Politik und Gesellschaft
„Vergeltungswaffen“
Joerg Drescher, Kyiv:
„Laut des Sprechers der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, wollen Mitglieder des russischen Parlaments den Einsatz sogenannter „Vergeltungswaffen“ gegen die Ukraine fordern. Das deshalb, weil Selensky keinen Bock hat, nach Moskau zu reisen.
KI nach den deutschen „Vergeltungswaffen“ aus dem 2. WK gefragt:
Die deutschen Vergeltungswaffen (V-Waffen) waren Fernwaffen, die im 2. WK (vor allem ab 1944) als „Wunderwaffen“ gegen alliierte Städte, insbesondere London und Antwerpen, eingesetzt wurden. Die V1 (Fieseler Fi 103) war ein Marschflugkörper, die V2 (Aggregat 4) die erste funktionsfähige ballistische Rakete. Ihr Einsatz blieb militärisch wirkungslos. Kein Kommentar.“
Seltsame Zahlen
In Deutschland wird der Umfang der Schattenwirtschaft auf 538 Milliarden Euro geschätzt. 2025 wurde demnach das größte Ausmaß seit mehr als zehn Jahren erreicht. Das Verhältnis von Schattenwirtschaft zum offiziellen Bruttoinlandsprodukt wachse damit von 11,4 auf 11,6 Prozent.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands beträgt laut Internationalem Währungsfonds (IWF) im Jahr 2025 5,01 Billionen US-Dollar.
Das ukrainische BIP für 2025 wurde auf rund 209,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Schattenwirtschaft in der Ukraine wird oft geschätzt auf 21,7 Mrd. USD.
Somit betrüge das Verhältnis des BIP Deutschland – Ukraine 24 zu 1, die Schattenwirtschaft 24,7 zu 1.
Allerdings findet man unterschiedliche Zahlen.
Danylo Hetmantsew, Leiter des Finanzausschusses der Werchowna Rada, erklärte, dass der Schattensektor auf 800-900 Mrd. UAH (21,7 Mrd. USD) geschätzt wird. Das sollen etwa 30-50% der Wirtschaft sein, wobei einige Sektoren mehr als 60% ausmachen. (Was gemessen am BIP nicht stimmen kann.) In den europäischen Ländern macht die Schattenwirtschaft nur etwa 5-7% aus“, erklärte der Politiker.
Laut dem Ernst & Young Global Shadow Economy Report wird die Schattenwirtschaft in der Ukraine auf 19,3 % des BIP geschätzt, was etwa 34,5 Milliarden US-Dollar entspricht. (Das hätte ich auch geschätzt.)
Laut Ukraine Buisness News vom 25.06.2025 schätzten Forscher den Anteil der Schattenwirtschaft in Indien im Jahr 2023 auf 26,1 %, in China auf 20,3 %, in Polen auf 9,7 %, in Italien auf 7,8 %. (Italien weniger als in Deutschland wäre, ebenfalls kaum glaubhaft.)
Laut FAZ vom 27.01.2026 dürfte in der EU das höchste Niveau der Schattenwirtschaft Griechenland mit 21,6 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, das geringste die Schweiz mit 5,3 Prozent. Ukraine also laut Ernst & Young geringer als Griechenland.
Pariser Party-Gespräche aus dem 19. Jahrhundert
Poltawa, 14.01.2025
Sozusagen Smalltalk von damals. Auffällig: mit einigen Ideen und Trends der heutigen Zeit haben sich diese Leute auch schon abgeplagt und amüsiert.
„Heute, am Endpunkt der Zivilisation, hat unsere Gesellschaft die Macht den Einflußbereichen gemäß aufgeteilt, und wir haben nun Machtgruppen, die da heißen: Industrie, Gedanke, Geld, Wort. Die Macht, die keine Einheit mehr hat, schreitet unaufhörlich einer sozialen Auflösung entgegen, der nur noch vom Eigennutz eine Schranke gesetzt wird.“ (!)
»Der Verstand hat alles getötet!« rief der Karlist. »Hören Sie auf, die unbeschränkte Freiheit führt die Völker zum Selbstmord, sie langweilen sich in ihrem Triumph wie ein englischer Millionär.« (Sie amüsieren sich zu Tode.)
