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Nachhilfe für PHOENIX-Journalisten – Herr Lüders und die Quellen

Am 20. Januar behauptete der Nahost-Experte Michael Lüders bei Phoenix-TV, dass in der Ukraine 500 US-amerikanische Blackwater-Söldner kämpfen, solche, „die auch in den Irak geschickt worden sind“. Irgendwelche Quellen, Belege oder Beweise nannte er nicht, die Journalistin nahm die Aussage unwidersprochen hin.

Auch als Herr Lüders behauptete, die Wirtschaftshilfe für die Ukraine sei ein Fass ohne Boden, „es gibt keine Kontrolle, was mit diesen Geldern passiert“, erfolgte kein Widerspruch. Der IWF und westeuropäische Banken sollten gänzlich auf Kontrollen verzichten? Kann Herr Lüders diese These beweisen? Natürlich nicht.

Wenige Tage später behauptete Russlands Präsident Putin, in der Ukraine kämpfe eine NATO-Legion. Lüders Aussagen sind in russischen Netzwerken ein Hit, Putin hat einige Sätze nahezu wörtlich übernommen, auch er argumentiert wie Lüders, die ukrainische Armee handle im Auftrag der USA und mit dem Ziel, Russland geopolitisch klein zu halten.

Herr Lüders kann sich gratulieren, sein „Aufmerksamkeits-Rating“ ist enorm gestiegen. Sogar Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg musste dementieren. “Es gibt keine Nato-Legion in der Ukraine.” Das sei Unsinn.
Was wird Phoenix tun? Herrn Lüders um Beweise für seine Aussage bitten? Wenigstens befragen, auf welche Quellen er sich beruft? So sollte es in einem Journalismus üblich sein, der ernstgenommen werden will. Aber es ist unwahrscheinlich, dass es passieren wird.

Im Übrigen hat die ukrainische Regierung natürlich das Recht, auch ausländische Söldner zur Verteidigung ihres Landes zu engagieren, wie sie auch das Recht hat, Militärbündnisse mit anderen Staaten zu vereinbaren und mit deren Armee eine gemeinsame Verteidigung zu organisieren.
Wären die USA und GB vertragstreu, müssten sie nicht nur 500 Leute in die Ukraine schicken, sondern den Ukrainern ein paar hundert Atomwaffen übergeben. Schließlich haben sie ihnen 1994 im Budapester Memorandum die territoriale Integrität garantiert. Da sie den Vertrag nicht erfüllen können oder wollen, müssen sie die Ware natürlich zurückgeben, mit der die Ukraine für ihre Sicherheit bezahlt haben, die Atomwaffen.
Sicher, politisch klug wäre das nicht, aber im rechtlichen und moralischen Sinne gerechtfertigt.

Ich habe Herrn Lüders gefragt, auf welche Quellen er sich bei seiner Behauptung bezieht.
„Werter Herr Lüders, Sie haben bei Phoenix erzählt, dass in der Ukraine 500 Blackwater-Söldner (unter anderem Namen) kämpfen. Auf welche Quellen beziehen Sie sich dabei?(https://www.youtube.com/watch?v=cVk9X8ujyO4)
Und gestatten Sie die Frage: Wann waren Sie zum letzten Mal in der Ukraine?Ich war im Sommer in Frontnähe unterwegs, dort begegnete mir vereinzelt das Gerücht über 500 Blackwaters, aber ich fand keine glaubwürdigen Belege.
Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Fragen beantworten würden.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Brumme“

„M. Lüders“ schrieb am 27.01.2015 14:31:
„Werter Herr Brumme,
das können Sie mühelos selbst recherchieren, indem Sie beispielsweise
Blackwater in der Ukraine bei Google eingeben. Das ist schon mal ein guter
Anfang.
Mit freundlichen Grüßen Michael Lüders“

Natürlich kann ich bei Google nicht recherchieren, über welche Quellen HERR LÜDERS verfügt. Und die Google-Suche verweist auf alte Gerüchte. SPIEGEL-ONLINE: „Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht; Ria Novosti“ soll die Quelle sein (11.04.2014). BILD: „Angeheizt werden die Gerüchte um US-Söldner von Äußerungen eines russischen Diplomaten in Kiew“ (15.04.2014)

Meine Antwort an Michael Lüders:
„Werter Herr Lüders,
wenn ich Ihrem Tipp folge, stoße ich nur auf Gerüchte; „sollen sein“, laut Ria Novosti.
Also haben Sie keine eigenen Quellen?
Danke für die Auskunft,
mit freundlichen Grüßen
C.Brumme“

