Autoren Archive

Wieder einmal Ekelgefühle / So irre, im Krieg zu leben / Peinlich, Deutscher zu sein / Abgesang auf die Unschuldigen mit blutigen Händen / Doitsches Bier für die ruzzen

Ich sitze in einer Kneipe im Zentrum von Poltawa, trinke allein, weil fast alle romantischen Trinkerfreunde an den Fronten dienen. Lese Hans Falladas Bericht über sein Überleben im „Dritten Reich“, d.h. „In einem fremden Land – Gefängnistagebuch 1944“.
Zwischendurch Rauchpause. Mein Sohn ruft aus Berlin an und gratuliert mir zum Vatertag und sagt, ich sei der beste Vater der Welt.

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Sport in Zeiten des Krieges: Luftalarm im Stadion – die Ukrainer spielen trotzdem Fußball

Sport in Zeiten des Krieges
In der Ukraine wird weiter Profifußball gespielt, auch wenn die Begegnungen unter den Bedingungen des Kriegs stattfinden müssen. Mitunter dauert die Unterbrechung wegen eines Luftalarms länger als das eigentliche Spiel. …weiterlesen »

Weshalb Russland mit Krieg viel gewinnen, mit Frieden aber noch mehr verlieren kann

Mein Gastkommentar in der NZZ: 
Gewaltkultur gegen Gesprächskultur, Staatsterrorismus gegen kommunikative Vernunft, Lust am Weltuntergang gegen politische Gesundbeterei – im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen prallen unvereinbare Realitäten aufeinander. …weiterlesen »

Die Unschuldigen mit den blutigen Händen

Poltawa, 21.03.2024
Luftalarm, starker Beschuss von Kyiv, mindestens zehn Verletzte, darunter auch ein Kind.
Lektüre der deutschen Presse:
Wer Menschen in einer Notwehrlage Hilfe leistet, der soll auch bereit sein, seine eigenen Kinder der Gefährdung auszusetzen, meint der in Dresden geborene Schriftsteller Ingo Schulze. …weiterlesen »

Interview mit HR1

Ein verkaterter Morgen in Poltawa, ich höre der Faktenverdreherei eines in Deutschland sehr beliebten Demagogen zu, ärgere mich über den Unsinn, den er über die Ukraine unwidersprochen erzählt, und über den Beifall, den er dafür in Talk-Shows immer wieder erhält, einer der Unschuldigen mit blutigen Händen – da heulen bei uns wieder die Sirenen, die Apps warnen vor anfliegenden Raketen – und der Hessische Rundfunk ruft mich an für ein vereinbartes Interview. …weiterlesen »

Die Lage

11.03.24 Schade, dass man im Westen nicht wahrnimmt, wie panisch die Russen jetzt reagieren, nach Präsident Macrons Ansage, er schließe den Einsatz von Nato-Truppen in der Ukraine nicht aus, wenn auch nur zum Schutz der Grenze und zur Unterstützung bei Transport und Logistik. Aber so geht psychologische Kriegsführung. …weiterlesen »

Dekadenz u.a.

Poltawa, 3. März 2024 Dekadentes Wochenende.
Freitag war ich im ArtStudio, wo S. einen Vortrag über die Geschichte der Utopien und ihre Darstellung in den Künsten hielt, beginnend bei Plato, über Thomas Morus bis zum Marxismus und Nationalsozialismus, endend beim Liberalismus. Letzterer ist aus ukrainischer Sicht ja leider auch noch eine Utopie, solange die ökonomischen Voraussetzungen dafür fehlen und Großmütter ihr sowjetisches Gepäck (Traditionen und Gewohnheiten) an ihre Enkel weitergeben, und solange der Krieg tobt natürlich. …weiterlesen »

Erinnerungen u.a.

Katja aus Russland sieht uns entsetzt an, ihren dänischen Mann und mich. Ein Betrunkener ist im Berliner Monbijou-Park über unsere Decke gestolpert. Er hat eine Bierflasche über unsere Köpfe hinweg ins Gebüsch geworfen. Und wir verprügeln ihn nicht, wie das Männer in Russland machen würden, versichert uns Katja. …weiterlesen »

Burjaten und Paradoxe

Poltawa, 29.02.2024
Gestern habe ich Aljona getroffen, die Power-Frau von der jüdischen Gemeinde. Ihr 32-jähriger Sohn wird jetzt auch zum Militär eingezogen. Aljona ist auch bereit zu kämpfen, wenn man, wie sie sagt, solch eine Baba wie sie gebrauchen kann. Sie will keine Burjaten in ihrer Wohnung haben und keine Mörder mit Brot und Salz empfangen. Russland will aus der Ukraine eine Todeszone machen, sagt sie, eine „krematorische Zone“ (das Wort hörte ich zum ersten Mal). Da sei es doch besser, stehend zu kämpfen als kniend zu sterben. …weiterlesen »

Die Sirenen

Ich habe gestern die Verfilmung des Romans „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada gesehen, aus den 1970er Jahren mit Hildegard Knef. Der Film weicht stark vom Roman ab und ist eine ziemliche Schmonzette geworden. Hildegard Knefs eigenes Buch Zeit „Der geschenkte Gaul“über ihr Leben auch in der Nazi- ist genialer, informativer und schöner als der Film. …weiterlesen »

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