»Was sagen Sie uns Neues? Heutzutage findet man jegliche Macht lächerlich», (Ressentiments) „und das ist ebenso üblich geworden, wie Gott zu leugnen. Man hat keinen Glauben mehr. Darum ist auch das Jahrhundert wie ein alter Sultan der Ausschweifung erlegen. Schließlich hat euer Lord Byron in letzter poetischer Verzweiflung die Leidenschaft des Verbrechens besungen.« (Netflix, Drogen“barone“ als positive Helden)
»Wissen Sie«, antwortete ihm der volltrunkene Bianchon, »daß uns ein Gran Phosphor mehr oder weniger zum Genie oder Bösewicht, zum Mann von Geist oder zum Idioten, zum tugendhaften Menschen oder zum Verbrecher macht?«
»Kann man so von Tugend reden?« rief Cursy; »der Tugend, dem Gegenstand aller Theaterstücke, der Lösung aller Dramen, dem Fundament aller Gerichtshöfe.“
»Ja, Verehrter, die gegenwärtige Regierung repräsentiert die Kunst, die öffentliche Meinung herrschen zu lassen.«“
»Die öffentliche Meinung? Das ist doch eine ganz lasterhafte käufliche Dirne. Wenn man euch Männern der Moral und Politik zuhört, so müßte man stets eure Gesetze der Natur, die öffentliche Meinung dem Gewissen vorziehen. Geht mir, alles ist wahr, alles ist falsch!“ (! – das Phantom der Postmoderne lässt grüßen)
»Kant, Monsieur? Auch so ein Ballon, den man aufsteigen ließ, um die Flachköpfe zu amüsieren. Materialismus und Spiritualismus, das sind zwei hübsche Rackets, mit denen Scharlatane in Roben denselben Ball schlagen.» (! – Liberalismus und Esoterik)
„Ob Gott in allem sei, wie Spinoza sagt, oder ob alles von Gott kommt, wie Sankt Paulus sagt … Dummköpfe! Eine Tür öffnen oder schließen, ist das nicht dieselbe Bewegung? Kommt das Ei von der Henne oder die Henne vom Ei? (Reichen Sie mir mal den Entenbraten!) Das ist die ganze Wissenschaft.«
Aus „Gesammelte Werke: Realistische Gesellschaftsporträts aus Paris und Frankreich des 19. Jahrhunderts: Charakterstudien, Bourgeoisie, Melancholie, Verhängnis“ von Honoré de Balzac
Jugendfreund
Berlin, 04.12.2025
Stoßseufzer eines Jugendfreundes: Ich will in die DDR zurück, in einen übersichtlichen Raum, wo nicht jeden Tag etwas Neues passierte, nicht alle durcheinander quatschten.
Ob ironisch oder ernst gemeint, ich kann den Mann verstehen, auch wenn ich seinen Wunsch nicht teile. In der DDR konnte man die Zahl der Parteien an fünf Fingern abzählen, die der Fernsehprogramme an zwei. Politische Ereignisse waren vorhersehbar, das Angebot an Waren überforderte niemanden. Reisefreiheit galt nur für Rentner und wenige Privilegierte, Meinungsfreiheit war zwar in der Verfassung garantiert, sie zu beanspruchen konnte aber böse enden. Einer, den sie in Berlin-Prenzlauer Berg Mozart nannten, hatte fünf Jahre im Bau gesessen, weil er die Meinung äußerte, die DDR sei wie ein Konzentrationslager mit Stacheldrahtzäunen und Minenfeldern gesichert.
Wenn man die Klappe hielt und brav die angeblich wissenschaftlichen Floskeln der Herrschenden nachplapperte und die Friedhofsruhe als höchsten Ausdruck der Lebendigkeit empfand, konnte man es in dieser „kommoden Diktatur“ aushalten.
Unter kritischen Geistern, unter Bürgerrechtlern und in Künstler- und Theatermilieus, zitierte man lieber den Satz von Ingeborg Bachmann,
„Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar“. Ein Anspruch, der Hoffnung machte und zu Reisen an unbekannte Ufer aufforderte.
