheber&#8221; ihre Ahnungslosigkeit</a> unter Beweis stellen. Viel Spass!</p>
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		<title>Demagogie oder Soziologie: Wie viele Prostituierte erwarten den Fussball-Fan in der Ukraine?</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/2012/05/09/demagogie-oder-soziologie-wie-viele-prostituierte-erwarten-den-fussball-fan-in-der-ukraine/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 18:05:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Russland - Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf ZEIT-ONLINE wird behauptet, dass in der Ukraine 180.000 Frauen als Prostituierte arbeiten. Eine ungeheuerliche Zahl, sollte sie denn stimmen. Es wären, gemessen an der Zahl der Einwohner, prozentual gesehen so viele wie in Deutschland, wo fast doppelt so viele Menschen wie in der Ukraine leben und wo etwa 400.000 Frauen diesem Gewerbe nachgehen sollen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zeit.de/sport/2012-05/kiew-em-prostitution-janukowitsch?commentstart=17#comments" target="_blank">Auf ZEIT-ONLINE wird behauptet, dass in der Ukraine 180.000 Frauen als Prostituierte arbeiten.</a> Eine ungeheuerliche Zahl, sollte sie denn stimmen. Es wären, gemessen an der Zahl der Einwohner, prozentual gesehen so viele wie in Deutschland, wo fast doppelt so viele Menschen wie in der Ukraine leben und <a href="http://www.handelsblatt.com/archiv/in-deutschland-bieten-rund-400000-prostituierte-ihre-dienste-an/2109034.html" target="_blank">wo etwa 400.000 Frauen</a> diesem Gewerbe nachgehen sollen.<span id="more-7350"></span></p>
<p>Da ich vor einem Jahr in Poltava zufällig in eine Runde von Sozialarbeiterinnen geriet, die (Straßen-)Prostituierte betreuen, und mir deren Zahlen noch ganz gut in Erinnerungen waren (Poltava &#8211; 300.000 Einwohner = 200 Prostituierte / Charkow 1,5 Millionen Einwohner = 1000 P.), kam mir die Zahl von 180.000 doch sehr übertrieben vor. Vielleicht war der Wunsch der Vater des Gedankens?</p>
<p>So habe ich den Autor und die Redaktion nach der Herkunft dieser Zahl gefragt. Nach meinen Hochrechnungen seien es 8.000 Frauen. <a href="http://www.zeit.de/sport/2012-05/kiew-em-prostitution-janukowitsch?commentstart=25#comments" target="_blank">Der Autor hat leider nicht geantwortet, wohl aber die Redaktion</a> (siehe in den Kommentaren unten):</p>
<p>@Dachs2012: Wir haben Rücksprache mit unserem Autor gehalten. Er schreibt: &#8220;Die Zahl stammt ursprünglich von der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) des Entwicklungshilfeministeriums, die sich stark in der Aidsbekämpfung in der Ukraine engagiert<br />
(http://www.giz.de/de/SID-&#8230;). Demnach ist die Dunkelziffer noch höher. Eine Vertreterin der ukrainischen Prostituierten-Hilfsorganisation LegaLife in Kiew hat mir eine höhere Zahl genannt. Das ukrainische Sozialministerium geht offiziell von 12.000 Prostituierten aus. Diese Zahl des Ministeriums ist von allen Experten, mit denen ich gesprochen habe (auch von Frau Matijasch von der Aidsallianz), als völlig unglaubwürdig bezeichnet worden.&#8221;</p>
<p>Meine Schätzung war von der Angabe des ukrainischen Sozialministeriums also nicht weit entfernt. Aber: Die Dunkelziffer soll sogar noch höher liegen! (Es raunt mal wieder im Märchenwald.)<br />
Meine Antwort:<br />
&#8220;12.000 oder 180.000 ??? Leider existiert die von Ihnen angegebene Quelle / Adresse nicht. Das ukrainische Sozialministerium geht also von 12.000 Prostituierten aus. &#8216;Die Dunkelziffer soll betragen&#8217;? Geht es um die Verbreitung von Gerüchten oder um Fakten? Im Übrigen haben mir Mitarbeiterinnen der Sozialen Dienste, die (Straßen-)Prostituierte betreuen, erzählt, dass ukrainische Behörden diese Zahlen gegenüber ausländischen Hilfsorganisationen gern drastisch erhöhen, um mehr Hilfsgelder zu erhalten. MFG CDB&#8221;</p>
<p>Eine einfache soziologische Rechnung besagt: Wenn man bedenkt, dass in der Ukraine etwa 45 Millionen Menschen leben, davon ca. 33 Prozent in Siedlungen und Dörfern, davon 50 Prozent weiblichen Geschlechts sind, davon etwa 13 Prozent im Alter zwischen 18 &#8211; 30 Jahren, so würde die Zahl von 180.000 bedeuten, dass etwa jede 8. bis 9. junge ukrainische Frau, so sie in einer Großstadt lebt, als Prostituierte arbeitet.</p>
