Grässlich
Wir sind in einer zerschossenen Siedlung im Donbas. Ein Flieger der Sumpfgeschöpfe aus dem Norden versprüht Phosphor über dem Waldstreifen vor uns. Wir suchen in der Ruine eines Hauses Schutz, unter den starken Betontreppen am Eingang. Die Luft ist brennend heiß, ich kann kaum atmen. Mein Freund reißt sich die Kleider vom Leib und setzt sich hin. Sein Rücken ist mit blutenden Striemen überzogen. Sein Gesicht ebenfalls. Meins auch, sagt er. Ich will mit dem Smartphone einen Notruf absetzen, tippe auf das Glas. Dabei verformt sich das Gerät, das Glas ist weich wie Brei. Wir laufen ins Dorfzentrum vorbei an Ruinen. Ich erinnere mich, dort eine Apotheke gesehen zu haben. Die Tür zur Apotheke steht offen, doch in dem rußgeschwärzten Raum sind nur drei Soldaten. Sie haben keine Medikamente oder nicht genug, um uns zu helfen. Wir laufen weiter und treffen zwischen den Mauern eines Hauses Freunde aus Poltawa. Sie übergießen uns mit kaltem Wasser. Ich wache auf.
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