Heute ertrinkt mein Jugendfreund in Informationen, sein Kopf will ihm platzen, weil er nicht entscheiden kann, welche der unendlich vielen Wahrheiten nun wirklich wahr sind. Er kann nicht in jedes Land fahren, das in den Nachrichten genannt wird, um die Nachrichten zu überprüfen. Er soll Leuten vertrauen, die er nicht kennt, nie treffen wird. Der Raum, in dem er sich orientieren soll, ist größer als seine Sinne erfassen können. Er kaut auf Begriffen herum, deren Geschmack und Inhalt er nicht einordnen kann. Er fühlt sich vom Virus des Westens infiziert. So wollte er nie werden wie diese postmodernen Westler, die alles bezweifeln und die Wahrheiten und Erkenntnisse als ausschließlich subjektive Angelegenheiten betrachten, als würde der Regen von von unten nach oben fallen und als sei ein Kriegsverbrechen kein Kriegsverbrechen oder nur eines aus der Perspektive des Opfers.
Krieg als nihilistisches Gesamtkunstwerk – warum sich Putins Russland und der Westen ewig fremd bleiben
Heute ist mein Gastkommentar in der NZZ erschienen:
Die Lernbereitschaft im Westen in Sachen Ukraine tendiert nach wie vor gegen null, gemessen an den notwendigen Einsichten. William Shakespeare hat solch ein Verhalten in «Hamlet» beschrieben: Zögern führt zu zahlreichen Todesfällen und zur Eskalation der Ereignisse.
Ich habe die antagonistischen Gegensätze zwischen ruzzland und dem Westen herausgearbeitet.
„Im Westen möchte man Terroristen und Serienmörder gern therapieren und gesundbeten, mit ihnen verhandeln, sie von der eigenen Friedfertigkeit überzeugen. In Russlands staatlicher Leitkultur neigt man dazu, die Schwächeren und die Reicheren zu demütigen. Der Herrscher im Kreml schwelgt öffentlich in Vergewaltigungsphantasien, wobei das Opfer ein harmloses Nachbarland ist. Im Westen versucht man, Kriegsverbrecher zu bestrafen, in Russland werden sie belohnt und ausgezeichnet, sie gelten als Helden.
Die Europäer wollen bald auf dem ersten klimaneutralen Kontinent leben und dafür auf fossile Brennstoffe verzichten; Russland will seine Existenzgrundlage nicht aufgeben, den Export fossiler Brennstoffe.“
https://www.nzz.ch/meinung/krieg-als-nihilistisches-gesamtkunstwerk-warum-sich-putins-russland-und-der-westen-ewig-fremd-bleiben-ld.1899459?mktcid=smsh&mktcval=E-mail
Hungerstreik
Berlin, 23.07.2025
Mein neuer Arzt motiviert mich, ich sollte dies und jenes Organ überprüfen lassen. „Du sollst doch Putin noch eine Weile ärgern!“.
Na gut, wenn es sein soll.
Doch kurz darauf hätte ich fast einen Herzinfarkt bekommen. Ich will einen neuen Pass beantragen, da lese ich:
„Das Bürgeramt Berlin-Pankow kann
– kein Bargeld
– keine Kreditkarten
– keine Debitkarten (was ist das?)
als Zahlungsmittel annehmen.
Zahlungsvorgänge können ausschließlich mit einer girocard (EC-Karte) erfolgen.“
Wo bin ich? Wie bitte? EC-Karten? Ich erinnere mich, die wurden hier früher aus Holz geschnitzt und auf Eselskarren durch Berlin gefahren. Aber so etwas habe ich nicht, ich komme aus einem modernen Land. Ich kann in allen möglichen Formen bezahlen, sogar mit Papiergeld, auch mit einer goldenen Karte, auch virtuell. Aber was soll ich mit EC-Karten? Und warum NUR mit ihnen?
Die Sachbearbeiterin meint, in der Terminbestätigung sei ja geschrieben worden, dass man nur mit EC-Karten zahlen können. Sie zeigt in dem Schreiben auf die Formulierung:
„Zahlungshinweis: – Girocard (mit PIN)».
Aber man schreibt ja nicht, dass man AUSSCHLIESSLICH mit diesen rätselhaften Karten zahlen kann.
Ich sage der Sachbearbeiterin, dass ich erst aufstehen werde, wenn sie eine Möglichkeit findet, mich bezahlen zu lassen. „Sonst trete ich in den Hungerstreik“, sage ich. Einen Pass brauche ich und ich habe ein Recht auf ihn, bezahlen kann ich, also bitte, liebe Steinzeitmenschen, denkt ein bisschen nach.
Die Frau ruft die Direktorin und erzählt ihr, welcher Skandal sich anbahnt. Oh Wunder, die Frau hat ein gutes Herz, AUSNAHMSWEISE werde es gestattet, bar zu bezahlen.