<p>Das ist natürlich Schwachsinn und eine Beleidigung des ukrainischen Volkes, der ukrainischen Frauen. Nebenbei gesagt ist Prostitution in der Ukraine eigentlich verboten. Aber wenn der Präsident schon solche schlüpfrigen Bemerkungen macht, wird es wohl irgendwie stimmen, dass die Ukraine ein Hurenhaus ist &#8211; ach Gott, aber nur, weil die Menschen so arm sind!<br />
Leider wird auch das Zitat des Präsidenten nicht mit einer Quellenangabe belegt.</p>
<p>Man sieht, wie Zeitungsmeldungen / objektive Wahrheiten zustande kommen. Journalismus = Verbreitung von Gerüchten.</p>
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		<title>Eine schreckliche russische Frau</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/2012/05/06/eine-schreckliche-russische-frau/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie schreibt mir in einem Brief, sie sei nun ein Fan (eine Verehrerin) von Tilo Sarrazin, man müsse in Deutschland wieder Konzentrationslager errichten, zivilisierte diesmal, aber mit Stacheldraht auf den Elektrozäunen, für die Türken und für die Araber, und die Deutschen dürften sich nicht mit Türken oder Arabern vermischen, keine Rassenschande betreiben. Eigentlich, so schreibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Muell-bis-zum-Horizont.jpg" rel="lightbox[7329]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7333" title="Muell-bis-zum-Horizont" src="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Muell-bis-zum-Horizont-160x120.jpg" alt="" width="160" height="120" /></a>Sie schreibt mir in einem Brief, sie sei nun ein Fan (eine Verehrerin) von Tilo Sarrazin, man müsse in Deutschland wieder Konzentrationslager errichten, zivilisierte diesmal, aber mit Stacheldraht auf den Elektrozäunen, für die Türken und für die Araber, und die Deutschen dürften sich nicht mit Türken oder Arabern vermischen, keine Rassenschande betreiben.<span id="more-7329"></span><br />
Eigentlich, so schreibt sie, sei sie schon lange dieser Meinung, aber erst jetzt, da sie mir vertraue, erzähle sie mir das. Sie wisse ja, dass ich als ein feiger Deutscher politisch korrekt denke – das heißt Nationalismus und Rassismus ablehne, für Gleichberechtigung von allem und jedem eintrete.</p>
<p>Die Frau wohnt an der Wolga, sie war wohl ein- oder zweimal in Deutschland. Man hat mich gewarnt, sie zu treffen, mit ihr zu reden. Sie sei gefährlich, habe einige Jahre in der Psychiatrie verbracht, sie sei intelligent, aber nicht zurechnungsfähig. Sie sei, wie ein Spötter vor dem Herrn, ein philosophischer Zwerg, mir sagte, „typisch jüdisch“.</p>
<p>Ich naiver Deutscher widerspreche ihr also zuerst mit Argumenten. Wenn wir, die Deutschen, das Recht hätten, Türken und Araber in Konzentrationslager „zu stecken“, hätten diese doch das gleiche Recht, dies mit uns zu tun? Dann wäre die ganze Welt bald ein Konzentrationslager.<br />
Und wer soll die Rassenschande verhindern? Soll etwa der Staat verhindern, dass sich, zum Beispiel, eine türkische Frau und ein deutscher Mann lieben?<br />
Außerdem: Würde man die Stammbäume der Deutschen über einen Zeitraum von zum Beispiel 200 Jahren betrachten, so würde sich sicher zeigen, dass 80 Prozent von ihnen Ausländer sind. Ebenso bei den Russen, bei Ukrainern etc.</p>
<p>Natürlich ist solch eine Diskussion sinnlos, da der mögliche Gesprächspartner einen Krieg will, das Morden predigt, und dem nur mit gleichen Waffen begegnet werden kann.<br />
Das Verblüffende im Falle dieser Frau ist jedoch tatsächlich ihre Intelligenz, ihre literarische und philologische Bildung. Hätte ich diese nicht gleich gespürt, hätte ich mich schließlich nicht auf sie eingelassen. Das Primitive und das Raffinement schließen sich aber offenbar nicht aus.</p>
<p>Weshalb hat die Frau aber nun ein Interesse daran, dass die Deutschen „wieder deutscher“ werden? Sie will natürlich eigentlich, dass die Russen wieder russischer werden, dass sie sich gegen die „frechen“ Kaukasier und Asiaten zu wehren vermögen. Nicht nur Deutschland droht sich abzuschaffen, auch Russland. Tschetschenen versus Russen gleich Palästinenser versus Israels gleich Araber versus Deutsche. Überall demographische Bomben. Je stärker die Verweltlichung, desto geringer die Populationsrate, dies betrifft den Sowjetbürger und ehemaligen Komsomolzen ebenso wie den westlichen Konsumidioten. Letztlich schenkt noch immer der liebe Gott die Kinder.</p>
<p>Lesetipp: „Ihre Inhalte sind der obligatorische Hitlergruß im Stadtparlament und Pläne für Internierungslager für Ausländer.“<br />
