„ruzzische Welt“ – wenn Psychologen weinen

07.01.2026
Für einigermaßen kultivierte Menschen ist es unbegreiflich, wie (und wo!) ruzzische Folterknechte ukrainische Gefangene quälen, ob Soldaten oder Zivilisten. Immerhin lehren solche Beispiele auch, dass sowohl die Ukraine als auch der Reste-Westen nicht bloß „westliche Werte“ verteidigen müssen, nicht bloß Moral und Freiheit, sondern vor allem anderen schlichtweg sich selbst, ihr Überleben. Krieg ist nun einmal arbeitsteiliger Kampf um Leben und Tod, ob einem das gefällt oder nicht.

«Alexey überlebte Elektroschocks, ständige Schläge und Schlafentzug. Ihm wurden Zähne gezogen, Nase und Wirbel gebrochen und Muskeln aus den Schultern gerissen, und das war nur ein Teil der Folter. Am schlimmsten war für ihn der unstillbare Hunger, der ihn dazu trieb, Ratten, Seife und sogar Schimmel zu essen. In Gefangenschaft verlor Oleksiy 40 Kilogramm an Gewicht und 7 Zentimeter an Körpergröße.»
Trotzdem fand der Mann die Kraft, seine Erlebnisse zu teilen, damit die Welt von den Verbrechen der Russen erfuhr. Alexey schrieb das Buch „Jingle Bellz“, in dem er seine Gefangenschaftserfahrungen beschrieb und reflektierte.

Als ich bereits im Zentralen Kursk-Gefängnis war, wurde ein Zivilist namens Andrij, der in Lukaschiwka gefangen genommen worden war, drei Tage lang in eine Zelle gesperrt. Er berichtete, die Russen hätten ihn in eine Folterkammer gebracht, die sie in der örtlichen Kirche (!) des Moskauer Patriarchats eingerichtet hatten.“ …
Oleksijs Vater und sechs weitere verwundete Soldaten wurden in einer Kirche lebendig verbrannt. Seine sterblichen Überreste wurden später durch DNA-Analysen identifiziert und erneut beigesetzt. …
Den Gefangenen wurde eine Minute zum Essen gegeben. Da Oleksiy eine Kieferverletzung hatte, fiel ihm das Kauen schwer, und er schaffte es irgendwie nicht, das Brot zu essen. Dies fiel dem Wärter auf, der daraufhin anordnete, dem Mann zur Strafe die Zähne zu ziehen. …

„An dem Tag hatte ich Dienst in der Zelle. Ein Wärter fragte, ob orthodoxe Christen unter uns seien. Ich antwortete, dass alle orthodox seien. Daraufhin sagte er: ‚Vielleicht möchten Sie heute ein Ei?‘ Ich war sehr überrascht. Ich sagte: ‚Wenn es klappt, wären wir Ihnen sehr dankbar.‘“

Zum Mittag- und Abendessen gaben sie uns ein in Wasser getränktes Kohlblatt. Davon hatte er nur zehn Minuten Energie. Ich fragte, ob es wie versprochen ein Ei gäbe. Der Wachmann bejahte. Bei der abendlichen Kontrolle führten sie uns hinaus und fingen an, uns in den Schritt zu schlagen. Sie fragten, ob jemand Kinder habe und wie viele. Diejenigen, die angeblich keine Kinder mehr bräuchten, wurden am härtesten geschlagen. Und solche Schläge gab es an jedem Feiertag“, sagt Oleksiy. …

Er suchte (nach dem Gefangenenaustausch) auch Psychologen auf. Doch die meisten Spezialisten hätten seine Erzählungen aus der Gefangenschaft nicht ertragen können und angefangen zu weinen. Deshalb begann Oleksiy, sich mithilfe von Büchern selbst weiterzubilden. Seine Rehabilitation dauert noch an.

https://life.pravda.com.ua/society/istoriya-oleksiya-anuli-yakiy-perezhiv-10-misyaciv-polonu-312444/

Themen: Russland - Ukraine

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