Ein Freund, der in der Brüssler Börokratie beinahe wahnsinnig geworden wäre und sich deshalb beurlauben ließ, kommentiert gleich darauf:
„Ich sehe den humoristischen Aspekt, werde Freunden einiges zu erzählen haben. Ein echter Held, bleibt in poltava, obwohl auf der russischen Abschussliste stehend, todesmutig Logistik für die Front organisieren, immer wieder unter Lebensgefahr in den russischen Drohnen-und Artilleriehagel. Unfassbarer Mut und Courage, fürchtet die russischen Folterknechte nicht. Aber es gibt grausamere Mächte als den Russen: Vorm Berliner Bürgeramt k.o. geschlagen und besiegt!»
Konsequenzen des Irrsinn der Trump-Selenskij-Show
Poltawa, 03.03.2025 (Luftalarm)
Ein langjähriger Freund aus Berlin fragt, wie der „Irrsinn der Trump-Selenskij-Show“ bei uns in der Ukraine aufgenommen wird.
Meine mündliche Antwort: KGB–Agent Trump (Genosse Krasnov) erfüllt seinen Auftrag. Nach 1300 Deals mit russischen Mafia-Bossen muss man ihn auch nicht mehr erpressen oder mit irgendetwas locken, wie manche im Westen sinnloserweise vermuten.
Aber solange die Amerikosen unsere Kinderkrankenhäuser nicht bombardieren, um uns „zum Frieden zu zwingen“, werden wir – womöglich – auch das überstehen.
Jetzt müssten wir natürlich gegen zwei Atommächte gewinnen, das wird nicht einfach.
Aber die Stärke der Ukrainer, ihr Macht- und somit auch Erpressungspotential wird von Trump und wird im Westen noch immer unterschätzt.
Immerhin muss Europa jetzt aus dem Tiefschlaf erwachen – oder ihr könnt das KZ Buchenwald und ähnliche Anlagen schon mal als Umerziehungslager vorbereiten, wo die ruzzen dann ihrem liebsten Vergnügen nachgehen werden, Patrioten und Pazifisten an den Eiern aufhängen.
Und weil der Freund von Napoleon Bonaparte fasziniert ist, erinnere ich ihn an einen Ausspruch des Franzosen: Politik ist unser Schicksal.
Passend zum Thema: Die ruzzen planen, künftig jede Nacht 500 (iranische?) Shahed-Drohnen auf die Ukraine abzufeuern. Derzeit könnten sie täglich bis zu 200 Shaheds abfeuern.
Stimmung als politische Kategorie
Über die Sendung „Politik und Medien und die Stimmung im Land“ im ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann:
Seit drei Jahren kritisiere ich / spotte ich darüber, dass die beliebteste Kategorie in der deutschen Kriegsberichterstattung DIE STIMMUNG ist. Kaum eine Reportage oder ein Interview ohne die Frage nach der Stimmung im Krieg, der Stimmung nach Raketenangriffen, im Angesicht der Gefahr der drohenden Ermordung.
Anfangs versuchte ich in Interviews noch ernsthaft zu antworten: Stimmungen wechseln doch in jedem Menschen mehrmals am Tag; Stimmungen sind wie alle Emotionen in sich widersprüchlich, zumal beim Zusammensein von mehreren oder vielen Menschen. Wie kann sich ein einzelner Reporter anmaßen, das Gefühlsleben von Millionen von Menschen zu beurteilen und auf den Begriff zu bringen? Zumal wenn es sich um einen ausländischen Reporter handelt, der nur ein paar Tage im Land ist und also höchstens ein paar Dutzend Menschen die geschmacklose Frage nach ihrer Stimmung gestellt haben kann.
Wenn ich in Poltawa in der Kneipe erzählte, dass ich in Radio-Interviews immer wieder nach der Stimmung gefragt werde, fassten sich die Leute an den Kopf, nicht selten wurden Mutterflüche abgesondert. Zusammengefasst lautete das Fazit meistens: Unsere Stimmung ist ausgezeichnet, es herrscht Bombenstimmung.
In meinem Tagebuch schrieb ich im Frühjahr 2022, „wenn ich noch einmal nach der Stimmung gefragt werde, bekomme ich entweder einen Lachkrampf oder einen Weinkrampf“.