<a href="http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-politik-von-rechts-lieber-neofaschismus-,1472602,15144020.html " target="_blank">http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-politik-von-rechts-lieber-neofaschismus-,1472602,15144020.html </a></p>
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		<title>Über die Legende der angeblichen politischen und kulturellen Zerrissenheit der Ukraine (2)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/2012/05/06/uber-die-legende-der-angeblichen-politischen-und-kulturellen-zerrissenheit-der-ukraine-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 08:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Russland - Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fahrradreporter erinnert sich an die Warnungen, die man ihm in Polen zugeflüstert hat. &#8220;Fahren Sie bloß nicht in die Ukraine, dort leben nur Räuber und Banditen! Dort herrscht nur Chaos!&#8221; Er erinnert sich an ein Gespräch unter Schachspielern in Lwiw. Die beiden schon älteren Herren stritten sich über den Sinn und Unsinn eines Figurenopfers, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Maschinist.jpg" rel="lightbox[7207]"><img class="alignleft size-medium wp-image-7322" title="Maschinist" src="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Maschinist-120x160.jpg" alt="" width="120" height="160" /></a>Der Fahrradreporter erinnert sich an die Warnungen, die man ihm in Polen zugeflüstert hat. &#8220;Fahren Sie bloß nicht in die Ukraine, dort leben nur Räuber und Banditen! Dort herrscht nur Chaos!&#8221;<br />
Er erinnert sich an ein Gespräch unter Schachspielern in Lwiw. Die beiden schon älteren Herren stritten sich über den Sinn und Unsinn eines Figurenopfers, als schließlich der eine fragte: Weshalb sprichst du Russisch mit mir? – woraufhin der andere antwortete: Ich will, dass du mich verstehst.<span id="more-7207"></span><br />
Zwei Zugezogene offenbar, die sich jahrzehntelang an die erz-ukrainische Umgebung angepasst hatten, aber im Streit die rodnoi yasik benutzten.<br />
Auch im Gespräch mit dem Schmuggler spricht der Fahrradreporter Russisch. Er kennt die Meinungen vieler Russen, dass das Ukrainische keine vollwertige, nur eine Bauernsprache sei. Tatsächlich klingt das Ukrainische weicher als das Russische, die vielen I-Vokale erinnern an das Zwitschern von Vögeln.<br />
Der Schmuggler spricht ebenfalls Russisch. Ob ihm das schwer falle, fragt der Reporter. Er stamme aus Kursk, sagt der Mann, aus Russland, er sei mit seiner Frau hierher in deren Heimat gezogen.<br />
„Welche Sprache du sprichst, das ist nicht wichtig“, meint er. „Auf die Sprache des Herzens muss man hören.“<br />
„Sie haben einen neuen Präsidenten“, sagt der Reporter.<br />
„Er ist ein Dieb wie jeder andere Politiker auch“, sagt der Mann. „Bei euch in Deutschland gibt es vielleicht ehrliche Politiker, aber die Ukraine ist ein junger Staat“.<br />
Inzwischen hat eine Gruppe Maschinisten die Bude betreten. Der Brigadier kauft den Wodka, füllt die Gläser, der älteste Traktorfahrer schneidet den Fisch. Dass der Fahrradreporter ein Deutscher ist, findet man schnell heraus. „Otkuda vy? Polyak? Nemets?“<br />
Ein Deutscher, der Russisch spricht und trinken kann, hier in der Einöde, das muss gefeiert werden.<br />
Der Brigadier zeigt seine Tätowierung auf dem linken Oberarm. Deutschland, zumindest den ehemals asiatischen Teil, kennt er ganz gut. Er hat in der Armee gedient, von 1989 bis 1991, wie das Kunstwerk bezeugt. Er ist der letzte sowjetische Soldat auf deutschem Boden gewesen.<br />
Nach dem zweiten, dritten Gläschen sagt der Fahrradreporter wieder: „Sie haben einen neuen Präsidenten. Der wird für Ordnung sorgen. Alles wird besser. Bald öffnet Europa seine Türen für euch.“<br />
Man schlägt ihm kräftig auf die Schulter, herzt ihn und beglückwünscht ihn zu seiner Naivität. Wieder wird Russisch gesprochen und geflucht.<br />
„Eure Feinde sind die Kohlearbeiter im Donbass“, sagt der Fahrradreporter. „Die wollen, dass die Ukraine zu Russland gehört. So steht es in deutschen Zeitungen.“<br />
„Provokateur!“, schreit das Kollektiv. „Er ist ein Spion! Er will unsere Meinungen wissen! Alle Arbeiter sind gleich! Wir brauchen eine Revolution! Wir brauchen polnische Fürsten! Ukrainer sind freie Menschen! Alle Politiker können uns am A… lecken!“<br />
