Flutkatastrophe
Ich denke immer noch an gestern.* Vor Verchovyna war ein Teil der Straße von den Fluten fortgespült worden. Ich fragte den Einsatzleiter der Katastro- phenhilfe, ob es möglich sei, mit dem Fahrrad weiter zu kommen. Er, nach einigem Zögern: Möglich sei das wohl. Aber müssen Sie denn weiter? Es ist sehr wichtig? – Natürlich! Ich zweifelte nicht eine Sekunde. …weiterlesen »
Bunter als je zuvor
Das passende Mosaik zur Finanzkrise, aus Kryvopillia in den ukrainischen Karpaten, nahe der rumänischen Grenze, nur 50 Kilometer von einem offi- ziellen geographischen Mittelpunkt Europas entfernt. Die Schafe sind dem falschen Trommler nachgelaufen, die bösen Blicken zeigen es. Die Hörner gleichen zwar Flügeln, aber das hilft nicht, es verstärkt nur den komischen Eindruck. Erst einmal ist allgemeines Abwarten angesagt, auch die Rehe haben den Vorgang im Ganzen noch nicht verstanden. Und die Paradiesvögel versüßen sich die Pause. …weiterlesen »
Als Gast
Ich fahre durch ein Dorf, da fällt mir eine Wasserflasche vom Gepäckträger. Der Knall ist ziemlich laut, hinter dem nächsten Gartenzaun bellen wütend zwei Hunde. Der Haus- und Hundebesitzer kommt angelaufen, fragt, was passiert sei. Er sieht, dass in der Wasserflasche ein Loch ist, läuft augen- blicklich ins Haus, holt eine neue Flasche und schenkt sie mir. …weiterlesen »
Sirenen in Banilov
Auch in Banilov haben die Mosaikleger sich ihre künstlerische Freiheiten nicht nehmen lassen, die Gegenständlichkeit ist kein Dogma, die Farben spre- chen für sich. – Nebenan im Geschäft ist man mal wieder verwundert, dass ich diese Bushaltestelle fotografiere. Ich würde ja gern etwas länger über die schönen Künste reden, …weiterlesen »
Goldene Epoche
Heute sehen wir eine Bushaltestelle aus der Goldenen bzw. Neorömischen Epoche, in welcher versucht wurde, die Architektur der klassischen Antike wieder zu beleben. Dieser Stil wird auch der übermütige genannt. Frech werden Motive aus der Propaganda – idealisierte tanzende Mädchen und Frie- denstauben – …weiterlesen »
In der Fremde
Autor allein gegen die Welt. Über Kafkas Hochmut verfüge ich nicht: Im Kampf zwischen dir und der Welt sekundiere der Welt? Nö, das mache ich nicht. Wenn ich kämpfe, dann mit mir an meiner Seite. Wieso soll ich es wert sein, dass man mich verurteilt? Die Welt ist mindestens so schlecht wie ich, ich gewähre ihr keinen Rabatt. …weiterlesen »
Miniatur von Saratov
Dieses Foto beweist, weshalb die Regeln der Kunst universell sind und weshalb in jedem Kunstwerk sich etwas Ungewolltes ausgedrückt. Es zeigt Saratov im Kleinen, im Vordergrund das historische, alte, zum oberen Bildrand aufstei- gend bis zur Gegenwart. Das Modell steht hinter einer Glasscheibe, gleich neben dem Lipki-Park im Zentrum der Stadt, es ist im Original mehrere Meter lang; hier ist ein Ausschnitt zu sehen. …weiterlesen »
Herzlich Willkommen!
Der Verleger meint, ich solle im Fahrradbuch meine Motivation für die Reisen an die Wolga noch stärker betonen. Ich fühlte mich an die Zeiten erinnert, da ich als Jungpionier an Lenins Geburtstag schildern sollte, weshalb dieser ein guter Mensch war. Die Einsicht, die ich damals gewann, vertrete ich heute noch: Was sich begründen lässt, ist selten wahr. …weiterlesen »
Spaziergang durch Saratov
(1) Der Witz dieses Plakats im Zentrum von Saratov ist nicht gleich erkennbar. Klar, ein Theater der Magie und der Zauberei kündigt seine Aufführungen an. Das erste und beste Zaubertheater aus ganz Russland ist es natürlich. Doch wo befindet sich der magische Ort? Die Adresse unter der Grafik zeigt es: v dome ofizerof. Im Haus der Offiziere. …weiterlesen »
Liebe aus Stein
Wozu nach New York reisen und das Museum of Modern Art besuchen, wenn im Freilichtmuseum Ukraine der Eintritt frei ist und die Augenschmeichler auf Waldwiesen stehen?
Hier seht ihr echte Liebe aus bunten Steinen, Liebe zur Kunst und zum Leben – ihr Rehe und Waldmäuse! Da könnt ihr mal neidisch sein, wie glücklich wir Menschen sind, wenn wir lieben! Sogar der Regenbogen und die Sonne schei- nen über diesem Glück. Und die Natur ist eins mit uns, die Vögel zwitschern Lieder und zerbeißen keine Würmer. …weiterlesen »