Drohnen und Shakespeare

B., Oblast Charkiw, 21.06.2026
Eine Drohne fliegt in der Nähe, zu sehen ist sie nicht. Ihre Töne erinnern an das Summen einer Hummel, nur viel lauter, auf- und abschwellend, immer noch lauter werdend, also näher kommend. Wohin will sie? Hat sie Augen? Fällt sie zufällig auf unser Haus? Ich trete vorsichtshalber unters Dach. Unsere Abwehr schießt, dann ist Ruhe. Haben sie getroffen, es war kein Knall zu hören? Nein, wieder ist nur die Drohne zu hören. Es hört sich an, als würde sie drei Häuser weiter fliegen. Natürlich eine feindliche. Unsere würden nicht in dieser niedrigen Höhe über eine Siedlung fliegen. Jeder Moment kann der letzte sein, kein freundliches Gefühl.

Schöner Satz bei Mark Reicher: „Die ruzzen nutzen ihre Eskalationsdominanz, sie beschießen jetzt schon ihre eigenen Öltanks.“ In Moskau.
Ich sage es ja seit Jahren: Der Kriegsherr im Kreml ist eine Figur wie von William Shakespeare, er kann nur noch falsch handeln, nur noch zerstörerisch. Nur noch zum Nachteil seines Landes und seines Regimes. Es gibt kein Zurück, der Rand des Abgrunds ist noch nicht erreicht, und der Abgrund hat keine Decke. Selbst die dunkelsten und tiefsten Orte in ruzzland sind jetzt völlig offen und ungeschützt für die Ukrainer.
Wie lange kann der Kriegsherr im Kreml noch über die Katastrophe spotten, in die er ruzzland geführt hat, wie lange kann er sie noch verniedlichen und beschwichtigen? Moskau brennt – und er schweigt? Oder er wählt den Duktus wie nach dem Untergang der „Kursk“. „Sie sank.“ Dass die Matrosen tot waren, dass man deren Tod vielleicht auch bedauern könnten, kam ihm nicht in den Sinn. „Moskau brennt.“ Das ist eine Tatsache, die es offenbar nicht wert ist, lange kommentiert zu werden. Und die ruzzen lassen sich das gefallen?

Themen: Russland - Ukraine

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