Plato, Höhlengleichnis

Poltawa, 16.04.2026
Platos sadistisches Höhlengleichnis ist voller schiefer Metaphern und falscher Tatsachenbehauptungen. Von Kindheit an gefesselt an Hals und Schenkeln sollen die Höhlenmenschen sein, sie können nur nach vorne sehen, obwohl doch klar ist, dass man dieser Weise nicht überleben könnte.
Auch ist die Behauptung unsinnig, dass die Menschen jede Form von Wirklichkeit in gleicher Qualität oder Intensität sehen. Ein Tierarzt kann eine kranke Kuh besser untersuchen und evtl. heilen als Donald Trump. Ich weiß mehr über die Ukraine als Zeugen des Sofas unterm deutschen Weinhachtsbaum.
Platos gefangene Menschen sehen alles gleich, wissen über alles gleich viel oder wenig. Sie sehen nur etwas auf eine Wand projektiertes, Schatten der Wirklichkeit, Illusionen, Einbildungen. Sie halten die Schatten für das Wahre, diese Dummchen. Angeblich sollen Platos Höhlenmenschen miteinander reden, ohne sich ansehen zu können, da sie ja alle nur nach vorne sehen können. (Erinnert an die Folter in Franz Kafkas „Strafkolonie“.)
Falls nun einer der Höhlenmenschen GEZWUNGEN werden würde aufzustehen, den Hals auch mal zu drehen und gegen das Licht zu sehen, so hätte er „wegen des flimmernden Glanzes“ IMMER Schmerzen, – in seiner vorherigen Position als Gefesselter aber offenbar nicht? Jetzt soll er die Dinge nicht richtig erkennen können, weil ihn das Licht blendet. Wenn ihm aber jemand versichern würde, er hätte als Gefesselter nur Schatten gesehen, jetzt aber sähe er richtig, dann wäre doch der Höhlenmenschen verwirrt, weil er die Schatten so lange für Wirklichkeit gehalten hätte.
Mit diesem sadistischen Gedankenexperiment wird also gezeigt, dass Menschen sich an ihre Vorurteile, „Voreinstellungen“, gewöhnen; wie sie sich selbst betrügen. Alle in gleicher Weise. Angeblich der Höhlenmensch nach dieser Erkenntnis lieber angekettet seine Vorurteile genießen, als den Schmerz zu ertragen, seine Gedankenwelt korrigieren zu müssen. Ans Licht müsse man ihn mit Gewalt tragen.
Ergo: Wie gut, dass ich kein Höhlenmensch bin!

Themen: Literatur

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