<a href="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Maschinisten.jpg" rel="lightbox[7207]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7324" title="Maschinisten" src="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Maschinisten-160x120.jpg" alt="" width="160" height="120" /></a></p>
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		<title>Das schreckliche Gutmenschentum oder Julia Timoschenko zum Zweiten</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 11:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Russland - Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine private Umfrage unter ukrainischen Freunden kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass niemand von ihnen sich für das Schicksal Julia Timoschenkos interessiert, dass auch niemand jemanden kennt, der die schöne Gefangene verteidigen möchte. Ein Streit unter Dieben, wer will sich da einmischen. Selbst ukrainische Oppositionelle betonen, dass Julia Timoschenko &#8220;kein Nelson Mandela&#8221; sei. „Sie ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine private Umfrage unter ukrainischen Freunden kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass niemand von ihnen sich für das Schicksal Julia Timoschenkos interessiert, dass auch niemand jemanden kennt, der die schöne Gefangene verteidigen möchte. Ein Streit unter Dieben, wer will sich da einmischen.<span id="more-7286"></span></p>
<p>Selbst ukrainische Oppositionelle betonen, dass Julia Timoschenko &#8220;kein Nelson Mandela&#8221; sei. „Sie ist keine Heilige, und ihre Beliebtheit  in der Ukraine ist kaum höher als die des Präsidenten. Der Westen sieht  Timoschenko mit seinen Augen, aber es kommt doch darauf an, wie die  Menschen in der Ukraine sie wahrnehmen. Hier wird sie weniger als  Politikerin sondern als Geschäftsfrau gesehen. Die Mehrheit vertraut ihr  genauso wenig wie der jetzigen Regierung“, so Taras Wozniak, Chefredakteur in Lviv (siehe <a href="http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,zm081777t34xdffc~cm.asp" target="_blank">ARD-Weltspiegel</a>).</p>
<p>Dass in Deutschland allerdings erwogen wird, die Fußball-EM zu boykottieren, vielleicht gar sie schnell noch selbst auszurichten, empfindet man in der Ukraine mehrheitlich als beleidigend (siehe <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article106240465/Polizei-plant-bereits-fuer-EM-Spiele-in-Deutschland.html" target="_blank">&#8220;Polizei plant bereits für EM-Spiele in Deutschland&#8221;</a> &#8211; Welt-Online).<br />
&#8220;Wir brauchen keinen Boykott, sondern Aufmerksamkeit&#8221;, bringt es eine Frau auf den Punkt. Aufmerksamkeit zum Beispiel für die Gefangenen, die sich nicht wegen eines Bandscheibenvorfalls zum Opfer stilisieren können.</p>
<p>&#8220;Sie war ja schon Opfer des Präsidenten Kutschma, danach Opfer Juschtschenkos, jetzt ist sie das Opfer des Präsidenten Janukowitsch. Indem sie entschieden hat, ihre blauen Flecken zu fotografieren und der Öffentlichkeit zu zeigen, hat sie ihre Chance verspielt, wieder zur Jeanne d&#8217;Arc der Ukraine zu werden. Sie hat das Opfer-Image behalten, aber den Ruf eines starken Kämpfers, der bis zum Ende durchhält, verloren&#8221;, so <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article106258622/Timoschenko-ist-keine-Jeanne-dArc-mehr.html" target="_blank">der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow im Interview</a> bei Welt-Online. &#8220;Präsident Janukowitsch ist das Böse, das sieht die Mehrheit der Bevölkerung so, aber Julia mit dem Guten zu identifizieren, dem würde die Mehrheit wohl nicht zustimmen&#8221;, so der Autor.</p>
<p>Über ihre Haftbedingungen sollte sich Frau Timoschenko gleich gar nicht beschweren, schließlich hat sie als Ministerpräsidentin nichts gegen &#8220;die dramatischen Unterfinanzierung der Vollzugseinrichtungen und Gefängniskrankenhäuser&#8221; getan, wie im <a href="http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=13044" target="_blank">Bericht von Amnesty International von 2009</a> festgestellt wird.</p>
