Russland – Ukraine

“Ich will das Leben schrei­bend feiern!”

„Brumme ist niemand, der vom „Pro­fes­so­ren­zim­mer“ aus Theo­rien auf­stellt, er sitzt lieber mit gespitz­tem Ohr im Bier­gar­ten. Seine Auf­zeich­nun­gen zeigen, wie nah er den Men­schen ist, wie vor­ur­teils­frei und neu­gie­rig er ihnen begeg­net und wie groß seine Bewun­de­rung für die Ukrai­ner ist. Man hat das Gefühl, Brumme ist immer dann da, wenn Men­schen ein offenes Ohr brau­chen. Er wirkt wie eine Art alter­na­ti­ver Bot­schaf­ter, der den Ukrai­nern ein anderes Bild von Deutsch­land zeigt als das, was sie derzeit aus den Nach­rich­ten wahrnehmen.“

 

Meine seltsame Reise ins Land der Deutschen

„Im Interview wurde ich gefragt, ob es mir leid täte, dass die Deutschen im Winter womöglich frieren müssten. Nö, sagte ich, das geschieht ihnen recht. Es ist die Strafe dafür, dass sie acht Jahre lang die Armee des Aggressors unterstützt und sich in Energieabhängigkeit von Russland begeben haben. Die Strafe für ihr Unvermögen, strategisch zu denken und ethisch zu handeln. Sie sollen sich warme Pullover anziehen und an die Ukrainer denken, die für die politische Dummheit und Bequemlichkeit der Deutschen sterben müssen.“

Auszüge aus meinem Tagebuch in der NZZ am Sonntag.

Vom Alltag im ukrainischen Kriegsgebiet

Heute war ich zu Gast in der Sendung „Im Gespräch“ im Deutschlandfunk Kultur. 

Abründe

Schon fast vergessen, dieses Interview mit Thomas Koschwitz für mehrere Sender. Ein „Wildwasser-Gespräch“ – hohes Tempo, viele gefährliche Fragen / Abgründe: CHRISTOPH BRUMME (Autor) – KOSCHWITZ ZUM WOCHENENDE

Morgens wache ich auf und bin froh, dass ich noch lebe

Sie schreiben auch, dass Humor ganz wichtig ist in diesen Tagen …
Genau. Man lacht natürlich über die Dummheit des Feindes. Man lacht auch über die naiven Deutschen, die da vorschlagen, man sollte Kompromisse machen. Übrigens haben mich meine ukrainischen Freunde gebeten, einen Vorschlag an die Deutschen zu überbringen: Die Deutschen könnten doch auch einen Beitrag zum Frieden in Europa leisten und einen Teil ihres Territoriums an die Russen abgeben.’Ach ja?
Ja! Das Gebiet der ehemaligen DDR würde sich wahrscheinlich sehr gut eignen. Das kennen die Russen schon. Die Ostdeutschen sprechen noch ein bisschen Russisch. Und da gibt es auch schöne Museen, die man plündern und schöne Häuser, die man kaputt schießen könnte. Das wäre doch ein angemessener Beitrag zum Frieden in Europa!“

mein Interview bei BR Kultur mit Andrea Mühlberger

 

SWR1 Leute – Wie widerstandsfähig kann ein Volk auf Dauer sein?

Ich war Gast in der Sendung SWR1 Leute. Ein intensives Gespräch mit Moderator Jens Wolters – u.a. über mein Buch „Im Schatten des Krieges“.

„Christoph Brumme beschreibt in „Im Schatten des Krieges“ den aktuellen Alltag in der Ukraine. Bei aller Tragik zeigt sein Buch auch den Freiheitswillen, die Hilfsbereitschaft und den Humor der Ukrainer*innen.“

Video: ARD-Mediathek

 

Fischen beim Donner der Kanonen

Jeden von uns kann es immer und überall treffen, schon weil die russischen Raketen sehr ungenau fliegen – Der Leitung eines Einkaufszentrums droht eine Haftstrafe, weil sie den Luftalarm ignoriert hat. Und eine Rakete trifft das Sportstadion.
„Andrei regt sich im Biergarten darüber auf, dass die Russen in Krementschuk auch eine Rakete ins Sportstadion geschossen haben, nicht nur auf das Einkaufszentrum. Er versteht das nicht. «Warum wollen sie ein Stadion zerstören?», fragt er immer wieder. «Blöde Frage», antwortet der Banduraspieler Dima. «Damit man nicht mehr Fussball spielen kann.»
Das Ukraine-Tagebuch von Christoph Brumme.

Die Sehn­sucht nach dem Kriegsende

Das Wunsch­den­ken, das viele im Westen hegen, hilft nicht. Denn Putins Hass auf den Westen ist gren­zen­los, er braucht ihn zu seinem Macht­er­halt. Von Chris­toph Brumme bei Ukraine verstehen

Wieder einmal heulen die Sirenen, zunächst eine, dann alle gleich­zei­tig. Trotz Luft­alarm bleiben wir im Bier­gar­ten sitzen. Zuletzt hat unsere Luft­ab­wehr kurz vor der Stadt einige rus­si­sche Raketen abge­schos­sen. Die Staats­grenze ist ja nur etwas mehr als ein­hun­dert Kilo­me­ter ent­fernt, die Vor­warn­zeit beträgt also nur ein paar Schluck Bier. Luft­alarm wird schon aus­ge­löst, wenn Raketen in unseren Oblast Poltawa ein­drin­gen. Ob sie dann über uns hin­weg­flie­gen und andere Städte treffen sollen oder ob sie direkt für uns bestimmt sind – das kann in dieser kurzen Zeit nicht vor­her­ge­sagt werden. …weiterlesen »

Der Kriegsalltag macht höflich

Mehr als 100 Tage dauert nun der Krieg in der Ukraine. Ihre Bürger verrohen aber nicht, im Gegenteil: Die guten Eigenschaften kommen zum Vorschein, stellt Christoph Brumme in seinem Tagebuch fest.

„Mein Sohn sagte mir: Papa, ich will da leben, wo uns die Russen nicht erschießen können“

Der Krieg ist allgegenwärtig 
Zu Beginn waren seine Freunde der wichtigste Grund in der Ukraine zu bleiben – sie wollte er nicht zurücklassen. „Das ist wirklich eine Gewissensfrage gewesen.“ Zum anderen dachte er, er könne als Autor interessantes Material zu schreiben bekommen und der dritte Grund war, dass er „relativ effektiv helfen“ konnte. …weiterlesen »

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