Zum zweiten Mal fuhr ich mit dem Fahrrad von Berlin an die Wolga und wieder zurück. 12. 000 Kilometer habe ich in diesem und im letzten Jahr allein in Russland und der Ukraine zurückgelegt. Auf der Rückfahrt, in Polen, sehe ich in einer Raststätte die ersten Bilder vom Georgien-Russland-Krieg. Ich kaufe eine polnische Boulevardzeitung, eine ganze Seite ist der Prognose gewidmet, dass die Situation im Kaukasus sich zu einer Auseinandersetzung zwischen NATO und Russland ausweiten könne. weiterlesen »
Honigdachs am 21. August 2008 in Tour de Wolga
Also gut, bevor Legenden sich bilden, von wegen, ich hätte IN DIESEM JAHR WIEDER einen Wolf mit bloßen Händen gekillt (siehe „Schreiben und Spielen“, Kommentar Thomas Weigelt), hier die Episode etwas ausführlicher: Ich lag im Zelt, in einem Waldstreifen, der als Windschutz zwei Getreidefelder trennte. Bis zu den nächsten Dörfern, eines heißt Tschornobai, waren es etwa jeweils zehn Kilometer. Von den Waldstreifen gibt es viele, es lässt sich gut in ihnen zelten, in der Ukraine wie in Russland. Auch das Wild wechselt gern geschützt, Füchse sah ich mehrmals. Und eben an diesen Abend den Wolf. weiterlesen »
Honigdachs am 14. August 2008 in Tour de Wolga
Thomas Weigelt fragte im Kommentar zu „Abschlußbericht (1)“: „Hat das Leben eines Schriftstellers / Künstlers noch eine eigenständige, von der Literatur/Kunst losgelöste Bedeutung für irgendjemand außer für ihn selbst, seinen Biografen und für die 80 Menschen, die sich am Ende um sein Grab versammeln? Bedeutung im Sinn von Respekt verdienend?“ – Wieder meine erste Reaktion: Ich verstehe die Frage gar nicht. weiterlesen »
Honigdachs am 13. August 2008 in Literatur
Man darf ja blöd sein, also auch blöd fragen. Wenn ich blöd bin, bin ich eben blöd, aber bestimmt nicht der einzige Blöde auf dieser Welt.
„Wanderungen in der Sprache“ lautet der Titel einer Veranstaltung, zu der ich eingeladen wurde. Was soll das sein? Ich kann mir nichts darunter vorstellen. weiterlesen »
Honigdachs am 13. August 2008 in Zeitgeschehen
Webmaster Michael gratulierte mir zur Ankunft in Berlin: „Ungläubig und erleichtert, dass du auch diese Tour überlebt hast.“ Ja, warum denn nicht. Der letzte Tag war allerdings schon ziemlich extrem, ich gebe es zu. Ich habe mir den Wunsch erfüllt, eine 24-Stunden-Etappe zu fahren, über genau 334,94 Kilometer, in 16 Stunden 45 Minuten reiner Fahrzeit. weiterlesen »
Honigdachs am 13. August 2008 in Tour de Wolga
Seit der Abfahrt in Saratov bin ich 3202 Kilometer gefahren. Gesamtfahrzeit derzeit 355:53 - kein Code fuer eine geheime Nachricht, liebe Kollegen Schlapphüte! Jetzt bin ich in Lviv, nah an der polnischen Grenze, nach 44 Etappen. 6579 km geteilt durch 44, also etwa 150 km pro Tag. weiterlesen »
Alexis am 09. August 2008 in Tour de Wolga
Roman im Sinne Emile Zolas: Das Tier im Menschen / im heutigen Arbeitslosen / im Brötchenpacker in einem Nahrungsmittel-Konzern / im geistig behinderten Schachgenie - in den Menschen also, die eine Epoche bereichern, indem sie nicht in sie hineinpassen, sich aber stumm ausbeuten und erniedrigen lassen. weiterlesen »
Alexis am 07. August 2008 in Literatur
Immer wieder überraschend: die Freundlichkeit der Milizionäre. Von mir wollte noch nie einer Geld, die meisten gratulieren, staunen, geben bereitwillig Auskünfte. So auch gestern, einige Kilometer vor der rumänischen Grenze, ein paar Metern vor einem der offiziellen geografischen Mittelpunkte Europas. Eine Strassenkontrolle. Als sie verstehen, dass ich Deutscher bin und zwischen Wolga und Berlin sozusagen pendle, und dass ich ausserdem gerade aus dem Katastrophengebiet komme, weiterlesen »
Alexis am 05. August 2008 in Tour de Wolga
N. ist jetzt noch glaeubiger geworden als vor einem Jahr, so glaeubig, dass ihm die Frau weggelaufen ist, sie hat die vielen Gebete offenbar nicht mehr ausgehalten. Damals betete er in meinem Beisein nur vor jeder Autofahrt, in diesem Jahr vor und nach jeder Mahlzeit, und morgens und mittags und abends. weiterlesen »
Alexis am 04. August 2008 in Tour de Wolga
Was mich immer wieder aufmuntert beim Fahren: an meine Schachfreunde zu denken. Zum Beispiel an den Spieler, mit dem ich so gern in einer Mannschaft spiele, weil mir vollkommen raetselhaft ist, was in seinem Kopf vor sich geht, obwohl ich seine Gedanken ja lesen kann, da ich die Zuege sehe. M.W. ist seit seiner Kindheit Mitglied im Schachverein …, d.h. seit vierzig Jahren. Und immer noch hat sein Spiel eine Schwaeche: Er spielt miserable Eroeffnungen. Wer ihn nicht kennt, wird manchmal nach den ersten zehn Zuegen denken: Was ist denn das fuer eine Patzmaus? weiterlesen »
Alexis am 03. August 2008 in Tour de Wolga