<p>Auf <a href="http://forum.spiegel.de/f22/inhaftierte-oppositionsfuehrerin-charit%E9-chef-besucht-timoschenko-im-gefaengnis-60255-2.html" target="_blank">Spiegel-Online</a> hat ein Leser es sehr schön ausgedrückt: &#8220;Mein Vater leidet nach Angaben der deutschen Ärzte auch an einem Bandscheibenvorfall, aus dem sich chronische Schmerzen entwickelt haben. An wen soll ich mich wenden, damit der Charité-Chef ihn besuchen kommt? Mein Vater wartet nämlich seit Monaten auf eine Behandlung. Zwar ist er nicht rechtskräftig verurteilt, dafür zahlt er seit Jahrzehnten in die Krankenkasse. Die ganze Familie wäre gerne bereit, sich für die Demokratie in der Ukraine oder einem anderen Land einzusetzen.&#8221;</p>
<p>Ein anderer Leser: &#8220;Versuchen Sie doch mal, sich in einer deutschen JVA aktiv gegen die Anordnungen der Vollzugsbeamten zur Wehr zu setzen, wie das bei Frau Timoschenkos Verlegung ins Krankenhaus vor einigen Tagen aktenkundig wurde. Wenn Sie so gut wegkommen wie sie, hatten Sie verdammtes Glück.&#8221;</p>
<p>Berichte über Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland kann man hier nachlesen &#8211; <a href="http://www.amnestypolizei.de/kampagne/bericht.html" target="_blank">Amnesty International</a>. Von den USA mag man in diesem Zusammenhang gar nicht reden: &#8220;Innerhalb einer Generation hat sich der Anteil der Inhaftierten in der Gesamtbevölkerung verfünffacht: 1980 waren es 139, 2010 750 von 100.000 Amerikanern. Damit liegen die USA an der Weltspitze, vor Ruanda und Georgien.&#8221; (siehe <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/mildere-strafen-vorzeitige-entlassungen-warum-sich-der-strafvollzug-in-den-usa-wandeln-muss-1.1346389" target="_blank">Süddeutsche Zeitung</a>).<br />
&#8220;Gegen die Haftbedingungen in den USA ist die Haft von Julija Timoschenko Urlaub auf dem Ponyhof&#8221;, kommentiert ein Leser.</p>
<p>Als &#8220;rührend&#8221; bezeichnet die polnische Zeitung Rzeczpospolita &#8220;die Sorge der deutschen Politiker um die Menschenrechte in der Ukraine. Timoschenko ist nicht seit gestern im Gefängnis. Vielleicht hätte man Alarm schlagen sollen, als Siemens und andere deutsche Firmen Aufträge für die EM bekommen haben?&#8221; (siehe<a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-05/fussball-em-ukraine-boykott-polen" target="_blank"> ZEIT-Online</a>).</p>
<p>Außerminister Westerwelle scheint sich nicht bewusst zu sein, wie gefährlich seine <a href="http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/fall-timoschenko-westerwelle-droht-ukraine-mit-konsequenzen-11737034.html" target="_blank">Vorhersage von Protesten während der EM</a> ist. In seinem Übereifer behauptet der Minister gar, dass Julia Timoschenko ärztliche Behandlung verweigert werde, dabei verweigert diese sich der Behandlung durch ukrainische Ärzte.<br />
Dass es hierbei um eine Oligarchin geht, die das Volk um mehrere hundert Millionen Dollar betrogen hat, könnte man in einem <a href="http://www.zeit.de/2007/16/Stahlbarone_und_Gasprinzessin" target="_blank">ZEIT-Artikel von 2007 </a>nachlesen.</p>
<p>Aber das Gutmenschentum kostet nichts und lenkt von eigenen Schwächen ab. &#8220;Voraussetzungen für das Gutmenschentum sind materieller Überfluss und das Gefühl, nicht von außen bedroht zu sein, weil sonst mit sehr negativen Reaktionen auf ein solches Verhalten zu rechnen ist.&#8221; (siehe<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_zukunft_des_gutmenschentums/" target="_blank"> &#8220;Die Achse des Guten&#8221;) </a></p>
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		<title>Globales Glück: Westen wie Sowjetunion</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/2012/05/04/globales-gluck-westen-wie-sowjetunion/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 12:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Lesetipp: &#8220;Die Deutschen leben vom Triumph der liberalen Werte und der westlichen Demokratien, die nicht nur geschützt, sondern auch mit allen, selbst aggressiven Methoden exportiert werden müssen (…) Diese glänzende Idee des globalen gewaltfreien Glücks hatte die UdSSR vor 90 Jahren propagiert. Vertreter der westlichen Eliten wollen es aber nicht begreifen, wenn man ihnen sagt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lesetipp: </strong>&#8220;Die Deutschen leben vom Triumph der liberalen Werte und der westlichen  Demokratien, die nicht nur geschützt, sondern auch mit allen, selbst  aggressiven Methoden exportiert werden müssen (…)<span id="more-7279"></span> Diese glänzende Idee  des globalen gewaltfreien Glücks hatte die UdSSR vor 90 Jahren  propagiert. Vertreter der westlichen Eliten wollen es aber nicht  begreifen, wenn man ihnen sagt: ‚Herrschaften, Sie gebärden sich genauso  wie die Sowjetunion!’“ &#8211; <a href="http://de.rian.ru/world/20120504/263498466.html" target="_blank">RIA NOVOSTI &#8211; &#8220;Deutschland verpasst Vorteile einer Annäherung &#8230;&#8221; </a></p>