Weshalb ist diese Kategorie im deutschen Journalismus so beliebt? Wohl weil sie so diffus ist und sich mit ihr alles Mögliche behaupten lässt. Weil sie Aufmerksamkeit weckt und sich mit ihr Menschen (Medienkonsumenten) leicht „angeln“ / manipulieren lassen. Sie täuscht Substanz vor, täuscht vor etwas Wesentliches auszusagen, und ist doch nur eine Seifenblase, die beim leisesten Windhauch / vorsichtiger Überprüfung zerplatzt.
Die Geschmacklosigkeit und Übergriffigkeit der Frage nach der Stimmung kann bei Medienkonsumenten gar den Eindruck der Empathie erwecken – man interessiert sich ja nur dafür, wie es den Menschen geht. Aber es ist ein Begriff, der den Blick auf die Wirklichkeit verkleistert; das angebliche Wissen über die Gefühle der Menschen wird nur vorgetäuscht.
Wie leicht Menschen mit dem Begriff der Stimmung im Wahlkampf zur Bundestagswahl getäuscht / aufgehetzt / manipuliert wurden, zeigt nun Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale. Sehr lehrreich! Die Kategorie der Stimmung (im gehobenen Journalisten-Jargon: „gesellschaftliche Grundstimmung“) und ihre missbräuchliche Verwendung ist eben immens politisch.
Die Sendung endet mit dem „einem überraschend aktuellen Protestlied aus dem Jahre 1973, aus einem Konzert des westdeutschen Liedermachers Bierwolf Böhmermann“ – Wie ist die Stimmung im Land: Eilig lobt der Milliardär all die ersten Geigen, die gekauften Redakteure, die wortreich jeden Mord beschweigen, sie können mit dem Teufel sprechen, und stritten aber ausgewogen, bis sie sich das Rückgrat brechen …
Winter ?
Poltawa, 29.01.2025
Übrigens: Früher gab es bei uns in der Ukraine so etwas wie WINTER. Die Älteren erinnern sich, das war die Jahreszeit mit Frost und Schnee. Heute sind acht Grad PLUS angesagt. Vor einigen Jahren konnte ich zusammen mit meinem Sohn noch Iglus bauen. Für Fenster aus Eis musste man nur einen Eimer Wasser nach draußen stellen.
Jetzt leben acht Milliarden Menschen auf der Welt; es sei allen gegönnt, diese fantastisch-schöne Wirklichkeiten erleben und gestalten zu dürfen. Selbst ich könnte noch erleben, dass es zehn Milliarden werden. Die wollen natürlich fast alle so elektronisches Zeug haben, Smartphones, Brillen für virtuelle Welten, virtuelles Geld, unzählige Strom fressende Programme. Dinge, die viel Wärme erzeugen, die wiederum bei der Herstellung von Kühltechnik eingedämmt werden muss. „Klimaanlagen“ kühlen Wohnungen und Büros und heizen Städte auf.
Und für eine in das Morden und Sterben verliebte Macht wie ruzzland ist der Verkauf fossiler Brennstoffe nahezu eine Existenzbedingung. Im brav selbstverliebten Westen strebt man die möglichst rasche Abkehr von Kohle, Öl und Gas an, um den Klimawandel zu stoppen. Für den Banditenstaat ruzzland ist das eine Horrorvorstellung.
Währenddessen planen die Ukraine und die EU schon den „grünen Wiederaufbau“ der Ukraine , obwohl / weil im vergangenen „Winter“ mehr als 50 Prozent der ukrainischen Energieinfrastruktur von den Barbaren aus den nördlichen Sümpfen beschädigt wurden. Laut der ukrainischen Akademie der Wissenschaften beträgt das Potenzial der erneuerbaren Energien in der Ukraine 874 GW. (siehe Helmholtz Klimainitiative, Link im 1. Kommentar) In Deutschland wurde im Jahr 2023 eine Energiemenge von 502 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) aus erneuerbaren Energieträgern genutzt.
Über einen erstaunlichen Unterschied
„Ein Freund fragt: Vermisst du etwas aus der DDR?
Das Zweifeln, antworte ich. Das Zweifeln an den Dogmen, an den herrschenden Meinungen, an der Zukunft und der Vergangenheit, wie sie in den Lehrbüchern prognostiziert wurde.“ Ohne Zweifel konnte man kaum überleben. Hätte man die Dogmen des Zeitgeistes, des Marxismus-Leninismus, immer für bare Münze genommen, so wäre man als vernunftbegabter Mensch verrückt oder aus Langeweile depressiv geworden. …weiterlesen »