Russland – Ukraine

Die Liebe in Bild und Wort

Es gibt sie doch, die Liebe, und Paare, die zueinander passen und miteinander alt werden, ohne einander zu verfluchen. Rausch, Ekstase, Harmonie und Verliebtheit lassen sich mit Bildern oder mit Musik leichter darstellen als mit Worten – glückliche Liebespaare sind in der Literatur selten. Die (erzählende) Literatur sucht nicht etwa das Böse oder die Feindschaft, aber sie bannt ein Geschehen, welches sich über eine längere Zeit hinzieht, nicht den Augenblick. …weiterlesen »

Heilige und heilige Krieger

Angenehme Arbeit zum Jahresende: Die schönsten Bushaltestellen Russlands und der Ukraine für die Veröffentlichung des Buches „Auf einem blauen Elefanten“ auszusuchen. In zwei Monaten wird das Buch erscheinen; vier- undzwanzig farbige Seiten mit Mosaiken soll es geben. Die Auswahl ist groß, aus mehr als eintausend „mit dem Fahrrad erstrampelten“ Motiven kann ich wählen, die Vorschläge des Verlegers ergänzen, variieren. – …weiterlesen »

„Noch 12 km bis Aleksejevskaja“

Die Kindsköpfe bringen die Literatur voran: Gogol, Kleist, Poe, Hölderlin, Rimbaud, Flaubert, Jules Verne, Strindberg, Hamsun, Charms, Majakovski, Babel, Karl Valen- tin, Celan, Beckett, Faulkner, Thomas Bernhard, Thomas Pynchon. Parkettsichere und muskulöse Herrenreiter hingegen sind selten Revolutionäre der Form (Goethe, Turgenjev, Victor Hugo, Maxim Gorki, Thomas Mann, Stephan Hermlin, Günter Grass). …weiterlesen »

Der Schein als Mosaik

Dieses schöne Bild stinkt, es steht auf morastigem Boden, niemand streichelt es. Es hat keinen ökonomischen Wert, und seinen ursprünglichen Zweck – „den Frohsinn der Bauern und der Werktätigen zu stärken“ – kann es nur noch selten erfüllen, denn in der Ukraine hat der Busverkehr auf dem Lande stark nachgelassen. Das Bild kann auch nicht verbrennen, es kann keine Wohnstube wärmen. Es kann Ameisen nicht als Nahrung dienen, doch als Versteck.

Früchte

Skelki, am Nikopolschen Meer. Paradiesisch: fast immer bekomme ich die Früchte geschenkt, die ich kaufen möchte. Sowohl hier in Skelki in der südöstlichen Ukraine, als auch in Russland, nördlich von Rostov-na-Donu, in Artschedinskaja, wo jener freundliche Verkäufer mir sechs Uhr morgens eine kühle Melone reicht. …weiterlesen »

Aerodrom

Weil es so schön war, gleich noch einige Bushaltestellen aus der tapferen Ukraine. Aerodrom, also Flugplatz, bei Kremenchug. Zauberhaft, oder? Die Grillen sind begeistert. Wetten, dass die Mosaikleger von ihren Renten nicht leben können? Und dennoch hinterlassen sie Spuren, die dauerhafter sind als Gesetzestexte und moralische Werte. Das tröstet. …weiterlesen »

Flutkatastrophe

Ich denke immer noch an gestern.* Vor Verchovyna war ein Teil der Straße von den Fluten fortgespült worden. Ich fragte den Einsatzleiter der Katastro- phenhilfe, ob es möglich sei, mit dem Fahrrad weiter zu kommen. Er, nach einigem Zögern: Möglich sei das wohl. Aber müssen Sie denn weiter? Es ist sehr wichtig? – Natürlich! Ich zweifelte nicht eine Sekunde. …weiterlesen »

Bunter als je zuvor

Das passende Mosaik zur Finanzkrise, aus Kryvopillia in den ukrainischen Karpaten, nahe der rumänischen Grenze, nur 50 Kilometer von einem offi- ziellen geographischen Mittelpunkt Europas entfernt. Die Schafe sind dem falschen Trommler nachgelaufen, die bösen Blicken zeigen es. Die Hörner gleichen zwar Flügeln, aber das hilft nicht, es verstärkt nur den komischen Eindruck. Erst einmal ist allgemeines Abwarten angesagt, auch die Rehe haben den Vorgang im Ganzen noch nicht verstanden. Und die Paradiesvögel versüßen sich die Pause. …weiterlesen »

Sirenen in Banilov

Auch in Banilov haben die Mosaikleger sich ihre künstlerische Freiheiten nicht nehmen lassen, die Gegenständlichkeit ist kein Dogma, die Farben spre- chen für sich. – Nebenan im Geschäft ist man mal wieder verwundert, dass ich diese Bushaltestelle fotografiere. Ich würde ja gern etwas länger über die schönen Künste reden, …weiterlesen »

Goldene Epoche

Heute sehen wir eine Bushaltestelle aus der Goldenen bzw. Neorömischen Epoche, in welcher versucht wurde, die Architektur der klassischen Antike wieder zu beleben. Dieser Stil wird auch der übermütige genannt. Frech werden Motive aus der Propaganda – idealisierte tanzende Mädchen und Frie- denstauben – …weiterlesen »

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