<p>Man muss Dt. bzw. Westeuropa wahrscheinlich wirklich von aussen sehen, um das Verhängnis zu begreifen. <a href="http://www.aktuell.ru/russland/news/dt_wirtschaftsverbaende_fuer_visafreiheit_in_europa_31985.html" target="_blank">Sogar Wirtschaftsverbände haben verstanden, was Politik nicht wahrhaben will:</a> Die Mauer ist vor 20 Jahren gefallen! &#8220;Mit Ländern wie Mexiko, Honduras, Venezuela oder Nicaragua gebe es seit Jahren freien Reiseverkehr. Dies müsse in nächster Zeit auch für europäische Nachbarn wie Russland, die Ukraine oder Moldau möglich sein.&#8221;</p>
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		<title>Zensur in Deutschland &#8211; wie Journalisten arbeiten (3)</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 14:24:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur bei Behörden, auch in Zeitungsredaktionen lautet die erste Regel, an die man sich hält: Das machen wir immer so. Die Macht der Gewohnheit wirkt stärker als böse Absichten. &#8220;Wir haben schon immer gesagt, dass Putin / Janukowitsch ein Diktator ist, also werden wir das weiterhin tun. Wir haben Deutschland seit Jahrzehnten als leuchtendes, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur bei Behörden, auch in Zeitungsredaktionen lautet die erste Regel, an die man sich hält: Das machen wir immer so.<br />
Die Macht der Gewohnheit wirkt stärker als böse Absichten. &#8220;Wir haben schon immer gesagt, dass Putin / Janukowitsch ein Diktator ist, also werden wir das weiterhin tun. Wir haben Deutschland seit Jahrzehnten als leuchtendes, demokratisches Vorbild für die Welt hingestellt, also werden wir das weiterhin tun. Wir haben das Wort Kapitalismus noch nie benutzt, also werden wir unser Wirtschaftssystem weiterhin Soziale Marktwirtschaft nennen.&#8221;<span id="more-7247"></span></p>
<p>Es gibt unendlich viele Regeln, welche die erste begründen. Wie beim Fernsehen stellt man sich auch bei Tageszeitungen den imaginären durchschnittlichen Leser als einen ziemlich dummen Zeitgenossen vor, dümmer als man selbst ist jedenfalls. Diesen Zeitgenossen darf man vor allem nicht enttäuschen, seine Erwartungen müssen erfüllt werden.</p>
<p>Ein schönes Beispiel für diese Haltung bietet dieser Artikel von Kerstin Holm in der FAZ vom 9.7.2008.<a href=" http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kriminalitaet-in-russland-sascha-erledige-das-mit-der-deutschen-1666795.html" target="_blank"> &#8220;Sascha, erledige das mit der Deutschen&#8221;</a>, beschreibt in mustergültiger Weise, wie Korruption in Russland funktionieren kann. Gegen den Artikel selbst ist kaum etwas einzuwenden, die Autorin berichtet sicherlich wahre Erlebnisse.<br />
Nur: So oft ich auch suchte, ich konnte keinen einzigen Artikel dieser Autorin finden, in dem sie etwa beschriebe, wie sie in Russland einmal beschenkt oder spontan eingeladen wurde.<br />
Die Frau arbeitet seit Jahren in Russland, es ist demnach nahezu unmöglich, dass sie nicht von fremden Menschen geliebt / geherzt / geküsst / verköstigt wurde. Und zwar nicht nur von Mitreisenden in der Eisenbahn, wie es wiederum einem Klischee entsprechen würde, sondern von &#8211; Milizionären.</p>
<p>Auch wenn man es dem deutschen Zeitungsleser nicht sagen darf: Nicht alle russischen oder ukrainischen Polizisten sind böse oder unehrlich oder blöd. Viele von ihnen kämpfen gegen Korruption in den eigenen Reihen und beissen sich lieber die Finger ab, als etwas Unrechtes zu tun. (Da ich selbst zum Ehrenmitglied der ukrainischen Miliz ernannt wurde, kann ich das aus unmittelbarer Anschauung bezeugen.)<br />
Es gibt nach wie vor Uniformträger in den GUS-Ländern, die sich in einer Pawel-Kortschaginschen-Tradition sehen. Es gibt Offiziere, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von ihren Mitschülern zur Polizei delegiert wurden, damit sie die Kinder / Bürger vor den Verbrechern schützen und die ihr Leben einsetzen, um diese Aufgabe zu erfüllen.</p>
