Auf Position

Zurück in meinem geliebten Poltawa, nach einer Woche Arbeitsurlaub im Oblast Charkiw. Wieder viele „heiße“ Diskussionen geführt mit Freunden und Fremden. Einmal habe ich mich „skandalös“ verhalten – Christoph klingt wie Rammstein, sagte ein Zeuge. Wenn Männer sich zu gut erholen …

Aber wieder habe ich viel gelernt. Die Erzählungen des Kriegers W. gehen mir nicht aus dem Kopf. Sechzig Meter von seiner Position entfernt liegen die Feinde im Schützengraben, die ihn töten wollen. Man hört sie husten. Von dort ist er in unsere Gesellschaft gekommen, dorthin fährt er wieder. Seine Mutter rief mehrmals an während unseres Beisammenseins. Sie macht sich mehr Sorgen um ihn wenn er im Urlaub ist, als wenn dort in der Todeszone ist, kommentierte ein Freund. Aber wenn er dort ist kann sie ihn nicht anrufen.

Sechzig Meter. Wir saßen in einem Café Hawai an einem See, sechzig Meter entfernt standen einige Autos. Man könnt einen Ball oder eine Handgranate dorthin werfen. Und er lachte darüber, das hat mich ziemlich verwirrt. Glücklich wie ein Kind, das etwas Lustiges erlebt hat. Dabei hat er etwas Schreckliches überlebt und er will es wieder überleben. Wer, wenn nicht ich, sagt er.

Themen: Russland - Ukraine

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