Autoren Archive

In der Ukraine müssen Juden keine Angst haben

Mein Bericht aus Poltawa bei ntv: Der israelische Botschafter in Kiew bezeichnet die Ukraine als das „pro-israelischste Land in Europa“. Schon vor dem Krieg gab es hier so gut wie keine antisemitischen Straftaten. Die Ukrainer haben aus ihrer Geschichte gelernt. …weiterlesen »

Über einen erstaunlichen Unterschied

„Ein Freund fragt: Vermisst du etwas aus der DDR?
Das Zweifeln, antworte ich. Das Zweifeln an den Dogmen, an den herrschenden Meinungen, an der Zukunft und der Vergangenheit, wie sie in den Lehrbüchern prognostiziert wurde.“ Ohne Zweifel konnte man kaum überleben. Hätte man die Dogmen des Zeitgeistes, des Marxismus-Leninismus, immer für bare Münze genommen, so wäre man als vernunftbegabter Mensch verrückt oder aus Langeweile depressiv geworden. …weiterlesen »

Interview für das Inforadio des Hessischen Rundfunks

Das Inforadio des Hessischen Rundfunks / hr-iNFO bat mich (mal wieder) um ein Interview. Vorab skizzierte die Redakteurin die Fragen, über die man sprechen könnte. Ich bereitete mich vor, aber das Gespräch verlief dann natürlich etwas anders.
„Wir möchten gerne auf die Lage in der Ukraine zu Beginn des Winterhalbjahres blicken, auch vor dem Hintergrund, dass viele Beobachter sich im Moment verstärkt um die langfristige militärische Unterstützung der Ukraine sorgen. Wie blicken die Menschen in der Ukraine in dieser festgefahrenen Situation auf die nächsten. …weiterlesen »

Ostdeutscher Chronist des Krieges – Talk zu Krieg und Frieden

Nachgreicht: Bericht aus der Leipziger Volkszeitung
Ostdeutscher Chronist des Krieges – Talk zu Krieg und Frieden
Autor Christoph Brumme (60) lebt und arbeitet in der Ukraine. Bei einer Gesprächsrunde begrüßt er die Waffenlieferungen des Westens in seine Wahlheimat.
Ob er keine Angst vorm russischen Geheimdienst habe? „Sagen wir mal so – mit Unbekannten trinke ich keinen Tee, und meine Unterhosen wasche ich selber.“ Das Lachen bleibt den Zuhörern im Halse stecken. Sie spüren, plötzlich ist der Krieg in der Ukraine sehr nah. …weiterlesen »

Sprechen mit dem Feind – „Bald wird die Ukraine sowieso uns gehören“

Mein neuer Gastbeitrag bei ntv. 

Die meisten Ukrainer empfinden Gespräche mit früheren Freunden und Verwandten in Russland als sinnlos, die meisten privaten Kontakte liegen brach. Auf der Plattform Chatroulette zeigt sich, dass Russen und Ukrainer in komplett unterschiedlichen Welten leben.

https://www.n-tv.de/politik/Bald-wird-die-Ukraine-sowieso-uns-gehoeren-article24433192.html 

Was die Ukrainer unter einem Sieg verstehen

Mein Gastbeitrag bei ntv: 
Wer Russland kennt, weiß, dass Hoffnungen auf Verhandlungen mit Putin eine gefährliche Illusion sind. Krieg und Terror sind für ihn längst ein Selbstzweck geworden. Den Ukrainern ist das klar. Sie wissen, dass sie Russland besiegen müssen, wenn sie in Frieden und Freiheit leben wollen.

Die im Ausland heiß debattierte Idee, früher oder später mit dem Kriegsherrn im Kreml Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder gar ein Ende des Krieges führen zu können, wird weder von ukrainischen noch von russischen Politikern und Experten ernsthaft in Betracht gezogen. Wer Russisch versteht und die Macht in Russland aus eigener Anschauung kennt und mit der ukrainischen und der russischen Geschichte vertraut ist, kann zu keinem anderen Schluss kommen: Putin will nicht verhandeln. Auch für russische Beobachter gilt das unabhängig davon, welchem politischen Lager sie angehören, ob sie im Exil sind oder in Russland.

Der Krieg ist für die Ukrainer eigentlich nicht auszuhalten – und doch müssen der Alltag und das Leben weitergehen

Krieg gilt im vom Frieden verwöhnten europäischen Westen als Denkunmöglichkeit, und noch viel schwerer ist es, sich vorzustellen, was es existenziell bedeutet, wenn die Welt aus den Fugen gerät und alle Sicherheiten sistiert sind. Ebendies erleben die Ukrainer heute.
Mein Gastkommentar in der NZZ

Luftangriffe: Ukrainer nehmen an „Lotterie des Todes“ teil

Mein Interview der Woche bei MDR aktuell
Luftangriffe: Ukrainer nehmen an „Lotterie des Todes“ teil
Der Schriftsteller Christoph Brumme ist in Wernigerode geboren, lebt aber seit Jahren in der ukrainischen Stadt Poltawa – ganz in der Nähe der Front. Brumme will sie auch in Kriegszeiten nicht verlassen. Warum nicht?
MDR AKTUELL 17:42 min

Poltawa, 27.07.2023

Seit heute Nacht bin ich wieder zu Hause, in Poltawa. (Was ist Heimat? Der Ort, an dem ich am liebsten bin.) Der eine Sommermonat in Deutschland war diesmal nicht so schwer zu ertragen wie der im letzten Jahr. Die grauenerregende Normalität dort hat mich diesmal nicht überrascht, nicht schockiert. So leben die Leute eben da drüben, stillvergnügt in den Tag hinein, genießerisch und traumtänzerisch. Man will sie mit dem Wort KRIEG gar nicht stören. Oder gar von Mitverantwortung und Schuld reden. Leben und leben lassen bzw. sterben lassen. …weiterlesen »

Berlin, 10.07.2023

Deutschland ist ein Land im Frieden, das merkt man gleich. Die Menschen sehen nicht prüfend zum Himmel. Sie befürchten nicht, dass von dort etwas geflogen kommt, das sie töten kann – schneller als sie sehen können. Sogar Bundeswehrsoldaten stehen auf dem Bahnsteig in der Sonne, statt im Schatten. Sie fürchten nicht den Anflug einer Drohne, die sie zerfetzen kann. Niemand schreckt zusammen, wenn ein schrilles, pfeifendes Geräusch ertönt; alle wissen, dass es nicht von einer Rakete erzeugt wird. …weiterlesen »

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