<p>Das Wort Zensur wird in Redaktionssitzungen deutscher Medien sicherlich so gut wie nie benutzt. Aber über die Eigentumsverhältnisse in der deutschen &#8220;Medienlandschaft&#8221; wird auch nicht geredet. Dass es letztlich nur drei Medienkonzerne sind, denen 70-80 Prozent aller Massenmedien gehören, ist zwar kein Tabu, aber es gilt nicht als fein, darüber zu sprechen.</p>
<p>Es gilt auch nicht als fein, darüber zu reden, dass Buchautoren in Deutschland bis zum heutigen Tag nach Nazi-Tarifen bezahlt werden. Hitlers historisches Verdienst besteht nicht nur im Bau von Autobahnen, sondern auch in der Vereinheitlichung der Honorare für denkende Menschen. Denn vor 1933 konnten Schriftsteller wie Heinrich Mann oder Jacob Wassermann eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent am Verkauf ihrer Bücher aushandeln, während seitdem und bis heute 10 Prozent als angemessen gelten, bei Taschenbücher gar nur 7-8.<br />
Je näher jemand an der Quelle sitzt, desto schlechter wird er entlohnt, das gilt für Goldwäscher wie für Kreative. Schein und Wirklichkeit entfernen sich voneinander bis, marxistisch formuliert, die Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnisse unüberbrückbar werden.<br />
Flapsig gesagt: Bevor die Piratenpartei mit ihrem Anspruch einer amöbenhaften Räterepublik / der Abschaffung der Politik als Beruf / nicht mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, wird die Populationsrate weiterhin sinken.</p>
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		<title>Wieder zur Wolga (2)</title>
		<link>http://www.honigdachs.com/2012/05/02/wieder-zur-wolga-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 12:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tour de Wolga]]></category>

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		<description><![CDATA[So sieht der Fuss von innen aus. Die Ärzte im Eislebener Krankenhaus haben sorgfältig gebohrt und geschraubt, es scheint sich um eine solide Konstruktion zu handeln. Eine Kopie des Röntgenbildes werde ich mitnehmen; falls ich doch wegen Überreizung des Fusses zum Arzt muss, kann ich die schöne Fotografie gleich vorweisen. Von den ukrainischen Ärzten habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Schrauben-im-Bein1.jpg" rel="lightbox[7218]"><img class="alignleft size-medium wp-image-7220" title="Schrauben-im-Bein" src="http://www.honigdachs.com/wp-content/uploads/2012/05/Schrauben-im-Bein1-120x160.jpg" alt="" width="120" height="160" /></a>So sieht der Fuss von innen aus. <a href="http://www.honigdachs.com/2011/11/24/auf-eis-in-eisleben/" target="_blank">Die Ärzte im Eislebener Krankenhaus</a> haben sorgfältig gebohrt und geschraubt, es scheint sich um eine solide Konstruktion zu handeln.<br />
Eine Kopie des Röntgenbildes werde ich mitnehmen; falls ich doch wegen Überreizung des Fusses zum Arzt muss, kann ich die schöne Fotografie gleich vorweisen.<br />
Von den ukrainischen Ärzten habe ich ja eine sehr hohe Meinung, seit sie vor zwei Jahren meine Nagelbettentzündung mit einer Tinktur zum Einstreichen geheilt haben, was den Kapazitäten in Deutschland trotz zweier Operationen nicht gelungen war.<span id="more-7218"></span></p>
<p>Ein wenig erschreckt es mich, wie viele elektronische Geräte ich bei mir haben werde &#8211; der Gedanke an Ausstieg und Zivilisationsferne konterkariert sich damit selbst. Hinzugekommen ist ein E-Book, das Gewicht spart und mittlerweile etwa 200 Bücher enthält. Dumm nur, wenn, wie es schon einmal passierte, das Gerät sich nicht anschalten lässt, die Bibliothek wegen Stromsperre quasi geschlossen bleibt. Nicht lesen zu können, käme ja beinahe einem Todesurteil gleich, es würde mich zumindest sehr agressiv machen. Auf Musik könnte ich gut verzichten, nicht aber auf Literatur.<br />
Diesmal nehme ich wieder, wie bei der ersten Reise 2007, einen sogenannten USB-Stick mit. U.H. war so freundlich, mich mit erlesenen <a href="http://dasregimeunddiedandys.wordpress.com/" target="_blank">blatnye pesni</a> zu versorgen. (Herzlichen Dank nochmals!)<br />
Zwei Diktiergeräte, den Fotoapparat und den kleine Laptop brauche ich für die Arbeit, das Handy auch (Kontakte zu Redaktionen halten, Nachrichten austauschen).</p>
<p>So bin ich selbst in der Einöde ein Maschinenmensch, ein Instrumententräger.<br />