Themen: Politik und Gesellschaft

9 Kommentare to “Nachhilfe für PHOENIX-Journalisten – Herr Lüders und die Quellen”

  1. Vlad schreibt:
    27th.Januar 2015 um 18:51

    Hi,

    auf diesen beiden YouTube-Videos soll es angeblich:

    http://youtu.be/g_SzRHMeiBE und http://youtu.be/sdt9T481o3E

    Soldaten zu sehen sein (bei 0:40 Sekunden, erstes Video und ca. 0:27 sek beim 2. Video), die sich sehr nach einem Nativ-Speaker anhören.

    Aber ich als Laie kann schwer erkennen ob dieser Soldat von alleine dort ist oder „offiziell“. Die Videos sollen aus Mariupol sein.

    Grüße

  2. Honigdachs schreibt:
    27th.Januar 2015 um 19:28

    Danke, die Videos kenne ich. Sie stellen keine Beweise dar.

  3. Vlad schreibt:
    28th.Januar 2015 um 13:47

    @Honigdachs,

    ich hätte mir zumindest eine kurze Erklärung erhofft, warum die Videos für dich kein Beweis sind und was denen fehlt um es zu sein. Ich selber weiß es nicht, deswegen erhoffte ich mir irgendeinen Hinweis.

    Grüße

  4. Honigdachs schreibt:
    28th.Januar 2015 um 14:26

    Du hast die Frage doch schon selbst beantwortet – sie sollen in Mariupol gedreht worden sein. Aber was Genaues weiß man nicht.
    Außerdem ist das Gesicht des Sprechenden nicht zu sehen, es kann anhand der Lippenbewegungen nicht überprüft werden, was er spricht. Selbst wenn er Englisch spräche, könnte er ein Ukrainer aus Kanada sein.
    Soll es ein Beweis sein, müssen Herkunft und Zeit von mindestens zwei erkennbaren Zeugen bestätigt werden.
    Gut?
    Das russische TV produziert solche „Beweise“ täglich im Dutzend.

  5. Vlad schreibt:
    29th.Januar 2015 um 02:18

    Danke für die Antwort.

  6. xyz schreibt:
    12th.Februar 2015 um 22:02

    Dazu möchte ich gerne auch auf ein Video von Jung & Naiv verweisen, welches einen Ukrainer aus Kanada zeigt, der wegen der Proteste auf dem Maidan nach Kiev gekommen ist, um sich dem rechten Sektor anzuschließen (nach eigener Aussage): https://www.youtube.com/watch?v=j65dBEWd7go&index=15&list=PLuQE_zb4awhVV08DI5sFJEAevQNJh0SkM

    Es ist davon auszugehen, dass auf beiden Seiten Personen kämpfen, die ausgewandert sind und jetzt – für was auch immer und auf welcher Seite auch immer – zurückgekehrt sind und sich an den Kämpfen beteiligen.

    Außerdem sollte man nicht naiv sein, es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass sowohl der Geheimdienst der Ukraine, als auch das Militär inzwischen von Amerikanern beraten wird. Vor dem Maidan und bis heute soll außerdem der russische Geheimdienst aktiv gewesen sein und auch nach wie vor in vielen Institutionen der Ukraine seine Kontakte haben.

  7. Honigdachs schreibt:
    13th.Februar 2015 um 00:04

    Ich stimme Ihnen zu, auch betreffs der Berater. Die USA haben sich 1994 vertraglich verpflichtet, die territoriale Integrität der Ukraine zu garantieren, dafür hat die Ukraine ihre Atomwaffen abgegeben. Deshalb ist Beratung ist wohl das Mindestens, was die USA leisten sollten. Aber Berater sind eben keine kämpfende Truppe.

  8. immerskeptisch schreibt:
    30th.Mai 2015 um 15:13

    Ich möchte mich hier nicht direkt zum Thema äußern, aber die USA haben den Irak-Krieg mit weit mehr als 100000 Toten mit einer Lüge begründet und ohne eine einzige Konsequenz der westlichen Staaten !

  9. Honigdachs schreibt:
    28th.August 2015 um 11:37

    Ja, das stimmt. Und es ist nicht zu entschuldigen. Nur darf man Unrecht nicht mit Unrecht rechtfertigen.

Kommentare

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