Nachdem ich den Clip &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=xIDbDXqVBSc" target="_blank">Гражданская Оборона- Вечная весна</a>&#8221; gesehen hatte, wollte ich eigentlich eine Kamera kaufen und unterwegs noch Filme drehen, zumal das Tempo der Schnitte und der Musik meiner Wahrnehmung im Fahrradrausch entspricht. Aber ich fürchte es würde mich doch überfordern, so multiperspektivisch zu denken und zu fühlen, schreibend, fotografierend, träumend. Vielleicht beim nächsten Mal.<br />
Oder ich kaufe unterwegs eine Kamera, vielleicht wenn ich wieder unter Kiffern weile, wenn die Bilder beissen.</p>
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		<title>Über die Legende der angeblichen politischen und kulturellen Zerrissenheit der Ukraine (1)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 15:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Russland - Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Das erste Bierchen gönnt sich der Fahrradreporter ein paar Kilometer hinter der polnischen Grenze. Der Mensch, mit dem er an einem Blechtisch sitzt, antwortet auf die Frage, womit er sich beschäftige: &#8220;Mit dem Schmuggel von Zigaretten.&#8221; &#8220;Ich wünsche Ihnen Erfolg!&#8221;, sagt der Fahrradreporter. &#8220;Was soll man machen?&#8221;, fragt der Mann. &#8220;Die Kinder wollen studieren, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste Bierchen gönnt sich der Fahrradreporter ein paar Kilometer hinter der polnischen Grenze. Der Mensch, mit dem er an einem Blechtisch sitzt, antwortet auf die Frage, womit er sich beschäftige: &#8220;Mit dem Schmuggel von Zigaretten.&#8221;<br />
&#8220;Ich wünsche Ihnen Erfolg!&#8221;, sagt der Fahrradreporter.<span id="more-7186"></span><br />
&#8220;Was soll man machen?&#8221;, fragt der Mann. &#8220;Die Kinder wollen studieren, und alle Fabriken wurden geschlossen.&#8221;<br />
Der Fahrradreporter hat in der Ukraine und in Russland schon viele geschlossene Fabriken gesehen. Er erinnert sich an den Ausspruch eines US-amerikanischen Präsidenten, der gesagt hat: &#8220;Wir werden den Kalten Krieg gewonnen haben, wenn der russische Arbeiter kein Fleisch mehr in der Suppe hat.&#8221;<br />
Am Nachbartisch trinken drei Arbeiter Bier, essen getrockneten Fisch, und der Fahrradreporter überlegt wieder einmal, weshalb er sich in der Ukraine viel freier fühlt als in Deutschland.<br />
Wahrscheinlich liegt es an den weißen Streifen auf den Straßen, sagt er sich. Jedes Mal, wenn er auf der Rückfahrt aus der Ukraine in die EU einfährt, schockieren ihn diese Striche an den Straßenrändern. Welcher Idiot hat hier für Ordnung gesorgt? fragt er sich. Weshalb soll jede Straße so aussehen wie die andere? Soll es denn gar keine vergessenen Landschaften mehr geben? Hat noch kein Verkehrsforscher entdeckt, dass auch Autofahrer es als Abwechslung ansehen, wenn sie mal nicht funktionieren müssen und an einen Radfahrer, ohne auf weiße Streifen Rücksicht nehmen zu müssen, weiträumig vorbeifahren können? Muss auch die kleinste Gefühlsregung noch von Ingenieuren (der Seele) gestaltet, überwacht und kontrolliert werden?<br />
&#8216;Sieg Heil&#8217;, flucht er innerlich, &#8216;es leben die Speichellecker!&#8217; Er kauft sich und dem Schmuggler ein zweites Bier und ermahnt sich. Seriös ausgedrückt sollte der Fluch natürlich lauten: Die westliche Kultur hat noch keine Alternative zu Auschwitz entwickelt.<br />
Man soll ihr Zeit geben und nicht so viel fluchen, sagt sich der Fahrradreporter.<br />
&#8220;Europa ist nicht weit&#8221;, sagt er zu dem Arbeiter.<br />
&#8220;Europa denkt nur an sich selbst&#8221;, sagt der Schmuggler. &#8220;Die Polen würden uns ja gern helfen, aber sie haben keine Macht in der EU.&#8221;</p>
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		<title>Vergeblich wartet Julia!</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 14:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Honigdachs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Russland - Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Es scheint Flöhe in der Zelle zu geben! Julia als Simulantin s. ZEIT ONLINE, &#8220;Hintergrund &#8230;&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pravda.com.ua/rus/articles/2012/04/27/6963597/" target="_blank">Es scheint Flöhe in der Zelle zu geben! </a><br />
<a href="http://www.zeit.de/news/2012-04/27/justiz-hintergrund-ist-timoschenko-eine-simulantin-27224029" target="_blank">Julia als Simulantin s. ZEIT ONLINE, &#8220;Hintergrund &#8230;&#8221;</a></p>
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